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Parteihochburgen: Wohlstand entscheidender als Konfession
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Parteihochburgen: Wohlstand entscheidender als Konfession

Rechtzeitig vor der Kommunalwahl hat das Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik eine vertiefte und wahlübergreifende Untersuchung der Parteihochburgen in Wiesbaden vorgenommen und veröffentlicht.

Sie dokumentiert nicht nur die Lage der Hochburgen im Stadtgebiet und deren Stabilität im Zeitverlauf, sondern stellt auch die Besonderheiten der Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur in den Hochburgen dar.

Aktuell verfügt die CDU über 13 und die SPD über zehn Hochburgen in Wiesbaden. Grüne und FDP haben mit 22 beziehungsweise 20 Wahlbezirken nicht nur deutlich mehr Hochburgen, diese sind in der Vergangenheit auch besonders stabil geblieben. Für die Linke können derzeit 13 Hochburgen ausgemacht werden.

Die Hochburgen der CDU in Wiesbaden konzentrieren sich in den (nord-)östlichen Außenbezirken und in den Villengebieten nordöstlich der Innenstadt: Sonnenberg ist mit drei Wahlbezirken vertreten, Nordost, Bierstadt, Naurod und Breckenheim mit jeweils zwei. Besonders stabil sind zwei CDU-Hochburgen im Komponistenviertel und in Naurod-Süd.

Die SPD hat ihre Hochburgen vor allem in Biebrich (sechs Wahlbezirke) und Klarenthal (zwei Wahlbezirke); zwei weitere SPD-Hochburgen liegen in Erbenheim und Schierstein.

Über die letzten zehn Jahre blieb nur ein einziger Wahlbezirk (in Biebrich-Mitte) als Hochburg stabil. Als eine ausgesprochene „Innenstadt-Partei“ stellen sich die Grünen dar: Allein die Ortsbezirke Mitte und Westend/Bleichstraße sind mit jeweils sechs Wahlbezirken vertreten, Rheingauviertel/Hollerborn mit vier. Insgesamt waren 16 Wahlbezirke seit 2004 durchgängig grüne Hochburgen.

Der Villengürtel gilt als Vorranggebiet der FDP: Fast die Hälfte der Hochburgen liegt im Ortsbezirk Nordost, außerdem sind Südost und Sonnenberg mit jeweils fünf Wahlbezirken dabei. Verschiebungen treten selten auf, FDP-Hochburgen erweisen sich als sehr stabil.

Die Linke besitzt Hochburgen am westlichen Innenstadtrand und in Großsiedlungen: Allein der Ortsbezirk Westend/Bleichstraße ist mit fünf Wahlbezirken vertreten, drei davon waren auch in den letzten zehn Jahren immer Hochburgen der Linken.

Die Ortsbezirke Mitte, Rheingauviertel/Hollerborn und Kostheim steuern jeweils zwei Wahlbezirke als Hochburgen bei, Biebrich und Dotzheim jeweils einen.

Anhand demographischer, sozialer und siedlungsstruktureller Kennziffern lassen sich die Parteihochburgen beschreiben. Charakteristisch ist, daß sich die Hochburgen der fünf betrachteten Parteien insbesondere durch Indikatoren unterscheiden, die den Wohlstand (oder sein Gegenteil) messen.

So sind CDU und FDP in privilegierten Wohnlagen stark, während in den Hochburgen von SPD und Linke vermehrt Bewohner in prekären sozialen Verhältnissen leben.

Typisch für die Hochburgen der Grünen sind verdichtete Gebiete mit einer jüngeren Bevölkerung und kurzer Wohndauer.

Hinsichtlich der Konfessionszugehörigkeit der Bevölkerung und auch der Haushaltsformen unterscheiden sich die Parteihochburgen dagegen nur wenig voneinander.

 
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