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AC Kostheim trifft Vorsorge für Hochwasser auf der Maaraue
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AC Kostheim trifft Vorsorge für Hochwasser auf der Maaraue

...wenn´s soweit kommt, ist der ACK gerüstet!

Schäden, wie beim Hochwassers im Juni 2013, kann der AC Kostheim nicht noch einmal verkraften.

Noch größere Schäden waren durch beherzte Aktionen von Ralph Mayer und Michael Römmling vermieden worden. (gefährlicher Fußmarsch durch das Wasser)

Sicher gibt es keine Kostheimer, zumindest keine eingeborenen, die keine klare Meinung zur Hochwasser-Gefahr haben.

Leider gehen die Meinungen teilweise sehr weit auseinander und sind je nach Lage eines Vereinsgeländes auch nicht überall anwendbar. Man brauchte also eine fundierte Meinung mit belastbaren Fakten.

Eine Beratung zur Hochwasser-Vorsorge und eine Bewertung der Auswirkungen gewisser Wasserstände (m ü NHN) erhält man von der unteren Wasserbehörde Wiesbaden. Hier kann man z.B. eine genaue Höhenlage ( m ü NHN ) einzelner Stellen und sogar innerhalb eines Geländes auf der Maaraue erfragen.

Man erhält qualifizierte Beratung, bezogen auf das eigene Vereinsgelände und bekommt eine sehr hilfreiche Dokumentation für Hochwasser-Vorsorge und Verhalten bei Hochwasser.

Man kann damit qualifiziert bewerten, welche Stellen des Geländes zuerst gefährdet sind und wohin man das Eigentum am Besten in Sicherheit bringt.

Wichtig hierbei sind auch die Themen des Überschwemmungsgebietes, Maaraue, wie z.B. Sicherung von Gegenständen und gefährlichen Chemikalien vor Aufschwemmung.

Die Informationen und Unterlagen mußte der AC Kostheim für sein eigenes Gelände bewerten und daraus einen Handlungsrahmen ableiten.

Wichtig ist dabei für den AC Kostheim eigentlich nicht der aktuelle Wasserstand, sondern der Zeitpunkt, an dem man mit der Hochwasser-Evakuierung spätesten beginnen muß.

Dieser Zeitpunkt ist klar definiert und liegt min. 8 Stunden bevor ein kritischer Wasserstand in Mainz erwartet wird.

Dann läuft die Straße am Floßhafen zu, wird gesperrt und man kann nicht mehr mit dem PKW das Gelände des ACK erreichen.

 

Wieso mindestens 8 Stunden vor dem erwarteten Wasserstand? Nimmt man die Summe aller Aktivitäten, die parallel bzw.  nacheinander erfolgen müssen, damit Mobiliar und Utensilien, sowie Sporteinrichtungen vor Hochwasser gesichert werden können, dann sind das beim ACK ziemlich genau 8 Stunden von Beginn der Alarmierung.

Die Sporthalle des AC Kostheim liegt ca. 0,50 m ü NHN über der Höhe des Geländes und natürlich über dem Boden der Gaststätte. Nimmt man die Rückhaltewirkung der Spundwand der neuen Hallentür dazu, kann man die zu sichernden Gegenstände höher lagern, als der Wasserstand bei einem Hochwasser HQ10 ( 0,85 m ü NHN in Mainz, 1 X alle 10 Jahre erwartet ) ist.

Man kann also Schäden weitgehend vermeiden, wenn man früh genug mit der Sicherung anfängt. Im Jahre 2013 war diese Sicherung leider zu spät begonnen und Hallenboden, Holzwände und Toiletten fielen dem Wasser zum Opfer. Richtig, es waren keine wirklich zutreffenden Fakten zu Pegelständen vorhanden und das Wasser kam dann schneller als man dachte.

Vor Wassereintritt in die Halle war schon das Wasser in die Gaststätte eingedrungen und verursachte Schäden am Mobiliar. Der Vereinswirt der Hundefreunde hat längst nasse Füße, bis das Wasser z.B. den niedrigsten Punkt beim AC Kostheim erreicht.

Wenn sonst noch niemand auf der Maaraue nasse Füße bekommt, sind die Straße am Floßhafen und die Konrad-Schollmayer-Straße an den tiefsten Punkten schon Land unter.

Der Alarmplan des ACK muß oben genannte Fakten reflektieren. Man muß rechtzeitig mit der Koordination bei Hochwasser- Gefahr beginnen. Koordination des AC Kostheim bei Hochwasser-Gefahr bzw. bei Hochwasser.

Hochwasser-Gefahr besteht nicht dann, wenn irgendjemand in Kostheim oder beim AC Kostheim mutmaßt, es sei so weit. Hochwasser-Gefahr besteht dann, wenn die definierten Schwellwerte erreicht sind und der geschäftsführender Vorstand die Maßnahmen zur Evakuierung anordnet.

Neben des Monitorings des Rhein und Mainpegels im Internet, überwachen Ralph Mayer und Norbert Obenauer auf ihrem Arbeitsplatz, bei Infraserv, den kritischen Rhein-Pegel und informieren den Koordinator frühzeitig. Alle beteiligten Personen für Hochwasser-Gefahr des ACK werden permanent informiert.

Man braucht, um schnell und zeitig eingreifen zu können, einen Alarmplan, einen Koordinator und ein Team, das kurzfristig mit ersten Maßnahmen beginnen kann. Als Koordinator wurde Ferdinand Becker bestimmt.

Die schnelle Eingreifgruppe besteht aus Walter Kretz, Reinhold Schmelz, Werner Rudhof und Karl-Herrmann Merz. Als Bestandteil des Alarmplans gibt es eine Kommunikationsmatrix internen/externen Stellen.

Die Schnelle Eingreiftruppe wird via whatsapp herbeigerufen. Der Hausmeister sichert die elektrischen Einrichtungen, damit hiervon keine Gefahr für die Helfer ausgehen kann. Ein Stromaggregat wird in der Halle aufgebaut und damit die notwendige Stromversorgung sichergestellt.

Zunächst baut man Biertische in der Halle auf und beginnt damit die mobilen Platten des Hallenbodens auf die Tische zu lagern. Nach und nach werden weiter Helfer eintreffen.

Die Heber-Pritsche wird höher gelagert. In der Folge werden die AIKIDO-Matten durch das Team der AIKIDO Sportler in das Clubheim im 1. OG gebracht . Trainingsgeräte werden, soweit mobil, ebenfalls höher gelagert.

Jetzt ist Platz geschaffen für weitere Verlagerungen. Maximal 5 Stunden sind seit Ausrufung des Alarms vergangen. Jetzt ist zunächst die Situation zu prüfen, ob weiterhin steigendes Wasser erwartet wird. Ist dies nicht der Fall, wird weiterhin der Wasserstand überwacht, aber es folgen keine weiteren Maßnahmen.

Wird weiter steigender Wasserstand erwartet, wird das Mobiliar der Gaststätte gemeinsam mit dem Personal der Rheinschanze in die Turnhalle gebracht und auf Biertische gelagert. Die Spundwand der neuen Hallentür kann jetzt hochgezogen und die Tür zusätzlich mit Sandsäcken gesichert werden.

Zu diesem Zeitpunkt sind maximal 8 Stunden seit Ausrufung des Alarms vergangen. Die getroffenen Maßnahmen genügen dann um Schäden durch ein Hochwasser weitgehend zu vermeiden.

Der Geschäftsführende Vorstand beendet nach Information durch den Koordinator zunächst die Aktion. Für den Fall eines ungewöhnlichen Hochwassers, erfolgt die Evakuierung durch Transport des Mobiliars mit einem LKW analog zum vorliegenden Plan.

Alle Personen verlassen Halle, Gelände, Gaststätte und Wohnräume. Sport-und Gaststättenbetrieb muß temporär ruhen. Werden kritische Stände des Mains erwartet, erfolgt die Koordination anlog dieser Beschreibung. Betrachtet wird dann der Wasserstand, der in Raunheim erwartet wird.

Der Wasserstand wird im Internet verfolgt. Wenn die Hochwasser Gefahr definitiv abgewendet ist, d.h. dauerhaft fallende Wasserstände eintreten, wird der Alarm durch den Koordinator aufgehoben.

Die Rückverlagerung des Mobiliars und Reinigungsarbeiten werden dann durch die Helfer der Abteilungen durchgeführt.

Der Alarmplan kann noch nicht vollständig sein und ist noch nicht erprobt, aber der AC Kostheim treibt die Situation, statt sich von Ereignissen treiben zu lassen...

 
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