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Falschspiel um die Lesselallee beenden - Lesselallee retten!

Wir veröffentlichen nachstehend einen Pressebeitrag der Fraktion LINKE&PIRATEN:

Der Kostheimer Ortsvorsteher Lauer (CDU) wird in der Presse mit den Worten zitiert: „Für die Union stehe die Richtung fest“. Warum, so fragt man sich, benötigt die CDU dann noch am 31. Juli einen „Ortstermin“ in der Lesselallee – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

In Abänderung des vorliegenden GRÜNEN Antrags hatte die Fraktion LINKE&PIRATEN in der Umweltausschusssitzung am 1. Juli beantragt: „Die Kastanienallee auf der Maaraue (Lesselallee) soll als Teil des Landschaftsschutzgebietes auf der Maaraue erhalten bleiben.

Einzelne Kastanienbäume sollen nur dann gefällt werden, wenn die Verkehrssicherungspflicht dies erfordert und die Erhaltung des Baumes durch Pflegemaßnahmen nicht mehr zu gewährleisten ist.“ Es war die CDU mit der SPD die eine Abstimmung darüber in die nächste reguläre Ausschusssitzung am 16. September 2014 vertagte. Die FDP war erst gar nicht zur Ausschusssitzung erschienen.

Der renommierte Wissenschaftler und Sachverständige Prof. Weihs hat in seinem Gutachten bestätigt, dass die Kastanienallee erhaltenswert und der Erhalt möglich ist. Das Unwetter der letzten Tage hat noch einmal sehr eindrücklich seine fachliche, im Umweltausschuss dargelegte, gut nachvollziehbare Position bekräftigt: Die Lesselallee hat als große Baumgemeinschaft dem Unwetter unverkennbar besser getrotzt als so viele andere Bäume in ihrer Nachbarschaft.

Die Fraktion LINKE&PIRATEN hält die Behauptung des Dezernats, als Ersatz für die Kastanienallee eine „Flatterulmenallee“ anpflanzen zu wollen für pure „Augenwischerei“, die für die zurecht aufgebrachte Bürgerschaft die Funktion einer „Beruhigungspille“ haben soll.

Hartnäckig wich der Grünflächendezernent Dr. Franz den diesbezüglich gestellten Fragen des Vertreters unserer Fraktion im Umweltausschuss, Hartmut Bohrer, aus. Dieser wollte wissen, wie sich der Unterschied zwischen der von Franzens Amtsvorgängerin für die Fällung, Rodung und Neuanpflanzung erforderlich gehaltenen und beantragten 225.000 € und den jetzt von Dr. Franz veranschlagten 140.000 € erklärt.

Bohrer wollte wissen, ob in diesem Betrag auch Mittel für eine Staumauer oder einen Deich enthalten sind, die der von der Stadt ins Feld geführte Gutachter für die Anpflanzung für notwendig hält (siehe Seite 39 des Gutachtens Nr. 2.310-08). Gutachter Dengler hatte dabei auch erklärt, dass es bei Neuanpflanzung einer Allee keine Alternative zur ersatzlosen Beseitigung einer Vielzahl weiterer Bäume in der zur Lesselallee parallel verlaufenden Weichholzaue gibt, da diese sonst die kleinen neuen Bäume überwuchern würden.

Dabei steht völlig in Frage, ob die Naturschutzbehörde die Zerstörung der bundesnaturrechtlich geschützten Weichholzaue im Uferbereich überhaupt genehmigen würde, um eine neue (Flatterulmen-)Allee an dieser Stelle anzupflanzen. Dezernent Dr. Franz wollte von diesen Ausführungen „seines“ Gutachters Dengler im Ausschuss nichts wissen. Das bereits 2008 im Auftrag der Stadt erstellte Gutachten war auch erst veröffentlicht worden, als die Baumschutzinitiative Wiesbaden durch eine Anfrage nach Hessischem Umweltinformationsgesetz dieses Gutachten aufdeckte.

Die Fraktion LINKE&PIRATEN hofft, dass diese Täuschungsmanöver am Widerstand der sich selbst informierenden Bürgerschaft scheitern werden und wird die Aktionen zur Rettung der Lesselallee aktiv unterstützen.

(Hartmut Bohrer)

 
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