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Wiesbaden: Naturschutz ist schnuppe - Hauptsache SPORT

Bike-Marathon: Magistrat ignoriert Setz- und Brutzeiten
Brütende Vögel oder die Jungenaufzucht der Wildkatzen sind Nebensache...

Die Fraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN reagiert mit deutlicher Kritik auf den Beschluss des Umweltausschusses, Mountainbike-Wettkämpfe im Stadtwald grundsätzlich auch während der Brut- und Setzzeit zuzulassen.

„Obwohl in der Begründung der Sitzungsvorlage ausdrücklich auf die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes hingewiesen wird, die einem Bike-Marathon im Zeitraum vom 1. März bis 1. September entgegenstehen, haben CDU und SPD die künftig jährlich geplante Großveranstaltung ohne Aussparung der Brut- und Setzzeit einfach durchgewinkt“, erklärt Barbara Düe, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN.

In der Begründung der Vorlage heißt es wörtlich: „Der Wiesbadener Stadtwald beheimatet eine Vielzahl von streng geschützten Tierarten (Wildkatze) und europäischen Vogelarten (Uhu, Kolkrabe), deren Brut-, Aufzucht- und Entwicklungszeit sich bis in den August erstreckt.

Von daher steht eine dauerhafte Durchführung der Bike-Marathon Veranstaltung vor dem 01.09. im Gegensatz zu den rechtlichen Regelungen und Zielsetzungen des Bundesnaturschutzgesetzes.“

„Es geht den GRÜNEN nicht darum, solche Radsportveranstaltungen grundsätzlich zu verhindern, aber sie müssen naturverträglich durchgeführt werden. Ohne Not wird hier Naturschutz gegen Sport ausgespielt, weil sich die Verantwortlichen in der Stadt nicht an die Vorgaben halten“, so Düe weiter.

Die Aussage von Umweltdezernent Goßmann (SPD), dass bei den bereits durchgeführten Veranstaltungen im Mai 2012 und August 2013 keine negativen Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt festgestellt worden seien, ist aus Sicht der GRÜNEN wenig aussagekräftig.

Um dies tatsächlich beurteilen zu können, wären genaue faunistische Untersuchungen vor und nach den Rennen erforderlich gewesen. Konkrete Auskünfte hierzu konnten im Ausschuss allerdings weder Umweltdezernent Goßmann noch Umweltamtsleiter Mengden geben.

Stattdessen führte man lediglich aus, die derzeit milde Witterung lasse erwarten, dass das Brutgeschäft in diesem Jahr früher abgeschlossen sei. „Also Naturschutz nach Belieben!“, kommentiert Düe.

„Es ist ein Skandal“, so Düe, „dass erneut Naturschutzinteressen hintenangestellt werden, um sich durch Freiheit bei der Terminwahl maximale Teilnehmerzahlen zu sichern.“

Andernfalls befürchte man nämlich, so ist der Beschlussvorlage zu entnehmen, dass durch eventuell stattfindende Konkurrenzveranstaltungen womöglich wieder „nur“ 420 Biker am Marathon teilnehmen würden wie im August 2013 zum Ende der Brutzeit.

„Brütende Vögel oder die Jungenaufzucht der Wildkatzen sind da offenbar Nebensache“, so Düe abschließend.

(Barbara Düe - Julia Beltz)
 
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