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KCK-Fenstersitzung erreicht neue Dimensionen
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KCK-Fenstersitzung erreicht neue Dimensionen

Einen spektakulären närrischen Paukenschlag, erstmals in der Fastnachtshochburg Mainz konnte der KCK, mit Herz und Leidenschaft, zu seinem 75-jährigen Jubiläum mit der „Fenstersitzung“ im Hyatt Regency Hotel sensationell auslösen.

Auch bei klirrender Kälte mit minus 10 Grad-Außentemperatur war das Stimmungshoch der 180 anwesenden Gäste nicht zu bremsen. Im Außenbereich, gut verpackt mit viel Fassenachts-Flair, auch in den närrischen „Chambre-Separees“ (Hotel-Zimmer) wurde bei offenen Fenstern geschunkelt und mit bunten „Leucht-Kreiseln“ stimmungsvolle Signale gesetzt. Das KCK-Komitee wurde diesmal in beheizten Turbos platziert.

Für’s „Warm-Up“ sorgte trotz Kälte die KCK-Sitzungskapelle „Sound Check“, die auch erstmals bei der Fernseh-Sitzung „Mainz bleibt Mainz wie es singt und lacht“ präsent sein wird.

Zum Einzug präsentierte sich zu Narrhalla-Marsch-Klängen der Spielmanns- und Fanfarenzug der Mainzer Ranzengarde, unter Leitung von Andreas Bierkandt. Auf einer überdachten „KCK- Bühne“ begrüßte Sitzungspräsident Bardo Frosch die erwartungsvolle Besucherschar von rechts und links des Rheins und sogar aus Hanau.

Begeisterte Ehrengäste waren vor Ort, Oberbürgermeister Michael Ebling und Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz. Bardo Frosch konnte auch als Moderator mit einem fabelhaften KCK-Programm der Superlative punkten. Als temperamentvoller singender „Eisbrecher“ war Stefan Persch dazu prädestiniert, u.a. mit „Unser Fassenacht ist so schee hier beim KCK zu 75 Jahr.“

Bardo Frosch, als Chef des Protokolls, war ein Highlight aus der Bütt. Mit pointierten Nadelstichen wurde das aktuelle Zeitgeschehen zutreffend attackiert. Dazu zählten Covid, Corona und die vergangene Bundestagswahl. „Dazu ist die Ampel frisch gewählt, auf die nun unser Deutschland zählt. Mer sind gespannt, mir sehes bald, klappts nit, dann wird se abgeschalt!
Dazu gibt’s was Neues, bitte sehr, statt Ampel mal en Kreisverkehr!“

Zur Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche: „ Drum wünsch ich mir, wär es doch wahr, Meenz wäre Rom, wie wunderbar! Es würde alles uffgedeckt, auch nix vertuscht und nix versteckt. Das wär Papst Peter von Meenz am Roi! So macht’s wieder Spaß katholisch zu soi“, zu Karl Lauterbach mit seinen Impf- Appell: „ Corona Karl, du Matador mit dir wird’s wieder wie zuvor. Das Virus werden wir besiege und gern zurück nach China fliege“.

Erstmals beim Protokoll gab es einen Hauch von Moritatensängern, die ihren Vortrag damals mit Bildern dazu veröffentlicht haben. Dies hatte Bardo Frosch inspiriert, seinen Vortrag durch Karikaturen von Guntram Eisenmann zu ergänzen! Die „Alternativen Bänkelsänger“, Wolfgang Heitz und Claus Eckert, konnten wieder vortrefflich über viele Ungereimtheiten im politischen Umfeld mit ihren Gesangs-Parodien brillieren, u.a. daß „Dagobert Ebling“ ab sofort täglich in seinem Geldspeicher badet.

Als Max und Moritz, Hansi- und Christian Greb, gab es einen packenden Polit-Rundumschlag auch über Kirche die Mainzer Milliarde mit der Eingebung: „Man könnte im Sommer beispielweise aus dem Fastnachtsbrunnen ohne Bosse, kein Wasser, nein Wein fließen losse, tosende Beifallskundgebungen auslösten.

Mitreissend waren die Fassenachts Sounds von den „Kapell- Mainzer“, Thorsten Ranzenberger und Christoph Ludwig. Nicht fehlen durften dabei die Mini-Schwellkoppträger.

Umwerfende Situationskomik berauschte die Narrenschar. Auslöser waren Horst Sieghold und Pit Kark, die mit ihrem Kokolores, Lachsalven in Folge verursachten. Zuständig dazu waren „Alkoholiker Herr Filzbacher“ „Hackevoll durch die Palz, noch en Schoppe in de Hals“ mit „Dr. Fred von der Flachzange“. Beide Erz-Komödianten wurden durch den KCK-Präsidenten Prof. Dr. Dirk Loomans, im Namen des Präsidiums, zu KCK-Ehrenkomiteetern berufen.

Die gefeierten Altrheinstromer des KCK, Uwe Hager, Thomas Wucher, Andreas Mayer, konnten als „Gratulanten“ ein gesangliches Feuerwerk abbrennen. Dazu gehört ihr Bekenntnis: „Aber Dich Fassenacht gibt’s nur einmal für mich“. Es folgten ihre Stimmungs-Hits u.a. „Echte Määnzer sind einfach wunderbar“, „Im Weltall is de Woi all“ und passend legitimiert zum Rhein-Ambiente durfte auch „Schiffche-Schiffche-Bootche“ nicht fehlen.

Ein umjubelter Höhepunkt war der Auftritt der KCK-Symbol-Figur, Johannes Bersch, als „Moguntia“. Mit blonder Lockenmähne und feinem Gewand servierte er aus dem närrischen Streitwagen einen Pointenmix aus Ironie und Sarkasmus, was bei den Besuchern immer wieder Begeisterungsstürme hervorrief. „Die Queen. Bei ihrer Krönung war das Tote Meer noch krank“.

Zu Altkanzler Schröder: „Der hantiert mit russischen Gas. Das ist leicht entzündlich, daher vermeidet er offenbar jeden Funken Anstand“. Herrlich seine Erkenntnis: „ein Pessimist stellt fest: Schlimmer kann es net mehr komme“. Ein Optimist: O doch…!“

Zu modernen stimmungsvollen Weisen sorgte das Gesangstrio „Hübsche Bübcher“ für Furore. Das KCK-Präsidium überreichte den jungen „Himmelsstürmern“-Tobias Keil, Johannes Christ, Manuel Christ, die „Aktiven-Kappe des Clubs“. Hier zeigt der KCK vorbildlich Flagge für zeitgemäße Talentförderung!

Wie eh und je präsentierte sich das KCK-Hofballett „Fit for Dance“, unter Leitung von Katrin de Jong, Sarah Wenselowski, Conny Walter. Zu ihrer Ballett-Show, in betörendem Outfit waghalsiger Akrobatik und phantastischer Choreographie, wurde die Narrenschar in einen bunten Spielzeugladen entführt.

Alexander Leber war in närrischer Hochform. Mit viel Kritik gegen WhatsApp, die Nachbarschaft und den Verfall des Dialekts: „Auch Bagage, dieses Wort steht in Frage. Nur Schiffschaukelbremser, das darfste noch sage!“

Beim KCK zog das Kabarett-Genie Roman Chormann, als „Eskalationstrainer, alle Register, mit seinem unverkennbaren Pfälzer-Dialekt, mal bißig, mal nostalgisch. Umwerfend seine gesangliche Einlage: „Du bist doch so blöd, wie es fast nur noch geht, wie Fassenacht….“. Mit Schnaps und klammen Fingern gegenüber der Kälte sorgt er im Minutentakt für Brüller.

Zu den Corona-Zahlen: „Seit 104 Wochen stimmen montags die Zahlen nicht. Ich geb‘ meine Steuererklärung jetzt immer montags ab“, war seine Erkenntnis dazu. Das am besten aus dem Homeoffice, „der Neuentdeckung der Verwahrlosung“.

Zum stimmungsvollen Finale traten auch die „Eisbären“ in ihren beneidenswerten warmen Fellen auf. Leitung Christopher Ludwig und Timo Brandmüller. Es wurde ein Fassenachts-Medley vom Feinsten geboten.

Für das hochkarätige Programm war Vize-Präsident Werner Böttner zuständig. Für Regie und reibungslosen Ablauf sorgten Stefan Grundel mit Technik und Bühnenteam (TuB). Die KCK-Fenster-Sitzung wurde auch über die Plattform Mainzplus digital gestreamt.

(Herbert Fostel) - Foto: Marita Klemt

 
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