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Breites rheinübergreifendes Bündnis für Kastanien-Allee auf der Maaraue

Neunzehn Organisationen aus Mainz, AKK und Wiesbaden rufen am kommenden Sonntag zum "Solidarischen Brücken-Spaziergang" von Mainz nach Kostheim auf.

Der Protestzug richtet sich gegen die Fällung der historischen Allee auf der rechtsrheinischen Maaraue. Er beginnt um 15 Uhr am Höfchen/Markt und geht über Mainz-Kastel entlang des Rheinufers zur Maaraue nach Mainz-Kostheim.

"In sehr kurzer Zeit haben wir die stolze Zahl von 19 Organisationen zusammenbekommen und es kommen immer mehr dazu," freut sich Andreas Behringer, der zu den Initiatoren des Spaziergangs gehört.

Ein besonderes Signal sei die hohe Zahl an Organisationen aus Mainz. "Dies zeigt die große Verbundenheit mit den Bürgerinnen und Bürgern aus Mainz-Kostheim."

Neben Bürgerinitiativen und Umweltverbänden ( Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, BUND, NABU) ist die Bandbreite der politischen Parteien bemerkenswert: SPD Ortsvereine, GRÜNE, LINKE, ÖDP, AUF und PIRATEN sind von beidseits des Rheins vertreten.

Die Lesselallee wurde 1913 feierlich eingeweiht, sie war ein Geschenk der Stadt Mainz an das gerade eingemeindete Mainz-Kostheim. Fast alle der 74 alten Kastanien stammen noch aus dieser Zeit. Die Allee ist vielen Spaziergängern und Joggern von beiden Seiten des Rheins bestens bekannt ("Drei-Brücken-Lauf").

Ein von der Stadt Wiesbaden in Auftrag gegebenes Gutachten stellt jedoch deren Verkehrssicherheit in Frage. Darauf hin sperrte das Ordnungsamt im Februar 2014 die Allee durch Zäune ab und plant seitdem deren Rodung.

Gegenwind bekam die Stadt Wiesbaden jedoch nicht nur durch ein Zweit-Gutachten von Prof. Weihs. Auch Erst-Gutachter Dengler betonte öffentlich, dass er sich nie für eine komplette Fällung der Allee ausgesprochen habe, dass er ein zunächst dreijähriges Pflegeprogramm bevorzuge und dass er die geplante Ersatzpflanzung mit Flatter-Ulmen für problematisch hielte.

Nachdem nun ein Verwaltungsgericht die Zulässigkeit der Fällung prüft, ermittelt inzwischen sogar die Staatsanwaltschaft in dieser Angelegenheit:

Für sie bestehe der Anfangsverdacht, dass im Rahmen der Fäll-Vorbereitungen strafbare Handlungen durch die Verwaltung veranlasst worden sein könnten, indem Baumhöhlen mit Bauschaum ausgespritzt worden waren.

Mit dem breiten Protestbündnis aus Mainz und Wiesbaden erhoffen sich die Veranstalter, dass der politische Druck auf die Wiesbadener Verwaltung steigt.

"Alte Bäume haben einen besonderen biologischen Wert. Wir sollten sie pflegen statt fällen!" unterstreichen Marion Mück-Raab und Walter Losem, die aus Kostheim den Spaziergang organisieren.

(Andreas Behringer, Mainz)

 
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