Täglich aktuelle Nachrichten aus AKK, Mainz und Wiesbaden

Akk Zeitung

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Wiesbaden verschärft Problematik der Ärzteversorgung in Alt-Kostheim
E-Mail PDF

Wiesbaden verschärft Problematik der Ärzteversorgung in Alt-Kostheim

FWG: Statt Lösungen Blockadehaltung und Kompetenzwirrwarr

Das Thema Ärztemangel hat sich in Kostheim inzwischen herumgesprochen. Jetzt hat dieses Problem eine neue Dimension erhalten:

Während in vielen ländlichen Gebieten Deutschlands Kommunen mit viel Kreativität alles unternehmen, um den Zuzug von Allgemeinmedizinern zu fördern, behindert die Landeshauptstadt Wiesbaden leichtfertig Versuche bereits niedergelassener Ärzte ihre Präsenz vor Ort nachhaltig zu planen und zu sichern.

In dieser Woche behandelte die lokale Presse den Fall zweier Ärztinnen aus Kostheim, die sich für die Errichtung eines mit privaten Mitteln geplanten Ärztezentrums interessiert hatten, um ihre Praxis dorthin dauerhaft verlegen zu können.

Nach Aussage der Betroffenen ist dieses Projekt jedoch nicht realisierbar. Aus diesem Grunde werden die Ärztinnen voraussichtlich im Spätsommer 2016 nach Gustavsburg umsiedeln und damit eine weitere ärztliche Versorgungslücke in Alt-Kostheim hinterlassen.

Erst eine Analyse der Hintergründe und Entwicklungen macht deutlich, welche Rolle dabei die Landeshaupt Wiesbaden gespielt hat und welche Perspektiven sich für den Bürger in der nahen Zukunft daraus ergeben werden.

Das Projekt Ärztehaus in der Kostheimer Maaraustraße wurde von engagierten Bürgern zusammen mit einem privaten Investor initiiert, die neben Praxen für Allgemeinmediziner und einen Zahnarzt auch Behandlungsräume für einen Physiotherapeuten unterbringen wollten.

Bei einem solch zentralen Standort auf dem Gelände der seit Jahren leerstehenden ehemaligen Trafostation wäre die Erreichbarkeit gerade für ältere und gehbehinderte Patienten ideal gewesen.

Doch die Probleme fingen bereits unmittelbar nach der Konzeption des Neubauprojekts an. Das Stadtplanungsamt korrigierte mehrfach die eingereichten Antragsunterlagen bis hin zu einer Größenordnung, die einen wirtschaftlichen Betrieb von vorneherein ausgeschlossen hätte.

Zusätzlich wurden Auflagen hinsichtlich der Parkplatzsituation gemacht, die weder bautechnisch machbar noch in Bezug auf die Bedürfnisse der älteren Patienten Sinn gemacht hätten.

Alternative Standortlösungen -unter Berücksichtigung anderer verfügbarer Grundstücke- wurden von der Stadt Wiesbaden kategorisch abgelehnt.

Die für Infrastrukturfragen zuständige Dezernentin lehnte jegliche Stellungnahme zu den Vorgaben der städtischen Behörden kategorisch ab.

Vom Amt für Denkmalpflege wurden Forderungen gestellt, die einen reduzierenden Einfluss auf die geplanten Nutzungsflächen des Projekts gehabt hätten. Besonders bedauerlich war in diesem Zusammenhang die Haltung des Gesundheitsdezernenten, der zwar den akuten Versorgungsnotstand anerkannte, aber nicht gesprächsbereit war und sondern lediglich auf die Zuständigkeit anderer Referate verwies.

„Bemerkenswert ist auch, daß zur gleichen Zeit die Stadt Ginsheim-Gustavsburg nicht nur geeignete Flächen für solche Projekte anbot –wie im Falle der beiden Kostheimer Ärztinnen belegbar– sondern daß diese noch zusätzlich mit öffentlichen Mitteln gefördert werden," merkte dazu einer der beteiligten Projektplaner kritisch an.

Bürger, die Unterstützung von Seiten der Landeshauptstadt Wiesbaden zur Lösung der akuten ärztlichen Versorgungsmisere erwarteten, wurden bitter enttäuscht. Die harte Realität steht dagegen:

• Mangelnde Bereitschaft zu Grundsatzentscheidungen
• Falsche Prioritätensetzung: Brauchen wir Parkplätze für Rollator-Fahrer/innen?
• Kompetenzwirrwarr zwischen den einzelnen Dezernaten
• Extrem lange Entscheidungszeiträume
• Auflagen, die einen wirtschaftlichen Betrieb unmöglich machen
Gleichgültigkeit der politisch Verantwortlichen in Wiesbaden

„Aus diesem Grund wird die FWG Kostheim die Landeshauptstadt in die Pflicht nehmen und so lange schlüssige Antworten einfordern bis ein deutliches Bekenntnis des Magistrats zur Lösung dieses Dauerproblems vorgelegt wird," ergänzte dazu der stellvertretende Ortsvorsteher, Gerd-Josef Weckbacher (FWG).

Wir meinen: Verwaltungsverantwortliche und Politiker, die nicht für sondern gegen die Interessen der Bürger handeln, sollten sich ein anderes Tätigkeitsfeld suchen...

 
Regionale Werbung
Banner