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Nächtliches Tempo 30 ist falscher Ansatz
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Nächtliches Tempo 30 ist falscher Ansatz

In Mainz wird auf der Rheinstraße aus Lärmschutzgründen seit einiger Zeit das nächtliche Tempo 30 getestet. Wir fahren manchmal zur Nachtstunde dort und mußten feststellen, daß man sich mit Tempo 30 (fast alleine "uff de vierspurisch Gaß") eher wie ein Verkehrshindernis vorkommt.

Dann der Eigentest: Unser Auto ist im 2. Gang mit 30 lauter als im 3. Gang mit 50! Wir denken an die armen Anwohner, für die sollte es doch ruhiger werden, nicht lauter...

Also doch eher eine Registrierkasse für die Blitzerautos?

In Wiesbaden wird der erweiterte "Versuch" nicht akzeptiert, wie der folgende Pressebericht beweist, aber vielleicht redet man ja auch mal miteinander...:

Mehrheit der Wiesbadener gegen Beschränkung – Stadtpolizei muß Beschwerden der Anwohner nachgehen!

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Demokraten im Wiesbadener Stadtparlament, Christian Diers, kritisiert die Planungen der Landeshauptstadt, mehr nächtliche Tempo 30-Zonen auszuweisen:

„Das Problem der Lärmbelastung kann nicht mit nächtlichen Tempo 30-Zonen gelöst werden. Staatliche Regelungen bedürfen auch immer einer Akzeptanz in der Bevölkerung. Ist diese nicht vorhanden, werden die Bürger diese Regel ignorieren.

Im Falle des nächtlichen Tempos 30 ist diese Akzeptanz nicht gegeben. Die Wiesbadener Bevölkerung hat diese Maßnahme bereits abgelehnt.“

Bereits im August 2012 hatte das Amt für strategische Steuerung, Statistik und Stadtforschung eine Onlineumfrage zu flächendeckendem Tempo 30 in Wiesbaden durchgeführt.

Damals hatten 65% aller Befragten die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit abgelehnt. Ein flächendeckendes Tempo 30 in den Nachtstunden wurde ebenfalls von über 60% der Befragten abgelehnt.

„Der Magistrat scheint dieses eindeutige Urteil der Wiesbadener Bevölkerung zu ignorieren. Dabei sollte das Gedächtnis doch noch drei Jahre zurückreichen“, kritisiert Diers.

Der verkehrspolitische Sprecher der Freien Demokraten fürchtet, daß sich der Magistrat mit dieser Maßnahme nur der Debatte um eine weitere Lärmverminderung entziehen möchte.

„Die Einführung wird insbesondere an den vielbefahrenen Straßen in der Innenstadt keine positiven Effekte haben. Schon heute beschweren sich die Anwohner und die Ortsbeiräte der Innenstadt über die nächtlichen Straßenrennen.

Diese fahren oft minutenlang immer wieder dieselben Strecken vor und zurück und sind damit für viel Lärm verantwortlich. Diese Raser lassen sich allerdings auch nicht von einem Tempo 30-Schild abschrecken“,  ist sich Diers sicher und fordert: „Die Stadtpolizei muß diesen Beschwerden viel stärker nachgehen.“

Wir meinen: Nicht nur in der Innenstadt, auch die Kasteler Ludwig-Wolker-Str. ist oft ein kleiner "Nürburgring" und nicht nur dort. Ein Fall für die Stadtpolizei, oder?

 
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