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Feiertagsgesetz überarbeiten

Viele Bürger empfinden die gesetzlich geschützten Feiertag, die meist kirchlichen Ursprung haben als Bevormundung, besonders wenn der/die Betroffene selbst keiner Kirche oder Glaubensrichtung angehört. "Warum soll ich da mitmachen, wenn ich selbst nichts damit zu tun habe?" ist ein oft gehörtes Argument.

Als kürzlich die Rockkonzerte von der Stadt Wiesbaden am Volkstrauertag und Totensonntag unterbunden wurden, gab dies der Diskussion neue Nahrung und die Stadtverordnetenfraktion Bündnis 90/die Grünen im Rathaus Wiesbaden sahen sich zu folgender Pressemeldung veranlaßt:

Dezernent Franz behandelt Veranstaltungen ungleich

Die GRÜNE Fraktion kritisiert die enge Auslegung des Hessischen Feiertagsgesetzes durch Ordnungsdezernent Oliver Franz. Christiane Hinninger, Fraktionsvorsitzende: „Dass der Schlachthof bereits gebuchte Konzerte absagen muss, ist übertrieben hart. (Anmerkung der Redaktion: Daß es sich bei den geplanten Terminen um geschützte Feiertage handelt, war den Veranstaltern ja wohl bekannt oder? -Immer fair bleiben!)

Dezernent Franz hatte nicht angekündigt, dass er vom liberaleren Kurs seiner Vorgängerin abweichen werde.“ Außerdem dürfe nicht mit zweierlei Maß gemessen werden: „Warum darf die Närrische Garde die Fasnachtssaison am Volkstrauertag eröffnen, während beim Schlachthof ein Veranstaltungsverbot verhängt wird? Diese Ungleichbehandlung ist nicht hinnehmbar“.

Zumal sei das Feiertagsgesetz umstritten. Selbst Kirchenvertreter hielten es für überholt. So habe der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz bereits 2012 die Bestimmungen als zu „grobporig“ bezeichnet. Die Stadt Frankfurt setze auf Kooperation mit den Veranstaltern. Das Ordnungsamt gehe Beschwerden nach, doch gebe es keine groß angelegten Kontrollen.

„Die Grünen fordern eine Neufasssung des Feiertagsgesetzes, die im Dialog mit den christlichen Kirchen, konfessionslosen Menschen und Menschen anderer Glaubensrichtungen erarbeitet werden soll. Wir werden dies auf parlamentarischer Ebene anstoßen“, so die Fraktionsvorsitzende.

(Christiane Hinnninger - Carola Pahl)

Wir meinen: Wenn Menschen, die keiner Organisation angehören, gezwungen werden an bestimmten Tagen nach deren Vorstellungen zu leben, ist das sicherlich nicht in Ordnung, wenn aber an einem Tag des Jahres den Toten gedacht wird, ist dies wohl gut und richtig und muß nicht durch Rockkonzerte unterstützt werden, also bitte Augenmaß behalten...

 
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