Täglich aktuelle Nachrichten aus AKK, Mainz und Wiesbaden

Akk Zeitung

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Quo vadis „goldig Meenzer Fassenacht“?
E-Mail PDF

Quo vadis „goldig Meenzer Fassenacht“?

Der nachfolgende Leserbrief inspirierte mich zu diesem kleinen Vorauskommentar:

Meine Eltern nahmen mich immer mit zu den Kreppel-Kaffees und später auch zu Sitzungen. Dann kam die Zeit, als sich das Fernsehen der Fassenacht bemächtigte.

Von Jahr zu Jahr merkte man, daß die alten Abläufe geändert wurden und sich eine andere Art von Sitzungen herausbildete. "Fernsehsitzungen" eben, mit immer weniger Tradition und mehr Show als "Geist"...

Eine Bemerkung von Rolf Braun in einer TV-Sitzung sprach Bände: "Die hawwe mir en Zeddel gewwe wo druffsdeht was ich alles derf und was ich alles nit derf! ...den habb ich awwer fortgeschmisse!" Das Fernsehen nahm zunehmend also auch kräftig Einfluß auf die Beiträge...

Die Vereine taten wohl kaum viel um dem entgegenzuwirken, die Versuchung ins Fernsehen zu kommen ist wohl größer als die Narrenfreiheit und die Traditionen.

Ein weiteres Thema wäre die Kommerzialisierung in der Fassencht mit all ihren unschönen Auswüchsen, aber das ist ein anderes Thema, lesen Sie nun den Leserbrief, der ebenfalls Bände spricht:

Für die Korporationen als Veranstalter in der 5. Jahreszeit ist es ein Spagat zwischen „Moderne und Traditionellem“ bei ihren Sitzungen zu balancieren.

Der SWR setzte für die Aktiven in der TV-Übertragung „Mainz – wie es singt und lacht“ neue Richtlinien. Innerhalb weniger Tage mußten die Protagonisten völlig neue Vorträge, Tänze und Lieder einstudieren, um sie dann von der Generalprobe mal abgesehen, sozusagen per Kaltstart direkt vor einem Millionenpublikum zu präsentieren.

Nicht zu vergeßen, daß noch ein großer Teil der Redner, auch bei der TV-Live-Veranstaltung, die „goldische Fassenacht“ als Hobby betreiben. Zugegeben sind auch bei den „normalen Sitzungen“ von den Korporationen auch Halb-Profis, bzw. gestandene Entertainer, aus dem Show-Geschäft vertreten.

Im Gegensatz dazu ist erwähnenswert, daß viele Vereine strunzen können mit herrlichen Meenzer Kokolores, politisch-literarische Vorträge, mitreißenden Gesangsgruppen und tollen Ballettshows mit Bestnoten, die nach wie vor begeistern können.

Es sind eben  Hobbyfastnachter mit viel närrischem Herzblut. Das Markenzeichen der Mainzer Fastnachts-Hochburg! Lobenswert ist auch die Initiative dazu vom KCK mit seinem Fastnacht-Wettbewerb im Gardeheim der Kasteler Jocus-Garde, wo Talente gesichtet und gefördert werden.

Das ist und bleibt der nachhaltige Weg, die einzigartige „Meenzer Fassenacht“, abseits von verlockenden Fernsehgagen, weiterhin in all seinen vierfarb-bunten Facetten zu erhalten!

Vergessen wir nicht, daß das Experiment mit Otto Höpfner vor vielen Jahren, für die Fernsehsitzung, ein „grandioser Fehlschlag“ war. Die Programmgestalter des SWR sollten wißen, daß „Meenzer Fassenacht“ keine „Muppets-Show“ ist.

Herbert Fostel, Kostheim

 
Regionale Werbung
Banner

Diese Frage stellt sich

Welches Schiff fährt auf keinem Meer?
- Das Wüstenschiff

Banner