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GRÜNE: „Freude“ von OB Müller und Dezernent Goßmann überzogen

Neue Anflugverfahren mindern kaum den Lärm!  

Die Freude von Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) und Umweltdezernent Arno Goßmann (SPD) über die Ankündigung der Deutschen Flugsicherung, die Anflugverfahren vom Frankfurter Flughafen zusätzlich auf das Osloer „Point Merge“-System umzustellen, ist für den umweltpolitischen Sprecher der Rathausfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Wiesbaden, Ronny Maritzen, „verfrüht und überzogen“. (Siehe Bericht weiter unten)

„Das riecht nach einem schönen Versprechen, einer Augenwischerei, die die lärmgeplagten Anwohnern des Rhein-Main-Airports glauben machen soll, man könne die Fluglärm-Belastung durch veränderte Landemanöver wirklich relevant minimieren. Was zählt, ist jedoch das Ergebnis: Worunter die Bürger leiden, sind weiterhin die immens hohen Einzelschallpegel der über sie hinwegdonnernden Düsenjets“, stellt Maritzen klar.

Grundsätzlich begrüßen die GRÜNEN zwar jede Anstrengung in Richtung Lärmminderung, doch ein „Herumdoktern“ an den Anflugverfahren ändere nichts daran, dass die Gesamtlärmbelastung mit Inbetriebnahme der neuen Nordwestlandebahn gestiegen ist und weiter steigen wird. „Man führe sich einmal vor Augen: Die Zahl der Flugbewegungen am Airport soll von derzeit rund 85 in der Stunde langfristig auf rund 126 in der Stunde steigen! Dagegen sollten Müller und Goßmann vorgehen!“, fordert Maritzen.

Die Einführung des „Point Merge“-Verfahrens im Rhein-Main-Gebiet könne möglicherweise für manche Anwohner in der Region eine minimale Entlastung bringen. Aber: „Für die Kommunen und Städte zwischen Offenbach und Mainz wird sich jedoch so gut wie nichts an der Situation ändern“, macht Maritzen deutlich.

Herbert Bohr, Sprecher des Kreisverbandes der Wiesbadener Grünen, ergänzt: „Immerhin – die Deutsche Flugsicherung bewegt sich! Das ist dem dauernden Engagement der Bürger zu verdanken. Aber das Flugaufkommen und die Bedingungen in Oslo sind eben anders als in Frankfurt. Die Bürgerinnen und Bürger der Rhein-Main-Region sollen und werden weiterhin solidarisch zusammenstehen und gegen den Fluglärm über dem Himmel von Frankfurt, Offenbach, Mainz, Wiesbaden und allen anderen Rhein-Main-Kommunen kämpfen. Wir sind dabei!“

Beim „Point Merge“-System sammeln sich die Flugzeuge im Landeanflug vor der Landebahn, um dann ähnlich dem „Reißverschlussverfahren“ im Straßenverkehr hintereinander aufgereiht zusammenzufließen. Dieses Verfahren wird derzeit in Oslo angewandt.

Ronny Maritzen
 
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