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OB Gerich 100 Tage im Amt - Eine Bilanz?

(MS) Nach nur 100 Tagen dürfte es selbst dem gewieftesten Chronisten schwer fallen, eine Bilanz zu ziehen. Zu kurz ist die Zeitspanne, zu wenig ist/konnte passiert sein um verbindliches zu sagen. Es sei denn, ein "dicker Hammer" hätte sich ins Gedächtnis eingegraben.

Ich muß zugeben, für mich ist dieser "dicke Hammer" passiert. Als Steuerzahler bekam ich schon einen roten Kopf, als ich hörte, daß einer der ersten herausragenden Leisungen des OB ein "neues" Büro für rund 300.000,-- Euro war...

Bei einem wie mir bleibt gerade sowas sehr im Gedächtnis haften. Trotz allem, bewerten will ich dies nicht, dazu sind die Politiker selbst da, die können das auch besser.

Wie sieht der OB dies selbst? Das Thema "Neues OB Büro" hat viel Staub aufgewirbelt, wie er selbst das sieht hätte ich gerne in seiner eigenen 100-Tage-Bilanz gelesen, aber dort nicht gefunden. Seine Pressemitteilung gibt Auskunft über andere Themen:

Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich war am Mittwoch, 9. Oktober, 100 Tage im Amt. Im Rahmen einer Pressekonferenz hat der „neue“ Oberbürgermeister die ersten Monate seiner Amtszeit resümiert und über wesentliche Themen informiert.

„Die ersten 100 Tage sind rasend schnell vergangen. Ich hatte sehr ereignisreiche Wochen und Monate, habe täglich neue Menschen, neue Bereiche der Stadt, neue Unternehmen, neue Vereine, Institutionen und Organisationen kennengelernt“, so Gerich. „Und eines hat sich jeden Tag bestätigt:  Unsere Stadt ist großartig und deshalb ist es ein wunderbares Gefühl, Wiesbadener Oberbürgermeister zu sein.“ 

In der Antrittspressekonferenz am 2. Juli hatte Gerich seine Ziele definiert: mehr Bürgerbeteiligung, ein neuer Stil in der Verwaltung, die Förderung des Wohnungsbaus in Wiesbaden und die Stärkung Wiesbadens als Standort. „100 Tage sind eine relativ kurze Zeit. Und doch ist es uns gelungen, diesen Zielen ein ganzes Stück näher zu kommen“, sagte er.

Gut, sage ich, kein Kommentar weiter von meiner Seite. Die Politik selbst ist jedoch nicht sprachlos, jedenfalls nicht völlig, denn zumindest DIE GRÜNEN meldeten sich zu diesem Thema mit einer Presseerklärung zu Wort, dort heißt es u.A.:

Neuer OB mit Licht und Schatten - GRÜNE fordern mehr von der angekündigten Transparenz statt Alleingänge.

Weiter heißt es in der PM z.B.: Gerich habe einen neuen Politikstil angekündigt und Transparenz eingefordert. Davon sei noch nicht allzu viel zu sehen. Stattdessen zeige sich, dass er Probleme mit demokratischen Verfahren habe...

Zuweilen vermisse man Verbindlichkeit und Durchsetzungsvermögen. Zum Beispiel habe er zugeschaut, wie der von ihm angestoßene Kompromiss zum Heckenbiotop am Kasteler Rathenauplatz gleich wieder ausgehöhlt wurde... (Sehr "wichtiges" Thema in Kastel...)

Auch das Thema Windkraft treibe er nicht genügend voran...

Weiter konnte man lesen, politisches Ungeschick habe der OB zudem gleich zu Beginn seiner Amtszeit bewiesen, als er sein Büro im Rathaus für eine horrende Summe umbauen und einrichten ließ – und das in Zeiten von Sparhaushalten und maroden Schulen. Hoffentlich sei dies "nur" ein Anfangspatzer und einmaliger Ausrutscher...

Für den Steuerzahler ein teurer Ausrutscher meine ich, aber weiter: (Jetzt wird´s positiv)

Positiv zu erwähnen sei, daß Gerich MitarbeiterInnen und BürgerInnen mit freundlicher Offenheit begegne und damit für eine verbesserte Stimmung in Verwaltung und Stadt sorgt...

und: Nachdem er sich nicht der gemeinsamen Initiative der SPD-Oberbürgermeister aus Frankfurt, Mainz, Offenbach und Hanau für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr angeschlossen hatte, zeige er jetzt doch Engagement wegen des Hubschrauberlärms am Airfield Erbenheim...

Wir meinen: Alles wie (irgendwann schon mal) gehabt, aber es geht vorwärts...!

 
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