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Flatterulmen an der Lesselallee doch nicht die richtige Wahl?
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Flatterulmen an der Lesselallee doch nicht die richtige Wahl?

Schnittmaßnahmen an den Flatterulmen

Während der regelmäßigen Durchführung der Bewässerung von Jungbäumen sind städtischen Mitarbeitern im Juni dieses Jahres Trockenerscheinungen an den jungen Ulmen, hier Flatterulmen (lateinisch Ulmus laevis), aufgefallen.

Es handelte sich um etwa zehn Bäume, die akute Rücktrocknungen im Oberkronenbereich aufweisen. Auffällig war, dass die trockenen Triebe keinen Verlust der welken Blattmasse aufwiesen.

Die Flatterulme ist eine Baumart, die eine gute Anpassung an die veränderten klimatischen Bedingungen besitzt und eine ausreichende Verträglichkeit gegenüber  periodischer Überschwemmung und Staunässe aufweist. Des Weiteren wird dieser Ulmenart eine höhere Resistenz gegenüber dem Ulmensplintkäfer zugesprochen.

Zusammen mit einem Sachverständigen für Pflanzenschutz wurden Proben entnommen und zur Analyse in ein anerkanntes Labor gesendet. Am Mittwoch, 28. Juli, erhielt das Grünflächenamt die Auswertung der Untersuchungsergebnisse und die entsprechenden Empfehlungen zum weiteren Umgang mit dieser Situation.

Labortechnisch konnten keine parasitären pilzlichen Schaderreger festgestellt werden. Der Sachverständige erläuterte, dass aufgrund der Schadsymptomatik das Ulmentriebsterben (lat. Ceratocystis ulmi) nicht ausgeschlossen werden kann. Er empfiehlt, die welken Triebe bis in das gesunde Holz einzukürzen, um eine schnelle Verteilung des Pilzes im Holz abzuschwächen.

Das Ulmensterben ist eine durch Schlauchpilze der Gattung Ophiostoma verursachte und durch den Ulmensplintkäfer verbreitete Krankheit, welche die meisten europäischen Ulmen befällt. Als Abwehrreaktion auf den Pilzbefall verschließt die Ulme ihre Gefäßbahnen und vertrocknet aufgrund des eingeschränkten Wassertransportes im Baum. Nachweisbar ist dies mit einer ringförmigen Braunfärbung im Holzquerschnitt.

Um dieser Krankheit auf der Lesselallee entgegenzutreten, wurden am Donnerstag, 5. August, Schnittmaßnahmen durch die städtische Baumkolonne vorgenommen. Alle vertrockneten Triebe wurden bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten, von der Fläche entfernt und fachgerecht entsorgt, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Die dabei entstandenen Schnittflächen stellen oftmals große Wunden dar. Die Bäume befinden sich in der Jugendphase, weisen einen guten Vitalitätszustand auf und besitzen ein gutes Abschottungs- und Regenerationsvermögen. Der Baum ist in der Lage, diese Schnittstellen in den kommenden Jahren zu überwallen und das Eindringen von Fäulen zu verhindern.

Zwei Ulmen wiesen bereits so starke Rücktrocknungen auf, dass die gesamte Krone entfernt werden musste. Während der Schnittmaßnahmen wurde festgestellt, dass der Befall des Pilzes bis ins Stammholz vorangeschritten war. Eine Fällung der Bäume war unumgänglich, um die Verbreitung des Pilzes einzudämmen.

Die Bäume werden regelmäßig kontrolliert und die Entwicklung dokumentiert. Ophiostoma novo-ulmi  hat die Eigenschaft, nach einem Erstbefall langfristig Bäume zu schädigen - ohne erneuten Eintrag des Pilzes. Da eine Bekämpfung der Splintkäfer in Alleen pflanzenschutzrechtlich nicht möglich ist, kann eine weitere Verbreitung der Krankheit nicht ausgeschlossen werden.

Das zurückliegende Frühjahr mit langanhaltenden Feuchtperioden trug maßgeblich zur Steigerung der Infektionsaktivität bei. Die Förderung der Vitalität der Bäume stellt einen wichtigen Faktor zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung einer Schädigung durch das Ulmentriebsterben dar. Eine weitere Untersuchung der Bäume wird im Herbst vorgenommen, um einen schnellen und fachlich richtigen Umgang mit der Krankheit zu gewährleisten und einen langfristigen Erhalt der Bäume zu ermöglichen...

(Wir meinen: "Jajaja...")

 
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