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Brandschutz im Biomasseheizkraftwerk muss nachgebessert werden

Nach Großbrand in Mülllager des Anteilseigners Knettenbrech ist dringend Handeln notwendig

„Es ist erschreckend, wenn bei der Entsorgungsfirma Knettenbrech + Gurdulic zum zweiten Mal binnen weniger Jahre ein Großbrand ausbricht.

Das Unternehmen ist Dienstleister für die Lagerung und Lieferung der Althölzer, die in dem sogenannten ‚Biomasseheizkraftwerk‘ (BMHKW) in Biebrich, verbrannt werden sollen.

Wir GRÜNE hatten seinerzeit bei der Einwendung gegen das Kraftwerk, das nichts anderes ist als eine Müllverbrennungsanlage, in der auch hochbelastete A4-Althölzer brennen sollen, höhere Brandschutzauflagen gefordert.

Vergebens, sie wurden wie fast alle anderen unserer Einwendungen abgelehnt“, erklärt die umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN Stadtverordnetenfraktion, Barbara Düe.

„In Anbetracht der Tatsache, dass das BMHKW, dessen Fertigstellung für Ende 2013 geplant ist, in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Wohnbebauung entsteht, ist es dringend geboten, beim Brandschutz in der Altholzlagerung und -verarbeitung nachzubessern.

Im Ballungsraum Rhein-Main-Gebiet ist dies unerlässlich. Bei unkontrollierten Bränden wird die ganze Palette an Giftstoffen freigesetzt und ungefiltert in die Atmosphäre abgegeben“, so Düe.

Bei den Erörterungsterminen bei der Genehmigungsbehörde, dem Regierungspräsidium, wurden die Brandschutzmaßnahmen und die Gefahrenabwehrpläne für das Kraftwerk als „völlig ausreichend“ dargestellt.

Die GRÜNEN hatten jedoch in ihrer Einwendung u.a. darauf hingewiesen, dass die Anlage hinsichtlich des Brand- und Explosionsschutzes in weiten Teilen nicht dem heutigen Stand der Technik entspricht.

So würden z.B. die Vorgaben der VdS 25 15 zum Brandschutz in Abfallverbrennungsanlagen, die Anforderungen an die Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie an das Feuerwiderstandsverhalten von Türen und Wänden nicht eingehalten.

Die Wiesbadener Firma Knettenbrech + Gurdulic Service GmbH & Co. KG ist mit fünf Prozent Anteilseigner an der für die Errichtung und den Betrieb des BMHKW auf dem Gebiet des ehemaligen Dyckerhoff-Steinbruchs in Biebrich zuständigen ESWE „BioEnergie“ GmbH, einer Tochter der ESWE Versorgungs AG.

Der Großbrand Anfang März, bei dem nach Feuerwehr-Angaben zwischen 200 und 300 Tonnen Müll abfackelten, war der bereits vierte auf dem Gelände von Sperrmülllagern in unmittelbarer Nähe der Landeshauptstadt innerhalb weniger Jahre: Im Juli 2010 brannte es auf dem Gelände von Knettenbrech + Gurdulic in Mainz-Mombach, im Juli 2011 bei der Firma Meinhardt in Weisenau und im September 2012 wieder bei Meinhardt.

„Natürlich ist es sinnvoller, den Siedlungsmüll, der vor Ort anfällt, auch hier thermisch zu verwerten, anstatt ihn durch die ganze Republik zu einer anderen Verbrennungsanlage zu kutschieren. Dennoch müssen für das bereits hoch vorbelastete und dicht besiedelte Rhein-Main-Gebiet strengere Maßstäbe angelegt werden“, so Düe abschließend.

(Barbara Düe - Frank Schuster)
 
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