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Ein jeder Narr weiß, daß die Fastnacht eine ernste Sache ist
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Ein jeder Narr weiß, daß die Fastnacht eine ernste Sache ist

MCV schlägt neue Töne an - Zielorientiertes Vorgehen notwendig - Lösung nur im Konsens

„2015 wird wie 2014 umgesetzt“ – dies ist die Prämisse, unter der sich die Stadt Mainz in den vergangenen Wochen mit dem MCV im Hinblick auf die Planungen der Straßenfastnacht geeinigt hatte.

Alle Überlegungen seien gegenseitig in enger Abstimmung erfolgt, betont Burkard Hofmann, Leiter der Abteilung Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Mainz.

Es sei seitens der Stadt frühzeitig an den MCV kommuniziert worden, dass eine Ausweitung des Glasverbotes nur dann erfolgen könne, wenn die Auswertung des Zahlenmaterials über Verletzungen und Beschädigungen durch Glas ein Verbot rechtssicher rechtfertigen würde.

Burkard Hofmann: „Fakt ist, dass der Stadt derzeit kein belastbares Zahlenmaterial vorliegt, um auf der Ludwigsstraße ein Glasverbot auszusprechen.“

Deshalb werde man mit der Polizei und insbesondere den Rettungsdiensten Kontakt aufnehmen, um eine Möglichkeit zu finden, möglichst verlässliche Zahlen für 2015 erheben zu können.

Wenn diese Zahlen aus 2015 dann ein Glasverbot begründen könnten und damit eine rechtliche Grundlage gegeben wäre, sei die Stadt durchaus bereit, ein Glasverbot zu erlassen.

Man müsse sich aber auch darüber im Klaren sein, so Hofmann weiter, dass dann auch über die konkrete Umsetzung gesprochen werden müsse.

Da ein neues Konzept für die Organisation der Straßenfastnacht ab dem Jahr 2016 im Raum stünde, müsse in diesem Konzept auch das Thema Glasverbot und dessen Umsetzung eingebunden werden.

Hofmann: „Der Vollzugsdienst der Stadt Mainz ist am Rosenmontag mit voraussichtlich 12 Personen im Einsatz. Auf Streife in der Innenstadt sind maximal 3 Gruppen mit jeweils 3 Vollzugsbeamten/innen, die anderen Mitarbeiter/innen sind koordinierend in der Einsatzzentrale gebunden.

Zu den Aufgaben dieser Streifen gehört auch, die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes im Auge zu haben, Wildpinkler zu erwischen, illegalen Alkoholverkauf von fliegenden Händlern zu unterbinden oder auch Streitigkeiten zu schlichten.

Mit dieser Personalstärke und der Fülle der zu erledigenden Aufgaben kann eine Überwachung des Glasverbotes auf einer solch großen Fläche wie der Ludwigsstraße durch das Ordnungsamt nicht umgesetzt werden, selbst wenn jedem Mitarbeiter/in ein Security-Mitarbeiter des MCV zur Seite gestellt würde.“

Darüber hinaus müsse bei einer möglichen Umsetzung geklärt werden, inwiefern eine großflächige Absperrung der Ludwigsstraße zur Kontrolle von mitgebrachtem Glas überhaupt möglich wäre, ohne das notwendige Sicherheitskonzept aufzuweichen.

Insbesondere dürften keine Flucht- und Rettungswege beeinträchtigt werden. Die ohnehin engen Zugänge zur Ludwigsstraße wegen Glaskontrollen abzusperren, könnte dem Sicherheitskonzept widersprechen.

Das immer wieder gern zitierte Glasverbot bei der Kölner Fastnacht lasse sich nicht auf Mainz übertragen, betont Hofmann. In Köln würden die Massen auf wesentlich großzügigeren, abgrenzbaren Flächen feiern, zudem verlaufe der Fastnachtszug nicht über diese Flächen.

Alleine circa 100 Mitarbeiter/innen des Ordnungsamtes seien in Köln gemeinsam mit der Polizei im Einsatz, die stichprobenhaft die Einhaltung des Glasverbotes kontrollierten.

Dies alles sei auch dem MCV bekannt. Deshalb, so Hofmann, sei er erstaunt, dass bei dem großen Vorhaben Fastnacht, das „nur gemeinschaftlich gestemmt“ werden könne, der MCV nun solch neue Töne anschlage:

„Eine Lösung kann es nur im Konsens geben. Ein jeder Narr weiß, dass die Fastnacht eine ernste Sache ist, besonders wenn es um die Sicherheit unserer Gäste und Mitwirkenden geht. Streitereien sind hier fehl am Platz.“

Mier määne: Mer hot´s nit leicht als Narr, wenn mer´s doppelt nimmt...

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