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Früher war halt alles annerster (I.)
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Früher war halt alles annerster (I.)

Kastel kann auf eine besondere wechselvolle Geschichte zurückblicken. An seinem Beispiel zeigt sich, daß Flüße und Ströme mehr ein verbindendes als ein trennendes Element sind.

So war „Castellum“ in der Römerzeit ein Brückenkopf, ein Vorposten für Mainz. Castellum Civitas stellte eine Verbindung zu den Siedlungen auf dem rechten Rheinufer her, so auch zu den von den Römern schon sehr früh genutzten Heilquellen im heutigen Wiesbaden.

Kastel ist die einzige Gemeinde in Hessen, die ihren Gründungsnamen im Grunde behalten hat. Das Leben am Rhein hat die Bewohner von Kastel geprägt, denn Siedlungen an den großen Strömen wurden von neuen Entwicklungen im guten wie im schlechten oft zuerst erfaßt.

So gesehen war der Rhein nie ein trennendes Wesen zu Mainz, sondern immer wieder ein Anlaß zum Brückenbau in des Wortes bester Bedeutung.

1885 wurde für 3,6 Millionen Goldmark die 550 Meter lange Brücke durch Großherzog Ludwig IV. von Hessen eingeweiht. Mit 1 PS ging es auf die Fahrtstrecke. Benzinprobleme kannte man noch nicht. Zwei Sack Hafer kosteten 68 Pfennige, damit war die Geschwindigkeit des Transportmittels vorgegeben. Der „Rheingauer-Hof“ gegenüber vom Kasteler Bahnhof war ein beliebtes Hotel bei Eisenbahngästen.

Um die Jahrhundertwende: Die Taunus-Eisenbahn, Strecken-Eröffnung Kastel - Wiesbaden fand am 10.März 1840 statt. Die Teilnahme an solchen Fahrten wurde zum gesellschaftlichen Ereignis.

Eine der ältesten Brauereien F.A. Diehl, seit 1660, mit Biergarten und Treffpunkt befand sich Mainzer Straße/ Ecke Kleine Kirchenstraße.

Metzgereien, Bäckereien waren reichlich vorhanden. Die Schmiede von „Schied Geis“, Foto Atelier, Fluss- und Seefischhandlung, Schreibwarengeschäft, Kaisers Kaffeegeschäft, Lebensmittel-Feinkost Richard Jost.

In der Witz traf man sich zum Einkauf und zur Unterhaltung. Man nahm sich dafür gerne Zeit! Ja das waren noch Zeiten. Der Ochsenbrunnen war schon früher ein Kasteler Ausflugsziel. Er wurde 1902 durch Biebrauer Adolf Busch als grottenartiges Gewölbe errichtet.

Am 1.April (!) 1908 fand die feierliche Eingemeindung nach Mainz statt. Folge, der Bau der Schule (heute Gustav-Stresemann-Schule). 1912 war der Rhein wieder mal zugefroren. Der „Fassbau auf dem zugefrorenen Rhein durch die bekannten Kasteler Küfermeister Karl- und Heinz Wagner, bewunderten viele Fußgänger vor Ort. Natürlich wurde dabei ausgiebig auf das prachtvolle Faß angestoßen. Man nützte die Gelegenheit auch zum Feiern.

In den 20er und 30er Jahren waren die „Kasteler Stammtische“ mit Würfel- und Kartenspielen und Kegelmeisterschaften sehr beliebt. In Alt-Kastel wurde in den Gaststätten und Wirtshäusern das Glas Bier zu 10 Pfennig ausgeschenkt und die Flasche Wein kostete 60 Pfennig. Zur damaligen Zeit gab es in Kastel 33 Gaststätten...

(Herbert Fostel) -Fortsetzung folgt-

 
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