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Fluglärmbelastung über Kostheim ist messbar stärker geworden

FWG stellt erstes Fluglärm-Bulletin mit Ergebnissen vor

Mit der Verschiebung der Anflüge bei Ostwindlagen hat sich die Lärmsituation über Kostheim erheblich verschlechtert.
FWG-Messstation seit Juli im Dauerbetrieb
. Zu diesem Ergebnis kommen Dauermessungen, die in der von der FWG betriebenen Messstation in der Nähe des Mainufers durchgeführt wurden.

Erstmalig konnten objektive Kriterien ermittelt werden, die für alle Bürger bei der Formulierung ihrer Forderungen und im Dialog mit den zuständigen Behörden unerlässlich sind. Gestiegene Lärmbelastung jetzt eindeutig belegt. Es kann nunmehr durch aktuelle Zahlen belegt werden, dass sich seit Eröffnung der Landebahn Nordwest die Lärmsituation drastisch verändert hat.

Waren es in der Vergangenheit die Abflüge bei Westwind, die lediglich bei großen Jets wahrgenommen wurden, fliegt heute jedes Flugzeug beim Anflug auf die neue Nordwestbahn in einer Höhe zwischen 600 und 800 Metern über Kostheim. In den Monaten Juli und August waren dies – je nach Wetterlage und Windrichtung - bis zu 300 Flugzeuge pro Tag.

Insgesamt wurden im Juli 2.143, im August 2.631 und bis zum 10.9. bereits 1.647 Überflüge in niedriger Höhe ermittelt. Die Lärmbelastung kann jetzt für jeden einzelnen Überflug gemessen werden. So lagen im Juli fast zwei Drittel aller bei Ostwind gemessenen Flüge im Bereich zwischen 65 und 69 dB und etwa ein Viertel zwischen 70 und 74 dB. Der Lärmpegel, bei dem
Gesundheitsschädigungen eintreten, liegt bereits bei 60 dB.

Dieser Grenzwert ist auch die Grundlage für die Bemessung von passiven Lärmschutz-Maßnahmen – also bauliche Veränderungen an Gebäuden zur Erhaltung der Gesundheit. Wie stark die Bürger im
Zentrum Kostheims heute von der Dauerbelastung betroffen sind, zeigen auch die gemessenen Dauerschallpegel: Juli 53,6 dB, August 54,2 dB und September (bis zum 10.9.) 56,8 dB.

Ein Vergleich zwischen den beiden Messstationen in Kostheim – also Kostheim 2/Mainufer und Kostheim 1/Weinberglage zeigt deutliche Unterschiede. Die Belastung bei Westwind-Abflügen lag zwischen Juli und September zwischen 2,7 und 5,9 dB niedriger als bei den Ostwind-Anflügen über dem Ortskern.

Gewonnene Erkenntnisse sind Grundlage für weitere Maßnahmen
. Die aktuelle Entwicklung muss weiter kritisch beobachtet werden. Da bereits absehbar ist, dass die heutigen Westwindabflüge über die Kostheimer Weinberge nach und nach alle auf eine Südumfliegung umgestellt werden, kommt diesen Messungen eine besondere Bedeutung zu. Da Spitzenwerte für einzelne Überflüge ermittelt und die Daten gespeichert werden können, können jetzt auch Beschwerdeverfahren durch Fakten besser belegt werden.

Von herausragender Bedeutung für die Bürger Kostheims ist auch die Entwicklung des gemessenen Dauerschallpegels. Diese Messwerte können eine wertvolle Unterstützung bei der Festlegung und Erweiterung von Lärmschutzzonen sein. Die Betreiber des Flughafens und die Politik können auf Dauer nur überzeugt werden, wenn die Faktenlage durch entsprechendes Datenmaterial eindeutig belegt werden kann.

„Die FWG hat bereits 2010 mit ersten Informationsverstaltungen zum Thema Fluglärmentwicklung begonnen. Die Einrichtung einer FWG-eigenen Messstation in Alt-Kostheim war ein weiterer wichtiger Schritt und wir werden unsere Aktivitäten zur Reduzierung der Lärmbelastung auch in Zukunft gezielt vorantreiben. Gerade weil das Thema Fluglärm öffentlich sehr kontrovers diskutiert wird, braucht der interessierte Bürger Fakten, die helfen sollen die Entwicklung besser zu verstehen.

Über unsere Webseite www.fwg-kostheim.dewww.fwg-kostheim.de können tagesaktuell alle Fluglärm-Messwerte abgerufen werden. Wir sind darüber hinaus offen für alle Anregungen, die mit dazu beitragen können, diese kritische Situation zu verbessern,“ ergänzt dazu der stellvertretende Ortsvorsteher Gerd-Josef Weckbacher.

 
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