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Erster Sanierungsabschnitt am Aussichtstempelchen ist abgeschlossen

Am Aussichtstempelchen auf dem Noeroberg – auch als Monopteros bekannt – hatte der Zahn der Zeit genagt.

Wasser war durch die Kuppel, der von Philipp Hoffmann 1851 im Stil der italienischen Renaissance geschaffenen Aussichtsplattform gedrungen. Dadurch wurde sowohl die Dachdeckung, als auch die darunter liegende Holzkonstruktion, schwer beschädigt. Nun ist der erste Bauabschnitt der Sanierung, deren Architektenleistungen komplett das Hochbauamt erbrachte, erfolgreich abgeschlossen.

Erst nach Abbruch der Blecheindeckung konnten das Gebälk und die Sandsteinplatten am Traufgesims ausführlich untersucht werden. Bei der Konstruktion handelt es sich um eine aus Holzbalken – so genannten Spanten - gebildete Kuppel, unter welcher ein Draht/Gips-Gewölbe angebracht ist. Dieses ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht mehr original, sondern vermutlich bereits im vergangenen Jahrhundert ersetzt worden. Die Holzschwelle aus Eiche, auf der die Spanten aufstehen, wurde von zwei Lagen rund geschnittener Eichebohlen gebildet. Sie war so stark geschädigt, dass sie komplett ersetzt werden musste. Um weitere Schäden in Zukunft zu vermeiden, wurde vom Hochbauamt in Abstimmung mit der Denkmalpflege eine neue Konstruktion gewählt.

Neben den Holz-Reparaturen waren auch umfangreiche Restaurationsarbeiten am Sandsteingesims erforderlich: der obere Kranz wurde im Rahmen einer früheren Renovierung mit einem ungeeignetem Putz versehen. Er wurde entfernt. Ebenso musste der Anstich aus Dispersionsfarben auf den Sandsteinprofilen komplett beseitigt werden und an den Profilen waren restauratorische Ergänzungen nötig. Diese Maßnahme musste wegen des langen strengen Winters für einige Monate ruhen, ist jetzt aber fertig gestellt. Die umliegende Grünfläche wird zum Abschluss der Maßnahme gepflegt; die Bänke an dem Tempelchen sollen einen frischen Anstrich erhalten. So wird sich das beliebte Ausflugsziel auf dem Neroberg in den kommenden Wochen dem Besucher in neuer Pracht präsentieren.

In einem 2. Bauabschnitt sollen dann die Außenflächen und die Säulen untersucht, gereinigt, restauriert und beschichtet werden; ob diese Arbeiten noch in diesem Jahr begonnen werden können, steht noch nicht fest. Zuletzt wird die Kuppel im Inneren zu behandeln sein; im Zuge dieser Arbeiten sieht das Hochbauamt auch die Überarbeitung des inneren Gesimses vor.

Die Gesamtkosten werden rund 140.000 Euro betragen, wobei mehr als die Hälfte für den ersten Bauabschnitt mit dem Schwerpunkt einer Erneuerung der Dachdeckung und der Sanierung des Kuppeltragwerks benötigt wurde. Durch die witterungsbedingte Verzögerung im Bauablauf muss allerdings eine Kostensteigerung beim Kupferblech in Kauf genommen werden.

Der Aussichtstempel auf dem Neroberg, eines der Wiesbadener Wahrzeichen, wurde 1851 von Philipp Hoffmann, dem Baumeister der Griechischen Kapelle, errichtet. Dabei wurden 10 Kandelaber aus der Beleuchtung der Wilhelmasstrasse wieder verwendet und als tragende Säulen eingesetzt.

Die sechs Stufen, welche den Unterbau bildeten, sind heute unter einer Geländeaufschüttung und einem Pflasterbelag verschwunden. Es wird geprüft werden, ob sie in den kommenden Jahren wieder frei gelegt werden können. Der beeindruckende Ausblick auf die Stadt ist mittlerweile, da die Bäume stark gewachsen sind, nur noch eingeschränkt wahrnehmbar. Das auf alten Postkarten noch sichtbare Kupferdach wurde im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts durch eine Zinkblechdeckung ersetzt.

 
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