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Junge Nigerianerin kann dank gespendeter Prothese wieder laufen
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Junge Nigerianerin kann dank gespendeter Prothese wieder laufen

Terroropfer der Sekte Boko Haram aus Nigeria findet Hoffnung und Hilfe in der MEDIAN Rehaklinik Aukammtal in Wiesbaden / Christliche Hilfsorganisation „Open Doors“ unterstützt Aufenthalt in Deutschland / Wiesbadener Sanitätshaus Kunze sorgt für kostenlose Spenden-Prothese
 
Lydia Musa ist Opfer eines der schrecklichsten Bürger- und Glaubenskriege, die es derzeit in Afrika gibt. 2015 verlor die junge Christin bei einem Anschlag der islamistischen Sekte Boko Haram durch eine Granate ihr linkes Bein.

Nur unzureichend medizinisch versorgt und von ihrer Familie als „Andersgläubige“ gemieden, lebte die 30-Jährige alleinstehend in Nigeria. Die Wende kam erst, als sie Margret Meier, ehemalige Mitarbeiterin der christlichen Hilfsorganisation „Open Doors“ kennenlernte.

Diese fragte bei Dr. Johannes Schröter, dem Chefarzt und Ärztlichen Direktor der Rehaklinik nach Hilfe und Dr. Schröter sagte spontan zu.

Gemeinsam mit dem Wiesbadener Sanitätshaus Kunze übernahm er die Behandlung, verzichtete auf sein Honorar und sorgte für den Aufenthalt der jungen Frau in der Rehaklinik. Margret Meier organisierte zeitgleich die private Einladung der jungen Frau nach Deutschland.

Fünf Wochen in Wiesbaden
Erst nach mehreren vergeblichen Visa-Anträgen konnte Lydia Musa Anfang Juni in Begleitung von Margret Meier und einer Freundin Nigeria verlassen. „Wir haben hier in der Klinik festgestellt, daß die Prothese für den linken Unterschenkel, die Frau Musa in Nigeria bekommen hatte, nicht nur zu lang, sondern auch ohne Gelenkfunktion war“, erklärt Dr. Schröter, „das hat zu einer Fehlhaltung des ganzen Körpers und zu Schmerzen geführt.“

Das Wiesbadener Sanitätshaus nahm sich der technischen Seite an und baute eine Spenden-Prothese für die junge Frau auf. Geschäftsführer Andreas Weingart stand vor einer Herausforderung: „Da es in Nigeria keine sicheren Stromanschlüsse gibt, haben wir Frau Musa kein elektronisches sondern ein sehr gutes sanddichtes mechanisches Kniegelenk an die Prothese gebaut und zudem einen künstlichen Fuß aus Carbon, der leicht und extrem stabil ist.“

Während des fünfwöchigen Aufenthaltes an der Rehaklinik wurde die Prothese dann angepasst und Lydia Musa absolvierte ein intensives Gehtraining, stets begleitet und betreut durch Margret Meier. Am 6. Juli wurde die Patientin dann aus der Klinik entlassen und flog zurück nach Nigeria, nicht ohne sich vorher bei Dr. Schröter und allen Beteiligten für die Hilfe zu bedanken.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen – kurze Strecken läuft Lydia Musa dank der Behandlung in Wiesbaden jetzt sogar schon ganz ohne Gehhilfen.

 
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