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...das muß man doch mal sagen dürfen
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...das muß man doch mal sagen dürfen

Ein Kommentar von Manfred Simon

Auf die Frage eines Journalisten an die Ehefrau anläßlich der „Gnadenhochzeit“ (65 Jahre Ehe) sagte die Frau: „Männer und Fraue basse nit zusomme“ -  Der Mann meinte: „Mir sinn nur 65 Johr zusomme geblibbe weil ich immer gemacht hab was moi Fraa will…“

Ein Kasteler Bürger nach der Lektüre des Artikels über die Erbenheimer Warte: „Fer jeden Scheißdreck is Geld doo, nur nit fer was rischdisches“

Wenn Sie mich nun fragen, was das eine mit dem anderen zu tun hat, antworte ich Ihnen: „Nix!“ Aber während ich die Ehezitate nicht kommentiere, sie sprechen ja auch für sich selbst, fällt mir zu dem anderen Zitat des Kastelers schon was ein, nämlich:  

Daß die Erbenheimer Warte für uns eine geschichtliche Bedeutung hat ist wohl klar. Wer´s nicht so genau weiß kann seine fehlende Geschichtskenntnis in „Wikipedia“ auffrischen.

Seit 2006 kann man sich offenbar nicht einigen, wie das marode, historische Bauwerk gerettet werden kann. Im Jahre 2011 wird endlich ein Professor informiert, die Stadt Mainz als Eigentümer wird um Hilfe gebeten und ein Gutachter kommt. Sensoren werden angebracht.

Mainz wird tätig, läßt auch begutachten, 2012 ist endlich das Gutachten da. Ämter, Fachleute und die Oberbürgermeister treffen sich mehrmals.

Ergebnis gleich Null, ein Heimatverein setzt ein Zeichen und will das Gerüst bezahlten. Mittlerweile ist es 2013 und man trifft sich nochmal. (Warum eigentlich, weiß jemand immer noch nicht was los ist???)   

So wird´s dann endlich 2014 und das Gerüst wird schon mal gestellt. Nun kann man endlich den maroden Putz in die Hand nehmen …und natürlich begutachten! In einem Zeitraum von  5 Monaten prüft ein Institut und erstellt gleich weitere Gutachten.

Die Fachleute schlagen die Hände über dem Kopf zusammen: Es ist ja alles noch viel schlimmer! Und wenn was „noch schlimmer“ als angenommen kommt, wird´s auch viel teurer, so locker 3 bis 5 Mal teurer wird die Chose schon werden, mutmaßt man…

Der Heimatverein verzichtet nun sogar auf weitere Führungen im alten Gemäuer, viel zu gefährlich!

Mittlerweile schreiben wir September 2014 und machen… na was? Na klar noch ´n weiteres Gutachten, was denn sonst! Und dann: Alle, die dazu was zu sagen haben treffen sich nochmal, Ingenieure, Statiker, Bautechniker, Denkmalpfleger, Vertreter der Städte MZ und WI, Ortsvorsteherin und natürlich der Heimatverein…

Was kam dabei raus? Na klar, erstmal Kostenvoranschläge erstellen und damit das Schlimme nicht noch schlimmer wird, so beschließt man, wird dem Bauwerk ein Mützchen übergezogen, daß es im Winter nicht zu kalt wird für die maroden Steine…

Einig war man sich auch über die Tatsache, daß nun wirklich schnellster Handlungsbedarf besteht und deshalb wurde der Heimatverein gebeten, mal nachzusehen, ob noch alte Pläne oder Berichte vorliegen, die man dann bitte der Denkmalbehörde zur Verfügung stellen kann…

„Geht´s noch?“  möchte man fragen und würde gerne lachen, wenn´s eine erfundene Geschichte wäre, doch leider ist es eine Tatsache.  Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis die ganze Geschichte zusammenkracht, und das meine ich im doppelten Wortsinn, denn:

Wer seine Geschichte nicht erhält und pflegt, der geht unter, denn er gibt sich selbst auf, sagt man. Ich hoffe doch nicht, daß die Kasteler sich aufgeben wollen sondern den zuständigen Verantwortlichen nun endlich „Druck“ machen sich zu bewegen, auch wenn´s schwer fällt! (Überall ist Stadtmuseum!)

In einem Film hieß es mal sinngemäß: Es muß schon viel passieren, bis bei einer Behörde mal was passiert! Doch halt: Es gibt Ausnahmen! Manche Behörde arbeitet auch mal schnell, besonders dann wenn es darum geht mal eben an die 100 Kastanien umzulegen…

(Ich weiß, das hat damit nichts zu tun und ist ein anderer Stadtteil, aber es paßt so schön…)

Im Ernst: So ein steingewordenes Kulturgut der Geschichte, wie es die Erbenheimer Warte nun mal ist, gehört uns allen und muß von allen für alle erhalten werden, basta!

So will ich diesen Kommentar mit noch einem Zitat abschließen, einem von mir selbst: „Quasselt nit, macht was!“ und zwar sofort, nochmal basta!

 
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