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„Dark Eagle“ über Kastel?
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„Dark Eagle“ über Kastel?

DIE LINKE Auf Pressemeldungen über die Stationierung zusätzlicher US-amerikanischer Militäreinheiten in Kastel hin hat die Stadtverordnete Brigitte Forßbohm, der Stadtfraktion DIE LINKE. Wiesbaden, mehrere Fragen an OB Gert Uwe Mende gestellt.

Dieser berichtet, dass Meldungen, nach denen neue bodengestützte Langstreckenwaffen vom Typ „Dark Eagle“ in Wiesbaden stationiert werden könnten, seitens des Headquarters der US Army Europe und Africa dementiert worden seien.

Einzelheiten über Aufgaben der im September 2021 in Erbenheim in Dienst genommenen „Second Multi-Domain Task Force“ mitzuteilen, sei den Verantwortlichen der US Army allerdings untersagt. Es handele sich um Unterstützungseinheiten der US- beziehungsweise multinationalen Landstreitkräfte für strategische Planungen.

Mittlerweile ist durch weitere Recherchen bekannt geworden, dass Hyperschallraketen, wenn, dann eher nicht in Kastel, sondern andernorts stationiert würden. Diese Waffen sind, installiert auf geeigneten Fahrzeugen sowieso mobil einsetzbar. Dies ist allerdings kein Grund zur Beruhigung, denn nach den Ausführungen des Headquarters sind die Planungs- und Kommandostrukturen in Wiesbaden konzentriert.

Nach Aussage des Verteidigungsexperten Marco Overhaus vom Institut für Internationale Politik und Sicherheit in Berlin gegenüber dem hr mache es aus Sicht des US-Heeres wenig Sinn, landgestützte Raketen oder Hyperschallwaffen mit einer mittleren Reichweite zu entwickeln, wenn diese nicht auch in Europa stationiert werden sollten.

Es wurde gegenüber dem Oberbürgermeister bestätigt, daß die US Army am 8. November 2021 das 56. Artilleriekommando mit Sitz in Kastel reaktiviert hat. Das „56th Field Artillery Command“ war „von 1986 bis 1991 als Pershing Headquarters im aktiven Dienst in Europa stationiert und wurde nach der Unterzeichnung des Vertrages über die Abrüstung nuklearer Mittelstreckenraketen außer Kraft gesetzt, heißt es in der Beantwortung der Anfrage der Stadtfraktion.

Was die angekündigte Stationierung zusätzlicher Soldaten und ihrer Familien betrifft, so werde sich deren Zahl nur unwesentlich von derzeit 12.500 auf 13000 bis 14.000 erhöhen. Für alle stünden Wohnmöglichkeiten in amerikanischen Liegenschaften zur Verfügung. Auch sei mit erhöhten Lärmemissionen und Verkehrsbewegungen nicht zu rechnen.

Der Oberbürgermeister führt weiter aus, daß der Magistrat Sorgen und Ängste der Bevölkerung in Bezug auf die Stationierung von Hyperschallraketen nachvollziehen könne. Er habe deshalb Bundesverteidigungsministerin Lamprecht angeschrieben, mit der Bitte, sich bei ihren amerikanischen Amtskollegen nach den Plänen des Pentagon zu erkundigen.


Die Stadtfraktion Wiesbaden, bedauert, daß nach Hoffnungen auf eine Beendigung des Kalten Krieges mit der Aufkündigung des INF-Vertrags (Intermediate Rang Nuclear Forces Treaty) durch Donald Trump der Ost-West-Konflikt wieder an Fahrt aufnimmt.

Dadurch läuft Europa wieder in Gefahr, zum Austragungsort militärischer Auseinandersetzungen zu werden. „Genau dagegen hat die Friedensbewegung der 1980er Jahre demonstriert – dazu darf es nicht wieder kommen!“, betont der Stadtverordnete und Ortsvorsteher Hartmut Bohrer...

 
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