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Kasteler Kasernenbauten für Flüchtlinge
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Kasteler Kasernenbauten für Flüchtlinge

Bürgerversammlung mit Skepsis und Zuversicht

Die Unterbringung von Flüchtlingen stand im Fokus der Informationsveranstaltung  des Kasteler Ortsbeirats am 14.Dezember. Über 200 Bürger waren im Bürgerhaus präsent.

In der leerstehenden amerikanischen Wohnsiedlung „Kastel Village“ sollen weiter Kasernen requiriert werden. Mit 300 Plätzen für Kontigentflüchtlinge und für weitere mit 600 Plätzen als Notunterkunft.

Diese Maßnahme wurde getroffen, damit Sporthallen am 2.Ring und Klarenthal den Schulen und Vereinen wieder zur Verfügung stehen. 

Der Wiesbadener OB ist für die Kasteler Belange sehr zuversichtlich. Im Einvernehmen mit Vertretern des  Regierungspräsidiums, des Arbeiter-Samariter Bund, sowie der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG). Unterschiedliche Reaktionen der Bürger wurden registriert. Dazu zählen Schockierung über die hohe Zahl der Flüchtlinge in Kastel, die von Applaus begleitet wurde.

Das Ziel der Integration sei in Frage gestellt. Schul- und Kita-Plätze sind überfüllt. Dies treffe insbesondere auf die Gustav-Stresemann Schule zu. Mit den Flüchtlingen -im Auftrag vom Land Hessen- eingerichtete Erstaufnahme in der Peter-Sander-Straße, leben 1450 Asylsuchende in Kastel.

Das sind 12% der Bevölkerung. In der Wohnsiedlung Kastel wird eine Extra–Abteilung  mit 36 Plätzen für alleinstehende  Kinder und Jugendliche eingerichtet.

Pfarrerin Sabine Katzmeier-Liermann forderte einen Ausbau von Schulen und Kitas. Dies sei man der  Willkommenskultur für Integration verpflichtet.

Der OB wies auf die hohen Kosten hin. Er hoffe daß der Zustrom von Asylsuchenden abnehme. Die Erstaufnahme-Einrichtung des Landes reichen aus.

Die Notunterkünfte ,wie in „Kastel-Village“, als zweiter Teil eingeplant, wären dann gegenstandslos. Das bedeutet für Kastel ,338 Asylsuchende, die als Kontigentflüchtlinge zur Stadt zählten. Aber dies sei kein Limit.

Dazu zählen die Erstaufnahme-Lager in der Peter-Sander Straße. Auf die Strategie des Landes für Notaufnahmen, habe die Stadt keine Kompetenz.

Stadtverordneter Hans-Martin Kessler (CDU), Kommunalpolitiken Andre Weck (CDU) und Jutta Deusser-Bettin (FDP) wollten Auskunft um die Verteilung der Flüchtlinge auf das ganze Stadtgebiet.

Dies führe zu Konflikten bei der Integration. Dazu wurde argumentiert „Die Skepsis der Bürger nehme zu, und manche Kasteler fühlten sich mit ihrer Hilfsbereitschaft ausgenutzt“.

Dem widersprach der OB. Zu den Entscheidungen für freie Unterkünfte stellte der Leiter des Amts für Grundsicherung und Flüchtlinge Wolfgang Werner fest:“ Man sei stets Stadtweit auf Suche. In Kastel und Kostheim stehen keine größeren Immobilen mehr auf dem Prüfstand“.

Als weiteres Quartier für Asylsuchende ist das frühere „American Arms Hotel“ am Rand der Wiesbadener Innenstadt eingeplant. Die Immobile steht seit 3 Jahren leer und wird zur Zeit umgerüstet für 1000 Flüchtlinge.

Aus der Bürgerschaft wurde auch vorgetragen, man lese so viel über kriminelle Handlungen die auch zur Schließung von Geschäften führten.

Dem widersprach der Oberbürgermeister vehement. „Die Notunterkünfte der Stadt verursachen keine Probleme. Weder von Beschädigungen noch von Beschwerden sei etwas bekannt“.

Vom Datum der Belegung an werden Notunterkünfte, rund um die Uhr von Sicherheitsdiensten bewacht. Dazu zählen Eingangskontrollen und Streifendienst der Polizei.

Ortsvorstehrin Christa Gabriel appellierte zum Abschluss: „Wir können von Kastel aus nicht die Welt retten, aber wir können unseren Beitrag dazu leisten. Fremde sind Freunde, die man nur noch nicht kennengelernt hat“.

(Herbert Fostel)

 
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