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Kasteler Ostfeld/Kalkofen: Gutachten ist für Mainz offenbar kein „sachverständiger Nachweis“
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Kasteler Ostfeld/Kalkofen: Gutachten ist für Mainz offenbar kein „sachverständiger Nachweis“

Stadt Mainz wartet noch immer auf Nachweis zur Unbedenklichkeit für lokales Klima – Wiesbadener Stadtpolitiker ignorieren nachhaltig die Fakten der unabhängigen KlimPrax-Studie

Warum versteht Mainz, was Wiesbaden offensichtlich nicht verstehen will – Was läuft da schief zwischen Mainz und Wiesbaden?

Selbst Wiesbadener Ortsbeiräte verschließen die Augen vor den Tatsachen. So hat am 23. September der Ortsbeirat Kostheim den Antrag der Fraktion AUF weggestimmt, Informationen über die klimatischen Auswirkungen des geplanten neuen Stadtviertels einzufordern.

Vorausgegangen war eine nicht sachgerechte Diskussion im Ortsbeirat, die sich jedenfalls nicht um die Auswirkungen des Klimawandels oder die Ergebnisse der KlimPrax-Studie drehte.

In der vorangegangenen Sitzung des Ortsbeirats war der Antrag sogar von der Tagesordnung gestrichen worden – ein völlig unüblicher Vorgang. Ganz nach dem Motto: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Das dürfte aber nur solange gelten, bis die ersten Bauten auf dem Ostfeld auch den AKK-Gemeinden die Kaltluftzufuhr abriegeln.

Mainzer Stadtpolitiker und offenbar selbst der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling nehmen eine kritische Sicht auf die Planungen zum neuen Wiesbadener Stadtteil Ostfeld/Kalkofen ein. Auf der Wiesbadener Seite des Rheins wird Kritik am Projekt dagegen systematisch vom Tisch gewischt. Es scheint, als werde der Verstand durch politisches Kalkül ausgeschaltet. In diesem „Dilemma“ stecken die Mainzer Politiker zugegebenermaßen nicht, denn sie haben nichts von der Bebauung des Ostfelds – außer schlechter Luft.

Schwerste Bedenken haben unter anderem die beiden grünen Ortsvorsteher Dr. Brian Huck (Altstadt) und Christoph Hand (Neustadt) zum Ostfeld vorgebracht: Die Frischluftzufuhr von Kastel ist über den Rhein hinweg für die Mainzer Alt- und Neustadt von Bedeutung. Durch die Bebauung des sogenannten „Ostfeldes“ ist sie bedroht, beklagen die beiden Mainzer Ortsvorsteher unter Verweis auf die klimatologischen Untersuchungen der unabhängigen KlimPrax-Studie für Mainz und Wiesbaden.

Die Stadt Mainz hat daher den Nachweis erbeten, daß diese Kaltluftströmungen durch die Neubebauung um nicht mehr als 10% verringert werden. Dieser Nachweis bleibt noch aus. Das bestätigte auch der Mainzer Oberbürgermeister Ebling auf eine Anfrage der ÖDP-Fraktion im Mainzer Stadtrat am 23. September: Die von der Stadt Mainz angeforderten Nachweise (dass keine erhebliche Beeinträchtigung des lokalen Klimas zu erwarten ist) liegen nicht vor.

Während Wiesbadener Politiker schlichtweg zu unterstellen scheinen, daß es keine Beeinträchtigung gebe, fordert die Stadt Mainz „sachverständige Nachweise“. Das zum Beweis der angeblichen Unbedenklichkeit immer wieder angeführte Gutachten der, von der Wiesbadener Stadtentwicklungsgesellschaft SEG beauftragten, Firma GeoNet scheint für die Mainzer also kein „sachverständiger Nachweis“ zu sein. Wenn das die Sicht der Stadt Mainz ist, teilt das Bündnis Stadtklima sie uneingeschränkt.

 
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