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Dringlichkeitsantrag im Ortsbeirat von SPD und AUF
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Dringlichkeitsantrag im Ortsbeirat von SPD und AUF

Gemeinsamer Dringlichkeitsantrag von AUF und SPD zur Ortsbeiratssitzung Kostheim am 19. Mai 2016 - Ausgleichsmaßnahmen Rodung Lesselallee

Der Ortsbeirat möge beschließen:
Der Magistrat der Stadt Wiesbaden wird dringend gebeten, die in dem Wäldchen auf der Maaraue geplanten Ausgleichsmaßnahmen zu überdenken und bereits erteilte Aufträge für den Rückbau von Mauern und Fundamenten zu stornieren.

Weiter bittet der Ortsbeirat um Antwort auf seine Fragen vom 24. Februar 2016 sowie eine detaillierte Darlegung in der Sitzung des Ortsbeirates am 29. Juni durch den zuständigen Dezernenten, worin die ökologische Aufwertung bestehen soll.

Begründung:
Der Ortsbeirat hat erhebliche Bedenken gegen die Entfernung dieser Mauerreste. Diese Bedenken wurden bereits durch den Beschluß des Ortsbeirates vom 24. Februar 2016 zum Ausdruck gebracht.

Der Ortsbeirat Kostheim fürchtet, daß durch die geplanten Rückbauarbeiten, Teile des Wäldchens stark beschädigt werden. Die alten, vermoosten Mauerreste sind dicht umwachsen. Um die Mauern zu entfernen, müßten Bäume gefällt und andere Pflanzen beseitigt werden.

Der Ortsbeirat kann nicht erkennen, daß solche Maßnahmen zu einer ökologischen Aufwertung, gar zu einem „naturnahen Urwald“, führen könnten.

Weitere Bedenken bestehen wegen des Denkmalschutzes. Wie der Magistrat der Stadt Wiesbaden sicher weiß, hatte die Stadt Mainz mit der Mainmündung und der Maaraue in den vergangenen Jahrhunderten für das Militär eine große Bedeutung. Um nur einige historische Ereignisse zu nennen:

• Unter schwedischer Herrschaft wurde das Sperrfort „Gustavsburg“ an der
Mainmündung errichtet (1632 - 1635)
• Kurfürst Johann Philipp von Schönborn veranlasste Mitte des 17. Jahrhunderts, die
Stadt Mainz mit Bastionen nach französischer Bauart zu umgeben.
• Im pfälzischen Erbfolgekrieg errichteten Franzosen auf der Maaraue das Fort
„Mars“ und bauten kleinere Festungen.
• Seit Herbst 1794 errichteten die Franzosen in weitem Bogen um die Stadt links und
rechts des Rheins eine riesige Gegenfestung aus Erdwällen und Unterständen, die
sog. "Mainzer Linien".
• Napoleon baute die Befestigungsanlage schließlich aus und schuf ab 1805 einen
„Boulevard de la France“.
• Ende des 18. Jahrhunderts war die Maaraue Teil der Befestigung Mainz.
• In den Jahren 1814 bis 1866 wurde die Festungsanlage modernisiert. (siehe Grafik am Ende)

Die Festung Mainz in ihrem Ausbauzustand um 1866 (Quelle: festung-mainz.de, Redaktion: Stefan Dumont M. A.) Auch wenn die Mauern nicht aus dem 17. Jahrhundert stammen werden:
Die Wahrscheinlichkeit, daß in diesem Wäldchen Fundamente historischer Festungen zerstört werden, ist hoch. Vor einer Entfernung solcher Mauerreste sollte nach Auffassung des Ortsbeirates unbedingt geklärt werden, aus welcher Zeit die mindestens hundert Jahre alten Mauern genau stammen.

 
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