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Kasteler Kultur-Idol Fritz Diehl wird 88 Jahre

- mit viel Esprit und Ideenreichtum – 

„Diesjahr halt, die Sache macht sich, der F. D. werd werklich 88 !“

So lautet der für ihn typische Mundarttext zum Geburtstag am Montag, den 4. Juni. Erstaunt ist er wohl selbst, weil er bei all seinen fulminanten Aktivitäten gar nicht weiß, wo die Zeit geblieben ist. Ein Mann der Tat, der geschichtlich in Jahrhunderten und Jahrtausenden denkt, wird 88. Diese Persönlichkeit vorzustellen, hieße „Eulen nach Athen tragen.“ Der gebührenden Ordnung halber sind Auszüge aus seiner bewegten Vita zu protokollieren:

In der Josefinen-Anlage im alten Kastel geboren. Der erste Sponsor der Kasteler Fußball Vereinigung 06 war der Kasteler Brauereibesitzer Fritz Diehl. Mit 2.100 Goldmark für den Kauf eines landwirtschaftlich genutzten Grundstücks, um daraus einen Fußballplatz für die 06er zu machen. Der tatkräftige Förderer war der Großvater des Heimatforschers Fritz Diehl. Das Energiebündel Fritz Diehl zu würdigen, ist gar nicht so einfach.

Es ist bei ihm nichts unmöglich in seinen Tätigkeitsfeldern, die er mit viel Herzblut bestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg hat der engagierte Fritz Diehl die Kasteler Jocus-Garde wieder mit ins Leben gerufen. Er war Mitgründer des Karneval Club Kastel (KCK), des Vereinsrings Kastel, der Ratsherrenrunde der Jocus-Garde und inspirierte den Initiator KCV-Präsident Toni Oestereich für die seit 1990 erfolgreichen Flößer-Sitzungen vom renommierten Kostheimer Carneval Verein mit dem Schlachtruf: „Flößer Ehr – Langholz her!“ Der beflissene Protagonist für Kultur und Geschichte-Aufarbeitung sowie Dokumentationen kann immer wieder Menschen begeistern.

Seine Ideenvielfalt konnte er immer wieder durch aktive Kultur-Schaffer auch erfolgreich realisieren. Die Leidenschaft zur Heimatgeschichte entflammte, als Fritz Diehl bereits 50 Jahre alt war. Zwei beim Hausbau im Jahr 1974 gefundene Silbermünzen sollen den zündenden Funken ausgelöst haben. Nachdem er im Jahr 1980 mit Freunden die Gesellschaft für Heimatgeschichte gegründet hatte, begeisterte der euphorische Heimatforscher mit Dia-Vorträgen im Kasteler Bürgerhaus, um das Geschichtsbewusstsein der „Kasseler“ zu wecken. Ferner schrieb er wissenswerte Geschichtsbücher und wurde auch Freizeitjournalist in AKK für die regionalen Printmedien.

Seine einzigartigen Mundartglossen und Historie-Chroniken sind überaus beliebt. Als unverzagter „Bettelmönch“ konnte Fritz Diehl neben all seinen Begabungen auch überparteilich rechts und links des Rheins für die Kultur-Geschichte seines geliebten Kastel werben. Der nimmermüde agierende Fritz Diehl war auch der Initiator der Kasteler 2000 Jahr-Feier und einer der krönenden Höhepunkte war die Einweihung des Museum Castellum im Jahre 1990.

Aus Nah und Fern strömen zahlreiche Besucher vom Rhein-Main-Raum bis hin zum benachbarten Ausland in diese wissenswerte Kulturstätte mit ihren ausgestellten historischen Zeitabläufen. Der Organisationsstratege Fritz Diehl brachte die Anstrahlung von Reduit und Kirche fertig, baute den Geschichtsbrunnen, erweiterte das Museum Castellum auf die doppelte Größe und kaufte und sanierte das historische Bauwerk Bastion von Schönborn für die GHK, um darin auch das Flößer-Museum einzurichten sowie das rheinseitige Lanzentor zu neuem Leben zu erwecken und eine Steinskulptur an der Geburtsstätte des alten Castellum Mattiacorum am Rheinufer zu schaffen.

Diehls jüngste Unternehmung unter dem Motto: „Wir tun‘s für Kastel“, war die Einweihung am Ennoch - Rheinufer einer Flößer-Skulptur mit historischem Ambiente. Eine Hommage an eine wirkungsvolle 500 Jahre alte Flößer-Epoche. Kein Wunder, dass bei so vielen gemeinnützigen Taten Fritz Diehl hohe und höchste Auszeichnungen besitzt. vom Bundesverdienstkreuz bis zum Hessischen Kulturpreis, die ihn zusätzlich zu einem geschätzten Repräsentanten seiner Brückenkopfgemeinde, aber auch der Städte Mainz und Wiesbaden gemacht haben.

Seine signifikanten Dokumentationen, sensationelle und bravouröse geschichtsbewusste Projektgestaltungen, standen stets im Mittelpunkt, die alle geprägt sind: „Ein Leben für Kastel“.

Für die Bürger ist Fritz Diehl bereits ihr „Ehrenbürger“. Anlässlich seines 88. Geburtstages hat der Jubilar zum „Tag der offenen Tür“ geladen.

Am Montag, den 4. Juni 2012 ab 11 Uhr in der Ludwig-Wolker-Straße 11 in Kastel haben die Gratulanten die Möglichkeit, ihrem Fritz Diehl herzliche Glückwünsche auszusprechen.

-Herbert Fostel-

 
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