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Das Kasteler Ostfeld hätte nie geplant werden dürfen!
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Das Kasteler Ostfeld hätte nie geplant werden dürfen!

Hände weg von Os/Ka verärgert über offensichtliche Nachläßigkeiten bei den Projektverantwortlichen. Die Hälfte des Planungsgebiets ist unbebaubar

„Stopt die Planung! Jetzt! Es wurde bereits zu viele Planungskosten versenkt!“, zeigt sich Gottfried Schmidt, Sprecher der Os/Ka Initiative, verärgert.

Die Nähe zur Airbase Erbenheim ist für uns seit Anbeginn ein K.o.-Kriterium für das Irrsinnsprojekt Ostfeld, für die SEG und das Stadtplanungsdezernat offensichtlich nur ein lästiges Hindernis, das es nicht mal gebührend zu untersuchen gilt.

Wir sind sehr dankbar, kompetente Bürger an unserer Seite zu wißen, die offenkundige Schlampereien aufdecken und benennen.

Michael Dirting, Flugkapitän a.D. und Fluglärmexperte, zeigt erneut gravierende Fehler und –zumindest– Nachlässigkeiten bei den Voruntersuchungen zur städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) Ostfeld in Sachen Nähe zur Airbase auf.

Dirting: „Schon am 15. September 2011 beschloßen die Bund/Länder-Vertreter für Immissionsschutz weitreichende Vorgaben zur Siedlungsentwicklung an Flughäfen. Das Ziel war, bei Planungen einen ausreichenden Abstand zwischen dem Gelände des Flugplatzes und zukünftigen Gebieten, die dem Wohnen dienen, zu gewährleisten.

Die beschloßenen Vorgaben sollen in besonderem Maße die von Flugplätzen ausgehenden Geräuschbelastungen in Landesentwicklungs-, Raumordnungs- und Regionalplänen berücksichtigen.

Vor Ort ist die Bauleitplanung angehalten, solche Gebiete, wie die näher definierten, recht moderaten Prognosewerte in 10 Jahren überträfen, als Siedlungsgebiet auszuschließen. Was wirklich skandalös ist: Für die Planung des Ostfeldes wurden und werden diese Vorgaben nie erwähnt, sie tauchen nirgends auf!“

Weder in den Voruntersuchungen, noch in den aktuellen Sitzungsvorlagen für die SEM wird sich mit den harten Vorgaben auseinandergesetzt. Den Stadtverordneten und ganz Wiesbaden werden sie schlicht vorenthalten.

Schmidt: „Es ist unvorstellbar, daß der zuständige Dezernent oder die mit der Planung betraute SEG diese Bestimmungen nicht gekannt haben. Oder ich will es mir nicht vorstellen. Wenn doch, ist es bewußte Irreführung. Man befürchtet zu Recht, daß dieser Schutz der Wohnbebauung vor Fluglärm das Projekt zu Fall bringt.“

Bei der Würdigung und Berücksichtigung der Meß- und Abstandswerte müßte laut Dirting rund die Hälfte der 67 ha Ostfeld-Projektfläche von Bebauung zum Schutz vor Fluglärm freigehalten werden. Und das Absturzrisiko sei „noch nicht mal eingepreist“.

„Spätestens jetzt“, so fordert Schmidt, „ist die höchste Zeit zur Umkehr. Die Planungskosten bis hier her sind verloren. Wenn jetzt nicht das Projekt gestoppt wird, stehen durchaus relevante Vorwürfe und Schadensersatzansprüche im Raum, dann wird es richtig unschön. Kehrt um. Zeigt Größe. Treibt Wiesbaden nicht in den nächsten Skandal!“

(Dr. Gottfried Schmidt)

 
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