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Das geplante Stadtmuseum in WI - LINKE&PIRATEN machen sich eigene Gedanken...

Größenwahn der "großen Koalition" sagen LINKE und Piraten zum geplanten Stadtmuseum in  WI
 
Während die CDU-SPD-Koalition nicht bereit ist, ihr Versprechen endlich einzulösen, den Fahrtenzuschuss für Jugendfreizeiten auf 5 € pro Tag und Person zu erhöhen und damit ehrenamtliches Engagement zu unterstützen, ist sie bereit, auf Jahrzehnte hin den städtischen Haushalt mit Millionenzahlungen an Miete für ein Stadtmuseum zu belasten.

Während in den Wiesbadener Stadtteilsiedlungen die Armut wächst und jede zweite Alleinerziehende in Wiesbaden Sozialleistungen beantragen muss, gönnt man sich an der Wilhelmstraße Protzbauten.

Die Kostenschätzungen für die Rhein-Main-Hallen nähern sich schrittweise der 200-Millionen-€-Marke, ohne dass der Bau überhaupt begonnen wurde und mit ungewissem Ausgang, was die Stadt alljährlich wird für den Betrieb der Hallen zuschießen müssen, da soll schon der nächste Renommierbau in Auftrag gegeben werden, ohne überhaupt eine ausreichende Vorstellung zu haben, was da gebaut wird.

Die 6 Kopien von Entwurfszeichnungen, die Stadträtin Scholz uns Stadtverordneten gestern vorlegte, lassen jedenfalls kein Urteil, sondern nur eine Ahnung zu, nämlich dass es auch hier einen "modernen Glas-Stahl-Beton-Bau" geben wird. (Lesen Sie dazu auch die Pressemitteilung HIER!)

Eine Einflussmöglichkeit auf die Gestaltung des Museumsgebäudes ist nicht vorhanden. Sie wurde durch den Verkauf an die OFB vertan.

Innerhalb von 3 Jahren waren die geplanten Kosten für das Stadtmuseum von 16-17 Millionen auf 19,5 Millionen € (im Jahre 2007), inclusive Einrichtung(!) gestiegen. Als dann ein Entwurf für 34 Millionen € vorgelegt wurde, musste er auf unter 30 € "heruntergeplant" werden.

Das langte der SPD nicht, sie verabschiedete sich von diesem Projekt mit der Aussage "zu teuer". Jetzt wird nur wenige Jahre später eine Planung vorgelegt, die 58 Millionen € (Kaltmiete!) für die Stadt zur Folge haben soll.

Berücksichtigt man die "Indexierung" so landet man bei über 70 Millionen €. Was wird da für den "Aufpreis" von mehreren zehn Millionen geboten?:

Ein Entwurf des "Stararchitekten" Jahn, der in den 80er- und 90er-Jahren durch spektakuläre Hochhausbauten auf sich aufmerksam machte. Jahn habe den Messeturm in Frankfurt entworfen, stellte gestern Stadträtin Scholz mit glänzenden Augen fest.

Nachfragen nach dem energetischen Standard des geplanten Gebäudes, der für die Umwelt wie für die Stadtkasse von Bedeutung ist, da die Stadt - nicht die OFB - die laufenden Betriebskosten wird zahlen müssen, konnte Frau Scholz nicht beantworten.

Der Gedanke, ein international bekannter Architekt werde das Stadtmuseum in Wiesbaden entwerfen, scheint den Realitätssinn und die Urteilsfähigkeit abhanden kommen zu lassen.

Die Fraktion LINKE&PIRATEN spricht sich für ein Stadtmuseum aus, in städtischem Eigentum, zu einem vertretbaren Preis - wie ursprünglich geplant. Das aktuelle Projekt entspringt nicht einer kulturellen Notwendigkeit, sondern dem Größenwahn der "großen Koalition", der uns in steigendem Maße teuer zu stehen kommt.
 
(Hartmut Bohrer, Fraktionsvorsitzender)

 
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