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In Memoriam zu 90 Jahren Rolf Braun
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In Memoriam zu 90 Jahren Rolf Braun

Unvergessener KCK-Ehrenpräsident Rolf Braun setzte Maßstäbe für Erfolge auf ganzer Linie. Am Samstag, 6. April, wäre der unvergessene, geniale und zielbewußte Mentor und Botschafter der Mainzer Fastnacht, Rolf Braun, 90 Jahre alt geworden.

Als Kasteler Bub wuchs Rolf Braun am Bäckerplätzche, dem heutigen Klober-Platz auf. Mit ihm ist die Erfolgs-Geschichte des KCK untrennbar verbunden.

Schon als Präsident der ersten Stunde gehörte er zu den Avantgardisten einer KCK-typischen Fastnacht.

Er war 50 Jahre grandios ihr Spiritus Rector und Spiritus familiares zugleich. Ausgestattet mit einer natürlichen Komik, begnadet mit den Künsten der Rhetorik und Mimik, und darüber hinaus befähigt, die innere Dynamik seiner schier unerschöpflichen Phantasie, durch ein mitreißendes Temperament und durchschlagende Überzeugungskraft nach außen hin fruchtbar werden zu lassen, hat er dem Club wesentlich Form und Inhalt gegeben.

Sei es als versierter Organisator und Ökonom im Stuhl des Club-Chefs, oder als stimmungsanheizender Präsident auf dem Sessel des Elferrates, als urkomisch mimender Scheierborzeler im Eröffnungsspielen und brillant parlierender Büttenredner, oder als ideenreicher Programmgestalter und Liederdichter.

Viele Rollen, verkörpert durch eine vielseitig begabte Natur, dem der Schalk gleichsam eines untrennbaren Organs im Nacken sitzt.

Ebenso wie der Narr nicht auf den Beifall seines Auditoriums verzichten kann, wäre auch der Präsident ohne die Übereinstimmung mit seinen Mitstreitern im Präsidium und Aktivenkreis ein brotloser Künstler.

Und so gehörte es auch zu den Geheimnissen seines Erfolges, daß er nicht nur denkender und lenkender Initiator, sondern auch der gute Geist und Vertraute seiner verschworenen Club-Familie war. Das Genie Rolf Braun war für den KCK und die TV-Fastnacht ein Glücksfall. Er war einer der besten Sitzungspräsidenten aller Zeiten.

50 Jahre beim KCK, 35 Jahre bei der Fernseh-Sitzung aktiv. 1990 moderierte der KCK-Präsident im ZDF „Die Narren sind los,“ „Karneval von Nord bis Süd.“ Idee und Konzept stammte von Rolf Braun, was gute Resonanz fand.

In seinem Leben hat Rolf Braun über 250 Fastnachtssitzungen geleitet. Dank seiner Initiative startete der Club 1948 in seinem Clubheim, im ehemaligen Heeresbekleidungsamt am Philippsring, in der Turnhalle der Kasteler Volksschule am Ludwigsplatz, im Bürgerhaus Kastel, mit den legendären Nachthemdensitzungen, einer Form der Herrensitzung, die über die Grenzen von Kastel Berühmtheit erlangten. Auch als Couplet- und Clubsänger sorgte Braun für Lachsalven.

Ob in den einzigartigen Nachthemdensitzungen, den Prunkfremdensitzungen des KCK, oder bei den stimmungsvollen Fernsehsitzungen „Mainz wie es singt und lacht,“ hier wie dort setzt Rolf Braun der tristen Welt immer wieder funkelnde närrische Glanzlichter auf.

Der KCK gehört zur Fastnachtselite, die seit 1965 bis zu heutigen Zeiten aktiv beteiligt ist, auch ab 1973, als die beiden Sitzungen „Mainz wie es singt und lacht“ und „Mainz bleibt Mainz“ zusammengelegt wurden durch ZDF und ARD-SWF.

1963 war zum ersten Mal der Südwest-Hörfunk zu Gast beim KCK.  Der KCK-Primus Rolf Braun machte durch die Eurovisionsschaltungen den Namen Kastel auch in Europa bekannt. 1966 war Braun maßgeblich in der Fernseh-Sitzung „Mainz bleibt Mainz“ integriert. Mit 68 % Sehbeteiligung wurde die Live-Übertragung zu der beliebtesten Unterhaltungssendung im ZDF!

Neben vielen hohen Auszeichnungen, darunter der Ehrenring der Landeshauptstadt Mainz, erhielt der Kulturschaffende und sozial engagierte Rolf Braun den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland durch den Bundespräsidenten Roman Herzog in dessen Berliner Amtssitz „Schloss Bellevue.“

Auf sozialem Gebiet wurde u.a.unterstützt: „Aktion Sorgenkind-,  „SOS-Kinderdorf“ und „ZNS:“ Das beispielhafte Engagement für soziale Zwecke wird auch weiterhin beim KCK gefördert.

Hunderte Orden, die Rolf Braun seinem KCK stiftete, sind an einer Glaswand in den Clubräumen ausgestellt. Das Prunkstück ist sein persönlicher Orden „3X11 Jahre“ mit Konterfrei und signiert.

Seit 1978 gehört das von Rolf Braun verfaßte populäre Club-Motto: „Rechts des Rheins ist auch noch Mainz“ zum Symbol. Auch als Autor konnte die KCK-Ikone in den 60er und 90er Jahren punkten. (Die Bücher sind vergriffen.)

Sein Markenzeichen war die dicke schwarze Hornbrille, die ihn auch unter der Narrenkappe immer präsidial wirken ließ. Diese ist auch sichtbar in einer Skulptur, die der KCK anlässlich seines 50. Jubiläum, auf Initiative von Rolf Braun im Mainzer Stadtpark, Nähe des Parkhotel Favorite, stiftete. Es soll die Verbundenheit vom KCK zwischen den Menschen links und rechts des Rheins und der Vaterstadt Mainz manifestieren.

Anläßlich des 70-jährigen Club-Jubiläums wurde am 7. Januar 2017 durch Präsident Prof. Dr. Dirk Loomans mit Präsidium, im Beisein von Frau Leni Braun, das bisherige KCK-Domizil in der Mainzer Straße gebührend zum „Rolf Braun-Haus“ ernannt. Eine bekennende Reverenz an ihren verdienstvollen Ehrenpräsidenten Rolf Braun, der auch nach 90 Jahren in leuchtender Erinnerung für alle KCK-Zeiten bleiben wird.

(Herbert Fostel) - Foto: KCK-Archiv, Harry Braun

 
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