Täglich aktuelle Nachrichten aus AKK, Mainz und Wiesbaden

Akk Zeitung

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Geschäftsanzeigen und Empfehlungen aus der Region
2022 - Das Jahr des Wassers
E-Mail PDF

2022 - Das Jahr des Wassers

Niedrigwasser und Hochwasser setzten den Kastelern oft sehr zu

Jährlich ist an den Ufern des Rheins mit Hochwassern zu rechnen. So ist es heute und so war es schon seit Jahrhunderten, als der Mensch in Ufernähe seine Häuser errichtete.

Bereits aus alten Aufzeichnungen geht hervor, daß Kastel oft vom Hochwasser geplagt war. Aber auch extrem niedrige Wasserstände waren zu verzeichnen.

Hier beklagten die Kasteler Färcher, daß sie mit ihren Kähnen und Booten nicht fahren konnten. Der Mensch konnte nicht mehr von einem Ufer zum anderen gebracht werden.

Auch der Frachtverkehr war dadurch unterbrochen. Der Verlust an Fahrgeld war groß, was für ihre Familien immer wieder „Hunger“ bedeutete.

Berichtet wird, daß im Jahr 987 eine gewaltige Überschwemmung Kastel sehr zusetzte. 1060 herrschte große Kälte und zum Ende des Winters gab es große Überschwemmungen, ebenso im Jahr 1086.

In einer alten Kasteler Chronik wird berichtet, daß im Sommer 1137 das Wasser so flach war, daß man zu Fuß durchwaten konnte.*

Im Gegensatz dazu richtete im Jahr 1150 das Wasser großen Schaden in Kastel an. Von extremem Niedrigwasser wird im Jahr 1292 berichtet. Man konnte mit beladenen Wagen von Mainz nach Kastel fahren*.

Von einem hohen Wasserstand wird immer wieder berichtet. Aber der Rhein blieb in seinem Flussbett. 1342 trat der Rhein über das Ufer und richtete hohen Schaden an so berichten alte Unterlagen, daß Keller von Wasser vollgelaufen waren.

Im Jahre 1448 war bereits Anfang des Winters bis nach Ostern das Wasser so flach, dass man von Mainz nach Kastel durchschreiten konnte*.

1497 war der Rhein zugefroren, weshalb beim Auftauen im Frühjahr ein großes Hochwasser entstand. 1540 im Sommer war die Hitze unwahrscheinlich groß. 19 Wochen lang fiel kein Regen. Das Getreide auf den Feldern vertrocknete und für den kommenden Winter war eine Hungersnot angesagt*.

Vom 7. Dezember 1564 bis 10. Februar 1565 schneite es an 23 Tagen, ohne dass der Schnee zwischendurch abtaute. Eine dicke Eisschicht bedeckte den Rhein, über die man mit Pferdewagen von Mainz nach Kastel gelangen konnte.

Am 5. März 1565 erreichte der Rhein ein Rekordhoch. Man sprach von der kleinen Eiszeit des 16. Jahrhundert. 1566 war der Rhein im Frühjahr bedeutend über seine Ufer getreten. Das Wasser stand bis in die Stadthausstraße in Kastel, der heutigen Rathausstraße. Im Herbst dagegen war dann ein extrem niedriger Wasserstand zu verzeichnen. 1573 wieder große Hochwasser.

1662 bis 1663 dauerte die Kälte von Dezember bis in den Mai. 1784. Das Flussbett reichte nicht mehr aus, die ganzen Wassermassen zu fassen. Der Rhein trat über seine Ufer. Da Gefahr durch Treibgut bestand wurde die Schiffsbrücke komplett abgefahren.

1882 Rheinhochwasser. Bis in die Kühgass (heute Zehnthofstraße) stand das Wasser. Viele Häuser waren unbewohnbar geworden. Die Not der Kasteler war unwahrscheinlich groß.

Hier war es Adolphus Busch, in Kastel geboren, in die Staaten ausgewandert, dort zu großem Reichtum gekommen, der die Not der Kasteler durch große Geldspenden linderte.

Februar 1970 Hochwasser. An der Reduit Außenmauer ist noch heute eine Markierungsmarke zu sehen. Im März 1988 wieder Extremhochwasser. Auch davon zeugt eine Hochwassermarkierung an der Reduit Außenmauer. Im Juni 2013 wieder ein Rheinhochwasser.

18.Juli 2021 Rheinhochwasser. Die Schifffahrt mußte eingestellt werden. Treibgut gefährdete die Rheinbrücken. Januar 2022 hoher Wasserstand. Der Rhein war bis zum Rand gefüllt. Hochwasser blieb aber aus.

Durch den hohen Wasserstand des Rheins stieg auch das Grundwasser an. Dies führte dazu, daß in vielen Kellern im unteren Kastel das Wasser durch die Kellerböden drückte. Vieles, was dort gelagert war, ging zugrunde.

Aber nicht nur Hochwasser beschäftigte die Rheinanlieger. Der große Chemieunfall am 1.November 1986 als meterhohe Flammen aus der Lagerhalle der Firma Sandoz AG bei Basel schlugen, ist noch immer als Erinnerung in unseren Köpfen. Zusammen mit dem Löschwasser der Feuerwehr kamen mindestens 20 Tonnen hochgiftige Stoffe ins Wasser und verfärbten den Fluss auf 400 Kilometern rot.  Pestizide, Insektizide und Quecksilber verursachten ein großes Fischsterben.

Hochwasser, Niedrigwasser oder Umweltkatastrophen trafen die Anwohner an großen Flüßen. Aber sie hatten immer wieder die Kraft und erholten sich.

(Klaus Lehne) - Bild: Private Fotosammlung Klaus Lehne

*(Anm. d. Red.: ...ein gelungener Bericht zum Thema "Klimawandel...)

 
Regionale Werbung

Diese Frage stellt sich

(Rubrik pausiert)

Romantische Lyrik des Tages

(Rubrik pausiert)