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Fort Biehler wieder aktiv...
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Fort Biehler wieder aktiv...

„Wir sind Anwälte und Lobby des Gebietes Ostfeld/Kalkofen!“ - Anwohner der Siedlung diskutieren mit SEG und Projektleitung über das Entwicklungsgebiet Ostfeld/Kalkofen

Lange war es ruhig um die Bürgerinitiative Fort Biehler. Zur Erinnerung: die Bürger der Siedlung am Fort Biehler haben maßgeblich dazu beigetragen, daß vor gut 20 Jahren ein geplantes Gewerbegebiet rund um die Siedlung zu den Akten gelegt wurde. Die Renovierung der Erbenheimer Warte, die aktuell wieder ansteht, war auch auf Aktivitäten der Bürgerinitiative zurückzuführen.

Die Pläne der Landeshauptstadt Wiesbaden, mit dem Stadtentwicklungsprojekt Ostfeld Kalkofen einen neuen Stadtteil und ein neues Industriegebiet zu schaffen, hat die Bürger der Siedlung motiviert, erneut die Bürgerinitiative zu aktivieren und sich in das politische Geschäft der Kommune einzumischen.

Ein siebenköpfiges Vorstandsteam wurde am 26. Januar 2018 gewählt und vertritt die Interessen der Anwohner der Siedlung.

Auf Einladung des Oberbürgermeisters, es waren alle Anwohner der Siedlung eingeladen, diskutierten rund 60 Bürger engagiert und durchaus emotional mit den Herren Mengden, Projektleiter, und Stöcklin, Geschäftsführer SEG.

Jens Kettelhöhn, einer der Sprecher der BI Fort Biehler: „Wir erkennen durchaus an, daß wir zu einem Dialog seitens der Stadt eingeladen wurden. Schließlich geht es um unser direktes Umfeld, wo wir auch ein Wörtchen mitreden möchten. Doch wir beobachten leider auch, daß sich um dieses Gebiet Ostfeld/Kalkofen aus der Bevölkerung niemand so richtig zuständig fühlt.

Die Fläche hat keine starke Lobby aus der Bürgerschaft. Erbenheim, Amöneburg, Kastel – alle sind ein wenig tangiert, aber niemand so richtig. Also nehmen wir, die Bürger der Siedlung am Fort Biehler, diese Aufgabe an. Wir vertreten dieses wunderschöne Stück Heimat!“

Nach der Präsentation des bisherigen Planungsstandes, der aus Sicht der Bürgerinitiative keine Überraschungen oder Neuerungen bot, kam es zu Diskussion: warum überhaupt ein neuer Stadtteil? Wie sieht es mit Klimaschutz und Kaltluftentstehungsgebiet aus? Gibt es schon konkretere Pläne? Warum ein Stadtentwicklungsprojekt mit entsprechender Auswirkung auf die Grundstückspreise? Und: inwieweit sind wir von den Plänen direkt betroffen?

Zumindest zur letzten Frage hat Joachim Mengden eine gute Nachricht dabei: „Ich kann mir nicht vorstellen, daß Sie und ihre Siedlung direkt betroffen sein werden. Die Siedlung wird so bleiben wie sie ist.“ Und auf die Frage, ob er sich denn vorstellen könne, daß das Wäldchen am Fort Biehler in Mitleidenschaft gezogen würde, bot er sogar eine Wette an, daß dies nicht der Fall sein werde. Soweit die guten Nachrichten.

Eine sehr intensive Diskussion entwickelte sich um die Frage, warum denn überhaupt ein neuer Stadtteil erforderlich sei. Die Bürger nahmen die Position ein, daß es doch noch Möglichkeiten der Verdichtung gäbe, die noch nicht ausgeschöpft seien: zum Beispiel das Linde-Quartier, Kastel-Housing und die 24 ha des Afex-Geländes.

Diese Gebiete, so Herr Stöcklin, seien „bereits berücksichtigt“, man werde Ostfeld/Kalkofen auch brauchen, wenn alle diese Flächen in der Nutzung/bewohnt seien. Das wurde von den Bürgern hinterfragt. Man solle hier erst mal vorhandenes Potenzial ausschöpfen und dann sehen, ob man das Projektgebiet Ostfeld/Kalkofen wirklich noch bräuchte.

Sabine Maritzen, Mitglied des Vorstandes der Bürgerinitiative, mahnte die Themen Klima und Frischluft an: „Wir haben hier oben für ganz AKK bis hin nach Mainz wertvolle und wichtige Kaltluftentstehungsgebiete und Frischluftschneisen. Das war vor 20 Jahren so, das war vor zweihundert Jahren so – und es ist unser aller Interesse, daß dies auch so bleibt!

Die Luftqualität in ganz AKK und in Teilen von Mainz ist sehr problematisch und hängt entscheidend von der Frischluft aus dem Ostfeld ab. Teile von Kastel und Amöneburg sind jetzt schon davon abgeschnitten. Die Mainzer Innenstadt erwärmt sich immer mehr ohne unsere Kaltluft – deshalb sind wir sicher, daß unsere Initiative auch von der anderen Rheinseite Unterstützung bekommen wird.“

Herr Mengden sagte zu, daß hier entsprechende Gutachten beauftragt seien und natürlich öffentlich diskutiert werden würden. Generell sagten die Vertreter der Stadt zu: „Wir kommen wieder, wir bleiben in der Diskussion und hoffen auf ihre kritischen Anmerkungen.“

„Darauf können Sie sich verlassen“, schließt Jens Kettelhöhn die erste Presseerklärung der neu gegründeten Bürgerinitiative Fort Biehler...

 
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