Täglich aktuelle Nachrichten aus AKK, Mainz und Wiesbaden

Akk Zeitung

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
AKK Zeitung
E-Mail PDF

Mainz: Panzer auf der großen Bleiche ?

Eigener Bericht

Es kommt schon mal vor, daß man als Redakteur auch in den Nachtstunden ran muß. So ging es auch mir in der vergangenen Woche. Ich brütete über einem technischen Problem und obwohl ich Türen und Fenster geschlossen hatte wurde ich gestört durch unterschwelliges Bumm Bum Bum, das in der Luft lag. Ich hatte gesehen, daß meine Nachbarn im Garten Zelte aufgebaut hatten und dachte, die würden jetzt noch mit Popmusik feiern.

Ich arbeitete etwas angesäuert weiter, da mich dieses ständige Bum Bum Bum nicht zu einem vernünftigen Gedanken kommen ließ. Als ich nach längerer Zeit doch noch fertig geworden war, ging ich nach nebenan zu meinen Nachbarn um dort wenigstens noch einen Schluck abzubekommen, wenn ich schon deren Krach erdulden mußte. Aber weit gefehlt, die hatten schon längst dicht gemacht, nur dieses Bum Bum Bum war immer noch zu hören, jetzt, da ich im Freien stand noch viel lauter...

Nun ging mir ein Licht auf, das war eine Großveranstaltung in Mainz am Ende der großen Bleiche, deren Aufbau ich ja schon mit Mißfallen zur Kenntnis genommen hatte. Ich mußte nämlich einige Umwege fahren, weil die Große Bleiche in diesem Bereich ja nun gesperrt war.

Ich weiß, daß es viele Menschen gibt, die an solchen Veranstaltungen ihren Spaß haben, und den gönne ich denen auch. Ich selbst jedoch meide solche Trommelfell zerstörenden "Events" und finde sie absolut überflüssig, das muß erlaubt sein zu sagen...

Einerseits müssen ja solche "Brot und Spiele für das Volk" *- Veranstaltungen einen hohen Stellenwert bei den öffentlichen Veranstaltern haben, sonst würde man sich nicht einfach über Ruhestörungs-Verordnungen hinwegsetzen, andererseits frage ich mich ob es denn wirklich so wichtig ist, daß wegen einiger, andere zugemutet bekommen diesen Lärm-Terror ertragen zu müssen, ohne sich dagegen wehren zu können. Die direkten Anwohner müssen da sicherlich immer einiges ertragen, wenn selbst wir im "fernen" Kastel das noch mitbekommen... (Schließlich liegt da ja ein breiter Strom und eine Landesgrenze dazwischen!)

Es könnte aber auch so sein, daß man die Lautstärke deshalb so aufdrehte, daß man "drüben" auch was davon hatte, denn rechts des Rheins ist ja auch noch Mainz und die sollen ja nicht leer ausgehen, wenn schon Krach, dann für ALLE Mainzer! (Ob man das in Finthen auch noch gehört hat???)

Aber das war noch nicht alles, als ich am Tag danach am Landtag vorbei kam und mir den Rasen ansah, hätte ich weinen mögen. Die Rasenflächen zwischen dem Landtag und dem Schloß sind ja ohnehin kein "englischer" Rasen aber doch wenigstens für die Augen der Besucher und der Mainzer ein angenehmer, beruhigender Anblick. Ein englisch sprechender Tourist sprach mich an: "Was this a Tank?" (Er wollte wissen ob das ein Panzer war) Ich antwortete ihm, nein, das sei ein ganz friedliches Rockfestival gewesen, was er mit einem lauten Lachen quittierte...

Was bleibt ist das Ärgernis als solches (Für mich ist es eins!) und die Frage, wann das nun wieder in Ordnung gebracht wird, was zwangsläufig die nächste Frage provoziert, wer das wohl bezahlen muß. Hoffentlich nicht der Steuerzahler...

-Manfred J. Simon-

* Im Altertum wurden "Brot und Spiele" abgehalten um das Volk bei Laune halten.

(Zur Bildvergrößerung bitte die Fotos anklicken!)

 

 

 

 
Regionale Werbung
Banner

Diese Frage stellt sich

Was hat einen Hals, aber keinen Kopf?
- Die Flasche

Banner