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Fluglärmveranstaltung für Ortsbeiräte reine Alibi-Show

Angesichts der heutigen Veranstaltung für Ortsbeiräte zum Thema Fluglärm erklärt Michael Wassermann, Ortsbeiratsmitglied für die Partei DIE LINKE. in Wiesbaden-Dotzheim:

„Die ganze Veranstaltung ist als reine Alibi-Show anzusehen, da entscheidende Fragen nicht beantwortet wurden oder ab 18.45 Uhr wegen angeblichen Zeitmangels nicht mehr gestellt werden durften.“

 Erschreckend waren die Aussagen des Vertreters der FRAPORT: „Diese Lärmbelastung wurde erst geprüft nachdem es uns durch ein Gericht aufgetragen wurde und diese Lärmbelastung erst nach Änderung des Gesetzes...“ Fraport hätte von sich aus schon im Vorfeld Untersuchungen machen können – es geht im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet schließlich um eine große Anzahl betroffener Menschen. Es wird aber immer erst dann etwas getan, wenn der Gesetzgeber oder ein Gericht das vorschreibt - aus Rücksicht gegenüber der Bevölkerung in der Nachbarschaft geschieht nichts.

Auch die Aussagen zum Thema Nachtflugverbot waren bezeichnend. Es gäbe doch „nur“ maximal 17 planmäßige Flugbewegungen zwischen 23.00 und 5.00 Uhr, sowie 150 insgesamt zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr. Dies wäre doch eine deutliche Verbesserung und ein hinnehmbarer Zustand...

 Deutlich wurde die Rolle der Deutschen Flugsicherung als reines ausführendes Organ, dass sich an bestimmte Vorgaben (seitens Fraport??) zu halten hat und auch immer die Wirtschaftlichkeit berücksichtigen müsse. Die Frage aus dem Publikum, wie denn die Lärmbelästigung und die damit verbundene Gesundheitsschädigung der Menschen gegen einen höheren Kerosinverbrauch/längere Flugdauer gewichtet oder gewertet wird blieb unbeantwortet. Dies wurde nur lapidar versucht zu beantwortet - man könne Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.

 Klar wurde den Beteiligten gerade nach der Andeutung, dass andere Flugrouten zu Lasten der Kapazität gingen, dass im Falle der Flugrouten neben der Sicherheit nur ein einziges Argument zählt: Die Wirtschaftlichkeit für die Fluglinien und den Flughafenbetreiber.

„Den berechtigten Interessen der Menschen rund um den Frankfurter Flughafen werden auf dem Altar der Quartalsberichte geopfert““, so Michael Wassermann. „Auch das angebliche Jobwunder Flughafen besteht ja vor allem Dingen in schlecht bezahlten Zeitarbeitskräften, die trotz Vollzeitjobs oft noch zusätzlich auf Sozialleistungen angewiesen sind.“ so Wassermann weiter.

Den Menschen in Wiesbaden und den Nachbargemeinden wird mit vorgeschobenen juristischen Argumenten, wie im Falle des Bahnhofsbaus in Stuttgart eine Legalität, eine Notwendigkeit und eine Beteiligung versucht weiszumachen, die zwar juristisch stimmen mag, aber keineswegs den Mensch wirklich berücksichtigt oder beteiligt. Es wird sich hinter einem Dschungel von Paragraphen versteckt. Hier ist deutlich zu sehen, dass im 21. Jahrhundert der Mensch ausschließlich der Ökonomie bzw. den wirtschaftlichen Interessen einiger Weniger zu dienen hat und keinesfalls umgekehrt.

Wirklich hilfreich sind nur wenige Maßnahmen, wie ein striktes Nachtflugverbot in der gesetzlichen Nacht zwischen 22.00 und 6.00 Uhr und insgesamt längere Takte zwischen den einzelnen Starts und Landungen, die zwar nicht den Flughafen Frankfurt im Gesamten aber vielleicht wenige Zehntel Prozent Rendite im nächsten Quartalsbericht gefährden. Nur darüber darf und soll anscheinend nicht gesprochen werden.

Michael Wassermann - Fraktionssprecher DIE LINKE. im Ortsbeirat Wiesbaden-Dotzheim

 
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