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Wohlklingende Töne bei der FDP
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Wohlklingende Töne bei der FDP

Für Erlebnisse beim Einkaufen in Wiesbaden plädierte Matthias Schenk, künstlerischer Leiter vom Schloß Freudenberg.

Er wünscht sich daß die Kunden „zum Vibrieren kommen“, so wie eine Hand vibriert, wenn sie in die mit Wasser gefüllte Klangschale gehalten wird.

Mit seiner Klangschale erzeugte er zu Beginn der FDP-Veranstaltung am 16. Mai im Kulturforum wohlklingende Töne, nur durch reiben mit seinen Händen.

Die Landeshauptstadt solle sich als moderne Einkaufsstadt positionieren, so FDP-Kreisvorsitzender Norman Gabler.

Er erläuterte, man möchte heute mit „Zukunft Einzelhandel in Wiesbaden“ Anregungen sammeln und einen Diskussionsprozess zur Verbesserung des Einzelhandels in Gang bringen, der durch den zunehmenden Internethandel vor neuen Herausforderungen stehe.

Wie man Internet und stationäre Einzelhändler zusammen bringen kann, das erläuterte Nana Beyer, Leiterin des bundesweit beachteten Wiesbadner „Kiezkaufhauses“. Auf einer Webplattform hat sie Angebote von verschiedenen lokalen Einzelhändlern auch mit Fotos der Läden gesammelt.

Bestellungen, die bis 14 Uhr bei ihr eingehen, werden am gleichen Tag mit Fahrradkurieren in Pfandtaschen ausgeliefert. Elf Prozent der Bevölkerung seien begeistere Online-Käufer und immerhin 31 Prozent selektive Online-Shopper, berichtete Michael Kullmann, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Hessen e.V.

Er sprach sich gegen großflächigen Einzelhandel aus sowie für einen fairen Ausgleich zwischen Rad und Auto. Er möchte einen häufigeren Austausch zwischen Stadt und Interessenverbänden.

Der Forderung von Kullmann nach freiem WLAN schloß sich Gordon Bonnet an. Der IHK-Geschäftsführer für Standort und Kommunikation monierte, daß in einer Straße einige Geschäfte um 18 Uhr schließen, andere um 20 Uhr. Freie Parkplätze könne man in Wiesbaden nicht über eine App suchen. Er schlug vor, Erlebnisse beim Einkaufen zu schaffen und die Kundenbeziehungen zu verbessern.

Schlechten Service in den Kaufhäusern wurde in der Diskussion bemängelt. Laut Bonnet nutzten 80 Prozent das Internet zur Kaufvorbereitung. Er erwähnte ein Unternehmen, das beim Online-Kauf Gutscheine verschenkt, die nur im stationären Geschäft eingelöst werden können und umgekehrt.

Eine Kundenkarte könne man auch zum kostenlosen Parken nutzen. Der Einzelhandel könnte durch steuerliche Anreize nicht schlechter gestellt werden als Großunternehmen. Auch sollte die Verwaltung bei Straßenarbeiten mehr an die Einzelhändler
denken und besser informieren.

Bonnet wies auf unterschiedliche Kundengruppen hin, auf die sich der Händler mit „Ohr und Herz beim Kunden“, einstellen müsse. Die Einkäufer suche das Skurrile, weshalb das Besondere nicht verschwinden dürfe. Denn das Internet schaffe keine Emotionen.

Wer eine lebenswerte Innenstadt möchte, der sollte nicht den günstigsten Angeboten im Netz nachjagen, forderte Bonnet. Sommerfeste und Weihnachtsmärkte zusammen mit Händlern organisiert bereits Nana Beyer. In der langen Diskussion kamen wiederholt Forderungen an die Politik auf nach mehr Sauberkeit und Sicherheit.

Wiesbaden sei die Stadt mir der höchsten Gewerbesteuer ohne freies WLAN, das gehe nicht, ärgerte sich ein Unternehmer. Wegen der zu hohen Mietkosten in Wiesbaden forderten einige Subventionen für neu gegründete Läden, doch Bonnet meinte, dadurch werde das Gesamtproblem nicht gelöst.

Ein Gast schlug regelmäßigen Austausch vor und deshalb sollte für die Einzelhändler ein Internet-Diskussionsforum ins Leben gerufen werden. Nun könne ein neuer Abschnitt im Einzelhandel in Wiesbaden betreten werden, meinte Norman
Gabler.

Er forderte flächendeckendes, schnelles Internet, also Breitbandausbau und freies WLAN, und ein Mobilitätskonzept für die Innenstadt. „Die Politik sollte mit mehr Sorge für Sauberkeit und Sicherheit die Voraussetzungen für den Einzelhandel verbessern“, erklärte er.

Er bekenne sich zu seiner schönen Heimatstadt und möchte auch wegen der identitätsstiftenden Wirkung des Einzelhandels seine politischen Bedingungen unterstützt sehen.

 
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