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Nachruf auf einen Kostemmer Bub, das Ehrenmitglied des AC Kostheim, Philipp Krimmel

Das Drehbuch hätte von Phlipp Krimmel selbst sein können. Zunächst eine Stadtführung an Fronleichnam zu den ehemaligen Gaststätten Kostheims, mit launigen Sprüchen von Philipp. Dann die ausgiebige Visite am Weinstand, lachend singend, kleppernd.

Begleitet von Sohn Frank, wurde eine ordentliche Portion mit Wanne Hannes getrunken. Der leicht unangenehme Geruch der Zellulose, machte es notwendig, nicht sofort nach Hause, sondern sicherheitshalber erst noch einmal ins Beitzje zu gehen. Hier wurde Frank durch seinen Bruder, Torsten, als Eskorte für Philipp abgelöst.

Niemand der Anwesenden wäre auch nur ansatzweise auf die Idee gekommen, dass es das letzte Glas unter Freunden im Beitzje für Philipp sein sollte. Glücklich strahlten seine Augen als er ein letztes Mal das Lieblingslied von Käthi und ihm zum Besten gab und j‘ attendrais ( ich warte auf Dich … ) sang. Gut gelaunt wurden Wanne Hannes und Philipp von Torsten Krimmel nach Hause eskortiert.  

Philipp wusste, dass er schwer krank war und mit dem Risiko lebte, dieser Krankheit abrupt zu erliegen. Viel mehr die Gesundheit seiner geliebten Käthi war es, um die er sich sorgte, als um sein eignes Wohl. Nach einem fröhlichen Wochenende im Kreise seiner Familie und einem Besuch bei den geliebten Enkelkindern, war Philipp montags dann plötzlich nicht mehr fit und verstarb am 02.06.2014. Käthi war bei ihm und nahm gefasst Abschied von Ihrem Philipp.

Der spitzbübige Schalk in seinen Augen, wenn er Geschichten von früher zum Besten gab, wird unvergessen bleiben. Philipp war väterlicher Freund und Ratgeber, Spaßmacher und Motivator und bleibt unvergessen. Die Bewunderung um sein Wissen der Kostheimer Geschichte und Geschichtchen wird in unseren Gedanken weiterleben. Seine charmante Art, locker plaudernd
bei Veranstaltungen zu reden, kann man nicht lernen, das war ihm in die Wiege gelegt.

Philipp wurde am 10.02.1932 geboren. In diesem Jahr wurde der neue ACK Sportplatz aus einem Trümmerhaufen der gesprengten Festungsanlage auf der alten Festungsruine in Betrieb genommen.

Der 2. Weltkrieg forderte sehr viele Opfer unter den jungen Athleten und führte 1943 zur Zerstörung der Sporthalle und der Vereins-Gaststätte "Zum Taunus". Luftangriffe zerstörten wertvolles Vereinsinventar.

Am 01.01.1947 trat Philipp Krimmel in den AC Kostheim ein. Als Schwerathlet, Gewichtheber und in der Musterriege (Jonglieren mit sehr schweren kugelähnlichen Hanteln) war er sportlich aktiv, bis zu Letzt.

Bereits im Alter von 18 Jahren übernahm Philipp die Aufgabe als 2. Schriftführer und stand seinem Vater, Philipp, in der Vereinsarbeit zur Seite. Aus dieser Zeit existieren noch Dokumente von Philipp, handschriftlich, sauber und akkurat. Philipp (Junior) machte alle Höhen und Tiefen des Vereins mit und brachte den AC Kostheim in den 70 er Jahren zur besonderen Blüte.

Schwere Hochwasserschäden waren die größte Herausforderung für Georg Luft, der 1970 die Vereinsführung übernahm. Krankheitsbedingt musste Georg Luft 1972 auf eine Wiederwahl verzichten. Für Philipp, mit seinem ausgeprägten Pflichtbewusstsein, war es selbstverständlich in dieser schweren Zeit den 1. Vorsitz zu übernehmen.

1973 fand, unter Philipps Führung, die Erweiterung der Sporthalle um Toiletten, Wasch -und Brauseraum und eine Gasheizung statt. Im gleichen Jahr wurde, sehr erfolgreich,  das 75 jährige Jubiläum des Vereins gefeiert. In seiner Amtszeit organisierte er 7-mal die nationalen, offenen Schülerturniere des AC Kostheim, zum Gedenken an Georg Lepper.

Treu sorgender Familienmensch, Moderator, Sänger, Löffler, aufrechter Tänzer, legendärer Sitzungspräsident der Wertschafts-Fassenacht beim Frosche Karl und Stimmungsmacher, aktiv im Jahrgang, langjähriges Mitglied bei der Feuerwehr, dem historischen Spielmannszug und 35 Jahre Mitglied bei der Concordia. Das war Philipp.

1978 musste Philipp wegen beruflicher Anspannung und familiärer Verpflichtungen, sein Amt an Heinz Schneider (Malermeister) abgeben. Seine Berufsanfänge machte Philipp mit einer Lehre als Maschinenbauer. Die erfolgreiche Prüfung als Meister gelang ihm 1963. Den goldenen Meisterbrief erhielt er 2013 in Mainz. Philipp wahr viele Jahre geschätzter Kollege und Vorgesetzter im Kupperwerk.

Die Gründung und der Aufbau einer Seniorengruppe des AC Kostheim, vor ca. 20 Jahren, gehörten zu Philipps vorausdenkenden Leistungen. War es doch lange absehbar, dass Schwerathletik an Stellenwert verlieren musste. Philipp war bis zuletzt aktiv und leitete gelegentlich auch noch das Training der Senioren. Heute zählen ca. 30 Mitglieder der Seniorentruppe zur Stütze des Vereins.

Im Dezember 2012 wurde Philipp für 65 jährige Vereinstreue zum AC Kostheim geehrt. Philipp war eigentlich länger Mitglied, aber in jungen Jahren war er einmal kurz aus dem Verein ausgetreten.

Wenn Philipp als geübter Wahlleiter, bei Vorstandswahlen die Beisitzer *en block* wählen ließ und auf einstimmige Wahlen bestand, wiedersprach niemand dieser natürlichen Autorität.

Zusammen mit Ehrenmitglied, Helmut Anspach, bildete Philipp den Ehrausschuss der Jubilaren-Ehrung 2013 und hielt das Laudatio für die Jubilare. Aus dieser Rede und Aufzeichnungen von Philipp wurde die Vereinsgeschichte, wie sie heute vorliegt, nachempfunden.

Es wird noch lange dauern, bis man wirklich begreift, dass *de Krimmels Philipp* nicht mehr lebt und seine Umgebung mit seiner lausbübigen Art nicht mehr erfreut.

Mit einem 3 fachen „Kraft Heil“, in Trauer um einen wertvollen Menschen, um einen wertvollen Gestalter und Ehrenpräsidenten des AC Kostheim.

(In Abstimmung mit Familie Krimmel und im Auftrage des ACK Vorstandes, Ferdinand Becker.)

 
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