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Auf geht's in die fünfte Jahreszeit
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Auf geht's in die fünfte Jahreszeit

Kommentar von Herbert Fostel

"Fünfte Jahreszeit" nennen die Fastnachtsbrauchtumshüter die Wochen zwischen Neujahrstag und Aschermittwoch. Sie steht ganz im Zeichen der Fastnachtshochburgen als größtes Volksfest und werden euphorisch auch als vaterstädtisches Fest apostrophiert.

An Etiketten hat es der Narrenschar nie gefehlt. Im Sprachgebrauch der Fastnachtsreformer Anfang des 19. Jahrhunderts stand Fasching oder Karneval, kaum Fastnacht. ln der heutigen Zeit wird viel über Karneval, am meisten aber über die Fassenacht kommuniziert.

Der Fasching gehört rechts und links des Rheins nicht mehr zum närrischen Wortschatz. Fastnacht wurde ursprünglich festgelegt nur für die Nacht zwischen Fastnachtsdienstag und
Aschermittwoch. Im Laufe der Jahre wurde diese auf mehrere Feiertage modifiziert.

Der Zeitraum war von Fastnachtsonntag bis Aschermittwoch. Nach dem leidvollem 2.Weltkrieg und dem Terror der Nationalsozialisten begann ab Februar 1946 die Wiedergeburt der "goldisch Fassenacht"- rechts und links des Rheins.

Traditionsreiche Korporationen formierten sich neu, so dass schon Ende 1946 wieder Fassenacht gefeiert wurde. Die Umstände, unter denen diese Wiederbelebung zustande kam, bestätigen klar und deutlich, dass die Fassenacht zu der hiesigen Region gehört, wie dies bei bodenständigem Brauchtum eben nicht anders sein kann.



Und aus der Freude, die dieses Brauchtum vermittelt, schöpft der Mensch immer wieder neuen Mut und neue Kraft lässt ihn, wie schon die Altenl singen: "Sie krieh'n uns nit, sie krieh'n uns nit, sie krieh'n uns nit kaputt mer halle unser Fassenacht un rolle unser Dutt !"

Die Narrenfreiheit aus der Bütt gehört zu den Privilegien ohne vorgehaltenen Maulkorb. Dieser Status gebührt Kokolores-Beiträgen wie politisch-literarische Vorträge. Dazu zählen: Der Chef des Protokolls, der Till, sowie der Bajazz mit der Laterne, Guddi Gutenberg oder der Bote vom Bundestag.

Heute ist der Status Fastnacht für eine Periode von vielen Wochen mit vierfarbbuntem Programm in die komplette fünfte Jahreszeit integriert. Im Kalender ist die Fastnacht fest verankert, zwischen Weihnachten und Ostern, den höchsten kirchlichen Feiertagen.

Bemerkenswert ist auch die Datierung des Martinstages im Kalender. Der Martinstag datiert 40 Tage vor Weihnachten, wie die goldig Fastnacht 40 Tage vor Ostern. Fastnacht, das Fest des Bürgertums, wird daher nicht grundlos am Elften im Elften zum Kampagne-Beginn proklamiert.

Große Gelage mit Völlereien und Fress-Orgien fanden dabei statt. Zu damaligen Zeiten gab es vor Weihnachten wie vor Ostern eine 40tägige Fastenzeit. Heute wird dabei das heile Gänsje -auch ohne Fastenzeiten- mit sanftem Helauluja nicht nur von Brauchtumshütern ab dem 11.11. genussvoll verspeist.

Planungen und intensive Vorbereitungen für eine neue Kampagne werden eigentlich das ganze Jahr hindurch von den Verantwortlichen mit viel närrischem Herzblut praktiziert. Der organisierte Frohsinn ist mit enormen Fleiß und akribischem Zeitaufwand für die Chef-Organisatoren und vielen Aktiven des "humoris causa" verbunden, bevor die schmucken Garde-Eskorten jubilierend mit Pauken und Trompeten in die Narrhalla einmarschieren.

Ein effektvolles Motto für die Kampagne soll zündend und werbend sein. Klappern gehört zum närrischen Handwerk! Sitzungsprogramme müssen wirkungsvolle Form und Gestalt annehmen. Zugkommission im Dauerstress mit erforderlichen Koordinationen, sowie Einteilung der Zugteilnehmer und vieles mehr ...

,,Am Elften im Elften sind die Narren wieder los ... !“ Mit dem närrischen Grundgesetz, Generalversammlungen, Worscht-Abenden und viel Spaß an der Vorfreude für die kommende Kampagne jubeln und fiebern alle närrischen Streiter und Pappnasen mit ihren ersten Helau-Rufen "Wenn der Narrhalla-Marsch erklingt ... !"

 

Am vergangenen Samstag, 10. November , gab es eine stimmungsvolle AKK-Fastnachts-Kampagnen-Eröffnung in Amöneburg . Anlässlich des 6 x 11 jährigen Jubiläums der Sportvereinigung Amöneburg, Fastnacht-Abteilung am Info-Zentrum der Firma Dyckerhoff.

Im Fokus stand die Proklamation des närrischen Grundgesetzes und Fahnenhissung. Es gaben sich die Ehre: Das Prinzenpaar der 125 jährigen Kasteler Jocus - Garde Prinz Udo I. und ihre Lieblichkeit Anja I. mit dem Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich, viel Prominenz aus Politik und Fastnacht mit den zahlreich anwesenden Besuchern aus der Region.

Es war eine solidarische Demonstration der teilnehmenden Korporationen mit ihrem Bekenntnis zu AKK ! Teilnehmer waren u.a. Veranstalter SV Amöneburg, Kostheimer Carneval-Verein, Kasteler Jocus-Garde, Carneval-Club Rote Husaren Kostheim, Castellum Musik & Show, Turnverein Amöneburg, Gesangsverein Harmonie 1854, der Männergesangsverein 1844 und die Kostheimer Gecken.

Der närrische „Marschbefehl“ lautet: „Auf geht’s in die fünfte Jahreszeit!“

(Herbert Fostel)

 
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