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Kostheimer Kastanien: Keine Machtprobe mit den Bürgern!

4. August 2014, Offener Brief an die Mitglieder des Umweltausschusses der Stadt Wiesbaden, Rathaus, Wiesbaden

Kastanienallee auf der Maaraue in Kostheim


Sehr geehrte Damen und Herren,

in wenigen Tagen will der Ausschuss für Umwelt eine Entscheidung über die Zukunft der Lesselallee treffen. Eine Entscheidung, die uns sehr viel bedeutet. Wir erlauben uns daher, uns in dieser Angelegenheit noch einmal an Sie zu wenden.

In Ihrer letzten Sitzung haben wir Ihnen unseren Bürger-Appell übergeben, fast 1400 Menschen aus Kostheim haben ihn unterstützt.

Ärzte und Handwerker, Geschäftsinhaber und Angestellte, alteingesessene Kostheimer aber auch Neubürger - unterschiedliche Menschen jeden Alters mit ganz verschiedenen politischen Auffassungen haben Sie, die Mitglieder des zuständigen Fachausschusses, in diesem Appell freundlich darum gebeten, die alten Baumriesen auf der Maaraue zu bewahren und ihre Argumente vorgetragen.

Wir wollen keine einheitliche Allee um jeden Preis, wir nehmen Lücken in Kauf - das haben wir Ihnen geschrieben. Doch dazu haben wir bis heute von den Vertretern der Parteien, die eine Fällung befürworten, keine Reaktion erhalten.

Wir hören weiterhin: „Wer eine einheitliche Allee will, muss fällen." Wir fragen uns: Wer will denn überhaupt eine solche Allee?

Die Kostheimer wollen sie nicht. Sie wissen, dass sich schon im letzten Sommer tausende von Bürgern mit Ihrer Unterschrift gegen eine Fällung der Bäume gewandt haben. Sie wissen, dass die Unruhe in Kostheim groß ist.

Die Kostheimer SPD und die AUF-Fraktion setzen sich geschlossen für Erhalt und Pflege ein, im Ortsbeirat unterlagen sie mit nur einer Stimme.

Und die knappe Mehrheit der Fällbefürworter im Ortsbeirat bröckelt längst. Auch Ortsvorsteher Stephan Lauer hat den Vorschlag des BUND mittlerweile öffentlich befürwortet.

Wir können nicht verstehen, dass Sie den Bürgerwillen so übergehen. Wir verstehen nicht, warum Sie - und wir fürchten in Ihrer Mehrheit - an der Zerstörung der alten Bäume starr festhalten? Es gibt doch Alternativen.

Herr Professor Dr. Ulrich Weihs hat Ihnen empfohlen, die alten Kastanien zu erhalten - ein renommierter und anerkannter Experte, das wird von Ihnen auch nicht bestritten.

Auch Roland Dengler hält eine Fällung der Allee nicht für alternativlos. In der Informationsveranstaltung im Kostheimer Bürgerhaus hat er sich unmissverständlich für den Vorschlag ausgesprochen, den der Bund für Umwelt und Naturschutz gemacht hat. Dengler sagte wörtlich, er halte diesen Kompromiss für den besten Vorschlag.

Warum wollen Sie - gegen den Rat der Experten, gegen den Willen und gegen die anhaltenden Proteste der Kostheimer - die Bäume fällen?

Warum wollen Sie eine alte Allee, die noch dazu in einem Landschaftsschutzgebiet steht, mit einem Schlag vernichten? Aus Sicherheitsgründen wohl nicht - die ließen sich behutsamer lösen.

Nach den schweren Stürmen und Unwettern sind überall in Wiesbaden Schäden an Bäumen entstanden. Für Neupflanzungen wird dringend Geld benötigt. Warum setzen Sie die Mittel, die Sie auf der Maaraue für die Neupflanzung von Ulmen investieren wollen, nicht da ein?

Auch die Kosten für die Pflege der Kastanien können kaum als Argument für eine Fällung dienen, sie sind nicht besonders hoch. Wir sind gerne bereit, uns von Ihnen in die Pflicht nehmen zu lassen und uns als Bürger über Baum-Patenschaften und Spenden an Kosten zu beteiligen.

Die Kostheimer lieben diese alten Kastanien, sie sind nicht nur landschaftsprägend. Sie sind ein Stück Heimat. Heimat, die Sie nicht ohne Not zerstören dürfen, und die sich nicht einfach durch junge Ulmen ersetzen lässt - für deren Gedeihen Sie keine Garantie geben können.
 
Wir möchten keine Eskalation. Deshalb bitten wir Sie eindringlich: Suchen Sie nach einer Lösung, die allen gerecht wird. Machen Sie aus der Diskussion um die Zukunft der Kastanien keine Machtprobe mit Bürgern.

Viele von Ihnen haben bei der letzten Wahl Bürgerbeteiligung versprochen - das haben und das werden wir auch nicht vergessen. Halten Sie sich an Ihre Versprechungen.

Der BUND hat einen Kompromiss vorgelegt, den wir mittragen könnten. Wir bitten Sie, diesen Weg zu gehen.

Mit freundlichen Grüßen, Marion Mück-Raab, Im Auftrag der Initiative „Rettet unsere Kastanien!"

 
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