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Wein- und Kulturreise des VBW Hochheim
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Wein- und Kulturreise des VBW Hochheim

Nach 10 Jahren Pause hat das Volksbildungswerk Hochheim am vergangenen Samstag wieder eine Wein- und Kulturreise angeboten.

Unter der fachkundigen Organisation von Petra Schubert und Jürgen Lüttges vom Weinfreundeskreis Hochheim fuhren 22 Teilnehmer an die Mosel um die dortige Kulturlandschaft sowie zwei Weingüter zu besuchen.

Unter dem Motto „Tradition auf junge Art“ hatten die Organisatoren Weingüter ausgesucht, in denen der Weinbau bereits seit dem 16. Jahrhundert betrieben wird und die von gut ausgebildeten jungen Winzern geführt werden.

Bereits auf der Hinfahrt wurde den Teilnehmern von den Organisatoren zahlreiche Informationen zum Anbaugebiet Mosel sowie den besuchten Orten und Weingütern geliefert.

Durch ein Unwetter, das am Vorabend die Region Zell heimgesucht hatte, war es deutlich kühler als die Tage zuvor. Die negative Seite dieser Niederschläge erfuhren die Teilnehmer jedoch auch gleich beim ersten besuchten Winzer. Gerrit Walter vom gleichnamigen Weingut begrüßte die Reisegruppe mit einem Riesling-Sekt und berichtete von den Schäden, die in seinen Weinbergen zu verzeichnen sind.

Das genaue Ausmaß der Schäden konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht beziffern, aber ca. 20 Prozent der Rebfläche waren von dem Unwetter betroffen. Zu den weiteren Weinen von Weißburgunder und Riesling erläuterte der Winzer die Qualitätspyramide des Weinguts, die sich an den Vorgaben des VDP orientiert, sowie die Besonderheiten des Weinbaus an der Mosel.

Nach dem letzten Wein, einem leichten Riesling Kabinett mit Restsüße, lud Walter die Teilnehmer zu einer Führung durch den Betrieb ein. So lernten die Besucher die Traubenannahme und -verarbeitung, die Abfüllung, den Versand und das Flaschenlager kennen.

Nach dieser Führung kehrte man zurück in die Vinothek, wo mittlerweile ein kleiner Mittagsimbiß auf die Teilnehmer wartete. Hierzu konnte man die restlichen Weine oder gerne auch einen anderen Wein aus dem Sortiment probieren. Flugs wurden von Gerrit Walter die bestellten Weine verpackt und schon ging es moselaufwärts Richtung Traben-Trarbach.

Petra Schubert lieferte umfangreiche Informationen zur Stadtgeschichte Traben-Trarbachs sowie den Sehenswürdigkeiten der Stadt. An der Tourismusinformation im Stadtteil Traben traf man auf Rolf Zang, einen Stadtführer, der sich vor einigen Jahren daran gemacht hat, die alten Weinkeller des Ortes bei den Eigentümern zur Besichtigung freizugeben.

Somit kann man heute zahlreiche dieser Keller kennenlernen und in einem ist es sogar möglich zu heiraten. Zang erläuterte den Besuchern den Hintergrund der weitläufigen Keller, denn zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Traben-Trarbach die zweitgrößte Weinhandelsstadt nach Bordeaux.

Besonders am Herzen lag Zang der Wein-Nachts-Markt in diesen Kellern, der stets im Winter vom 1. Advent bis zu 1. Januar stattfindet. Der kurzweilige Vortrag wurde von zahlreichen Anekdoten und Bonmots begleitet und man hätte ihm noch sehr viel länger zuhören können.

Am Bus angekommen wurde es naß und die Teilnehmer waren froh nun eine etwas längere Fahrt bis nach Brauneberg vor sich zu haben. In dieser Region hatte der preußische Staat bereits 1868 eine Lagenklassifikation eingeführt, um dadurch höhere Steuereinnahmen (!) generieren zu können.

Darüber hinaus erfuhren die Teilnehmer, daß es in Brauneberg neben einer historischen Kelteranlage auch eine Simultankirche gibt, die von beiden Konfessionen gemeinsam für ihre Gottesdienste genutzt wird. Das Besondere daran ist jedoch, daß der Kirchenraum seit 1957 durch eine Mauer im Verhältnis 1 zu 2 getrennt ist.

Im Weingut Conrad wurde die Gruppe von Martin Conrad begrüßt, der seinen Betrieb und die Weine präsentierte. Die Reihenfolge war der ersten Probe sehr ähnlich, auch stand am Anfang ein Weißburgunder gefolgt von trockenen und halbtrockenen Rieslingen sowie einem restsüßen Riesling zum Schluß.

Dazu erläuterte Conrad seine Philosophie und das spezielle Terroir der weltberühmten Lage „Brauneberger Juffer“ mit dem Filetstück „Sonnenuhr“, aus dem er ein großes Gewächs präsentierte. Auch hier wurden die Besucher durch die Arbeits- und Lagerkeller geführt und bekamen reichlich Auskunft auf ihre Fragen.

Anschließend ging man über die Straße in das Restaurant „Brauneberger Hof“, wo man bei einem moselländischen Eintopf den Tag ausklingen ließ. Die Heimfahrt hatte dann wieder abwechslungsreiches Wetter zu bieten und am heimischen Weinprobierstand angekommen ließen es sich einige Teilnehmer nicht nehmen, noch ein Piffchen Hochheimer bei den Winzern von Mainwerk zu sich zu nehmen.

Es bleibt zu hoffen, daß Petra Schubert und Jürgen Lüttges ihre Ankündigung wahr machen und in Zukunft mehr solcher Fahrten anbieten. Die Teilnehmer der Moselfahrt würden sich darüber jedenfalls freuen.

 
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