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Bürgerbeteiligung statt Stillstand in Kastel und Amöneburg
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Bürgerbeteiligung statt Stillstand in Kastel und Amöneburg

Die Initiative Leben am Fluß in Wiesbaden hatte zum 18. Mai 2016  um 19.30 Uhr Unterstützer und Interessierte zu einem Informationsaustausch über die städtebauliche und gesellschaftliche Entwicklung Kastels und Amöneburgs eingeladen.

Zunächst die Gründungssituation  2014: Begonnen hatte alles mit Plänen, an der Wiesbadener Straße neben dem Hotel Alina ein Bordell zu errichten.

Dieses Vorhaben stieß bei vielen Bürgern auf Widerstand.  Das Bordell wurde nicht genehmigt.

Stattdessen präsentierte die Stadtplanung Pläne eines Investors für dieses Areal in Kombination mit der Bebauung des gegenüber liegenden ehemaligen Clemens Geländes.

Das Stadtplanungsamt  rief mit einem Fragebogen die Bürger auf, sich an der Entwicklung eines Rahmenplanes für den Kasteler Westen zu beteiligen.

Aus diesem Aufruf formierte sich vor zwei Jahren die Initiative Leben am Fluß, welche die Chance auf eine städtebauliche Entwicklung des Westens Kastels und Amöneburgs als Ziel definiert. „Wohnraum schafft Stadtteilidentität“ ist die Überschrift.

Die Rücklaufquote von über 60 % zeigte das große Interesse der Bürger an der Entwicklung ihrer Stadtteile. Die  Auswertung ergab, daß viele Menschen mit der Entwicklung der letzen 20 Jahre in Kastel und Amöneburg nicht zufrieden sind.

Die Bürger hoffen, daß  die brachliegenden Flächen und Konversionsflächen zeitnah genutzt werden  um eine  
aufgelockerte Wohnbebauung mit Wohnungen für jeden Geldbeutel vor allem aber bezahlbaren Wohnraum in ihren Stadtteilen zu schaffen.

Desweiteren wünschen sie sich ein neues Einzelhandelskonzept mit vielen Geschäften für den täglichen Bedarf. Außerdem  waren das Thema Sicherheit und eine ausgewogene Bevölkerungsstruktur wichtige Säulen für ein gelingendes soziales Miteinander.

Die Ergebnisse der Befragung hatte die Initiative für das Stadtplanungsamt in einer Präsentation aufbereitet und den Stadtplanern  alle Informationen übergeben.

Eine Kastelerin wollte wissen ob denn die Wünsche der Bürger, die diese in der Umfrage geäußert hätten, in den Planungen überhaupt berücksichtigt würden.

Es wurde bestätigt, daß  der Investor Kirk versichert hätte, seine ursprünglichen Planungen,  die eine dichte Bebauung vorgesehen hätten, aufgrund der Wünsche der Bürger komplett überarbeitet zu haben.

Die aktuellen Planungen sähen jetzt eine sehr aufgelockerte Bebauung mit Frei- und Grünflächen und vielen kleinteiligen Geschäften vor.

Viele Ansätze aus der Umfrage finden sich auch in aktuellen  Programmen der Ortspolitik wieder. Außerdem wurden die Ergebnisse der Umfrage in den letzten beiden Jahren allen Parteien,  und verschiedenen Gremien und Ämtern vorgestellt. 

Die Resonanz war sehr positiv aber dennoch gäbe es kein Bekenntnis für Kastel und Amöneburgnur Lippenbekenntnisse. Es gibt  kein städtebauliches Projekt und keine politische Entscheidung. Ein Rahmenplan ist nicht mal mehr in Sicht, so die Sprecher der Initiative.  

Es wurde über die fast beendeten Abrissarbeiten auf dem Clemensgelände informiert, aber laut Information des Investors sei mit dem Baubeginn nicht vor 2018 zu rechnen.

Das zweite aktuelle Thema war  die  Zukunft des Kasernengeländes Housing Area an der Wiesbadener Straße.

In der Bürgerbefragung hatte man angeregt, dort ein lebendiges Stadtquartiert für Jung und Alt, für Menschen mit kleinen, mittleren und größeren Geldbeuteln im Herzen des Kasteler Westens zu schaffen,  jetzt hat das Flüchtlingsthema jedoch diese Idee platt gemacht.

Der Ortsbeirat hatte informiert, daß die  Stadt plant, von den acht Gebäuden fünf langfristig für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Zwei Gebäude sollten anderen Bevölkerungsgruppen als Wohnungen dienen.

Der VdK Kastel/Amöneburg regte an, eine gesunde Durchmischung mit allen Bevölkerungsgruppen in diesem Gebiet anzustreben. Nicht nur Flüchtlinge bräuchten Wohnungen, sondern auch hiesige Bürger, vor allem solche mit kleinen Einkommen z. B. Rentnern.

Mehr Studenten- und Seniorenwohnungen, statt langfristiger Flüchtlingsunterbringung war ein Ansatz. Formulierungen wie gesunde Mischung, ausgewogene Bevölkerungsstruktur u.ä. waren während der Veranstaltung und auch nach deren offiziellem Ende um 21 Uhr öfter zu hören.

Daß die Kasteler und Amöneburg hier Optimierungsbedarf sehen, war auch den Fragebögen zu entnehmen, in denen die Anwesenden zu ihren Meinungen zu unterschiedlichen Themen gefragt wurden.

Bei einem Migrantenanteil von mehr als 20 % in Kastel und mehr als 30% in Amöneburg und einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Empfängern von Transferleistungen, sahen viele Bürger hier Handlungsbedarf, auch vor dem Hintergrund der geplanten langfristigen  Unterbringung von bis zu 800 Flüchtlingen auf dem Kasernengelände.

Die Amöneburger, die überdurchschnittlich stark vertreten waren, wünschten von der Stadt und ihren Wohnungsgesellschaften eine bessere Durchmischung, da viele Amöneburger wegzögen und Menschen mit Migrationshintergrund, die sich in Amöneburg ansiedelten, die  Lücken im Vereinsleben nicht schließen könnten.

Große Hoffnungen setzen sie deshalb auch auf die Entwicklung der grünen Mitte in ihrem Stadtteil. Hier sei schon seit Jahren geplant, Wohnungen und Reihenhäuser besonders für junge Familien zu errichten. Aber auch hier ginge nichts voran, und keiner wüsste so genau, woran es liege. Man wünsche sich mehr Informationen und mehr Bürgerbeteiligung.

Das Thema Bürgerbeteiligung wurde während der Veranstaltung sehr lebhaft und teilweise kontrovers diskutiert. Die einen meinten, man solle sich nicht über ungelegte Eier den Kopf zerbrechen, (???) bei den anderen konnte Bürgerbeteiligung nicht früh genug anfangen um zu gewährleisten, daß die Wünsche der Bürger auch tatsächlich bei wichtigen Vorhaben berücksichtigt würden.

Deutlich wurde bei der Veranstaltung, daß es viele Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Kastel und Amöneburg gibt, die Engagement zeigen, Visionen für ihre Stadtteile haben und diese einbringen würden, wenn man sie nur ließe...

 
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