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Sanierung der „Erbenheimer Warte“ fällt umfangreicher aus als erwartet

Tiefergehende Schäden erfordern ein neues Konzept

Die im Eigentum der Landeshauptstadt Mainz befindliche Erbenheimer Warte ist ein 1497 errichteter Wartturm der ehemaligen Kasteler Landwehr.

Sie befindet sich auf dem Hochplateau im Bereich der heutigen Siedlung „Fort Biehler“. Das Denkmal, das von der Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel e.V. GHK betreut wird, zeigt seit drei Jahren zunehmende Rissbildungen im spitzen Steindach.

In einem 2012 von der Stadt Mainz in Auftrag gegebenen Gutachten wurden massive Temperaturschwankungen im Dachbereich als Ursache für diese Rissbildungen identifiziert und eine Sanierung mit einem dauerelastischen Verputz des Daches empfohlen.

Nach Klärung der finanziellen Ressourcen und ersten Abstimmungen mit der hessischen Denkmalpflege starteten die Sanierungsarbeiten im Frühjahr 2014 mit der Freilegung der Risse im Turmhelm.

Die dabei vorgefundenen Schäden gehen jedoch tiefer als bislang erwartet und machten die Einschaltung eines Statikers erforderlich.

Bei weiteren Öffnungen wurden Gesteinsproben entnommen und durch die Materialprüfungs- und Versuchsanstalt Neuwied auf ihre Festigkeit untersucht.

Die Ende August 2014 vorgelegten Ergebnisse führen zu einer Neubewertung der bisher geplanten Sanierung.

Die Porosität des Turmgesteins erfordert nicht nur eine zusätzliche Stützung des Dachs im Inneren, sondern auch einen teilweisen Austausch der zerfallenden Steine.

Die Ausgestaltung der Dachhaut ist damit nur ein Teil einer weit umfangreicheren Instandsetzung als ursprünglich angenommen.

Zusammen mit der Denkmalbehörde und Experten wird nun ein neues Sanierungskonzept entwickelt. Ob eine zeitnahe Realisierung überhaupt möglich ist, hängt vor allem von der noch ausstehenden Kostenschätzung zur neuen Vorgehensweise ab.

Der im Gutachten von 2012 bezifferte Aufwand von 100.000 Euro, für den sowohl die Landeshauptstadt Wiesbaden als auch die hessische Landesdenkmalbehörde einen Zuschuss zugesagt hatten, wird nach Auffassung der Experten in jedem Fall nicht ausreichen.

Die von der GHK geplante Öffnung des Turms zum „Tag des offenen Denkmals“ am 14. September 2014 muss aufgrund der aktuell festgestellten Situation leider abgesagt werden.

 
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