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Schutzgemeinschaft Deutscher Wald will drohende Fällung der Kastanienallee auf der Kostheimer Maaraue stoppen

Antrag auf einstweilige Anordnung wurde gestellt, um weitere Verstöße gegen das Naturschutzrecht zu verhindern.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Hessen hat auf ihrer Landesvorstandssitzung am Montag entschieden, rechtliche Schritte zu ergreifen, um den Erhalt der hundertjährigen gesetzlich geschützten Kastanienallee (Lesselallee) auf der Maaraue in Kostheim zu erreichen und damit eine komplette Zerstörung des wertvollen Biotops zu verhindern.

Die SDW hat deshalb beim Verwaltungsgericht in Wiesbaden eine einstweilige Anordnung beantragt. Diese Anordnung soll durchsetzen, dass die Stadt Wiesbaden den vorgeschriebenen juristischen Weg geht und alle naturschutz- und artenschutzrechtlichen Prüfungen erfolgen.

Zu dieser Prüfung gehört auch die gesundheitliche Begutachtung aller 74 Bäume und ggf. die Festlegung eines artenschutzrechtlichen Ersatzes.

Das Argument, dass „Gefahr in Verzug“ bestehe und deshalb sofort gerodet werden müsse, lassen die Naturschützer nicht gelten, weil ein massiver über zwei Meter hoher Metallzaun die Allee absichert.

Die SDW kritisiert, dass das Grünflächenamt der Stadt Wiesbaden nach eigenen Aussagen jegliche naturschutz- und artenschutzfachliche Prüfung übergangen hat.

Offenbar sollte damit eine illegale Rodung durchgesetzt werden. Vergangene Woche wurden, ohne dass naturschutzrechtliche Genehmigungen vorlagen, die möglichen Ruhestätten von Fledermäusen und Haselmäusen mit Bauschaum gefüllt.

Dies ist nach §44 Bundesnaturschutzgesetz ausdrücklich verboten, da es sich um besonders geschützte Arten handelt und keine Befreiung hierfür vorlag.

In dieser Angelegenheit wurde vom Landesgeschäftsführer des Naturschutzverbandes Christoph von Eisenhart Rothe bereits letzte Woche eine Strafanzeige erstattet.

Des Weiteren muss für die Vernichtung einer Allee gemäß §30 BNatSchG eine Ausnahmeerlaubnis beantragt werden.

Auch das wurde von der Stadt Wiesbaden bisher versäumt – die Notwendigkeit sogar zurückgewiesen. Im Rahmen dieses Erlaubnisverfahrens wird auch geprüft, ob die Allee überhaupt gefällt werden muss oder ob zum Erreichen des Ziels nicht andere Alternativen möglich sind.

Die SDW ist der festen Überzeugung, dass das Vorhaben die Allee zu fällen, diesen Prüfungen nicht standhalten wird und die Allee weiter bestehen bleiben wird.

Nach Auffassung der SDW gibt es lediglich eine mit allen Interessen vereinbare Lösung:

-    Alle Bäume der Allee werden eingehend gutachterlich geprüft
-    Die wirklich unheilbar kranken Bäume werden gefällt.
-    Die Bäume mit leichten Schäden werden beschnitten und Wunden baumchirurgisch behandelt.
-    Die vielen gesunden Bäume bleiben stehen.
-    Die Lücken werden mit Kastanien, oder besser mit Bergahorn, Linde oder Stieleichen ausgepflanzt und die Allee so langfristig Schritt für Schritt verjüngt und in eine standortgerechtere Allee überführt.

Von der Flatterulme raten die Waldschützer dringend ab, da diese auf Grund des Ulmensterbens maximal ein Alter von 30 - 35 Jahren erreicht. Die Verjüngung der historischen Allee könnte so aller Voraussicht nach in gut 20 Jahren abgeschlossen sein.

Eine Verjüngung der kulturhistorisch wertvollen Allee ist aus Sicht der anerkannten Naturschutzvereinigung der einzige Weg, um das berechtigte Ziel der Verkehrssicherheit und die Ziele des nationalen Arten- und landesspezifischen Biotopschutzes sowie des Landschaftsschutzes überein zu bringen.

 
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