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GHK wartet auf „Hallo-Wach-Prinz“ für Restaurierung
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GHK wartet auf „Hallo-Wach-Prinz“ für Restaurierung

Dornröschen- Schlaf von Kulturgut „Erbenheimer Warte“
Ein Kommentar von Herbert Fostel

Die geschichtsträchtige Erbenheimer Warte ist erbaut worden anno 1497. Der historische Wartturm stammt aus der Zeit des Mainzer Erzbischofs „Berthold von Henneberg“.

Das Baudenkmal ist im späten Mittelalter zusammen mit drei weiteren Warten auf der Strecke Biebrich und Flörsheim als Landwehr zwischen dem Herzogtum Nassau und dem Kurfürstentum Mainz errichtet worden.

Die historische Umgebung hat ein sagenumwobenes Flair. In Sichtweite des dahinsiechenden Turms liegt das heutige Hofgut Mechthildshausen, auf dessen Territorium sich im Mittelalter die Gerichtsstätte Kastels und Umgebung befand.

Dorthin führte ein von Galgen gesäumter Weg, an denen die gehängten Verurteilten baumelten. Eine stürmische wechselvolle Geschichte ging an der Erbenheimer Warte vorbei. Der Turm ist so ausgerichtet worden, dass die Besatzung nur über eine Leiter durch die Öffnung hoch über den Boden einsteigen konnte.

Bei einer feindlichen Annäherung wurde die Leiter hochgezogen und über die darüber befindliche Pechnase heißes Teer hinunter geschüttet. Pech gehabt!

GHK- Heimatforscher Klaus Lehne resümierte dazu, dass damit die Risse auch heute nicht mehr zu schließen wären. Die Krux sei, dass ein bis zu 10 cm starker Zementputz den Turmkegel umschließt, mit der festen Zuversicht auf eine lange Haltbarkeit, bei der Restaurierung 1995 an der Außenseite angebracht, mit dem Fazit, dass sich der Ziegelverbund bei Temperaturschwankungen anders verhält als der starre Zementputz und der Wartturm folgenschwere Risse bekam.

Das Schwitzwasser an der Innenwand dringt in den Stein ein, gefriert zu Eiskristallen, die für zerstörerische Abläufe sorgen. Den Zementputz abzuschlagen bedeutet, dass dabei unter Umständen bis zu fünf Zentimeter Ziegelmauerwerk verloren gehen würden. Nicht machbar für das Kegeldach, das 25 Zentimeter Mauerwerk benötigt.

Das Klima am Wartturm hat viele Folgen. Auf dem Berg weht immer ein stärkerer und  kühlerer Wind als  in Kastel. Dies führte zu einer starken Temperaturschwankung:  Innenmauerwerk zu Außenmauerwerk. Die Belastung für einen Hubsteiger ist unzumutbar. Deswegen wurde auch ein Gerüst aufgestellt.

Nachdem das Gerüst erstellt war, begannen die Fachleute mit ihrer Bestandsaufnahme, die ernüchternd war. Nicht nur wegen der Risse in der Turmhaube, sondern auch durch die Fakten, dass die vermauerten Steine sich auflösten, durch die Frostschäden.

Die Landeshauptstadt Mainz, als Eigentümer, ließ von verschiedenen Ingenieur-Büros Putz- und Steinproben entnehmen und schickte sie zur Materialprüfung. Statische Berechnungen wurden angestellt. Fazit;  Die veranschlagten Sanierungskosten sind nicht mehr zu halten. Sie werden die Summe um ein Drei bis Fünffaches überschreiten.

Ein neues kompaktes Konzept mit dem Eigentümer, der Denkmalbehörde und den Experten muss erstellt werden. Wie können die Kosten gestemmt werden?

Das 500 Jahre alte Wahrzeichen wurde nach dem Einbau mehrerer Holzetagen und der Holztreppe zu einem Publikumsmagneten mit Kulturveranstaltungen, Ausstellungen und den vorweihnachtlichen Turmblasen im Advent.
Am Tag des offenen Denkmals war aus Sicherheitsgründen die Erbenheimer Warte für die Öffentlichkeit geschlossen.

Die engachierte Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel mit ihrer Vereinsspitze Karl-Heinz Kues und Klaus Lehne, appellieren für den Erhalt des ältesten noch bestehenden Bauwerks von Kastel. „Quo vadis“ Kulturerbe Kastel, mit Wurzeln in der römischen Antike?

Die Mainzer Eigentümer und die Wiesbadener  Verantwortlichen stehen ohne Wenn und Aber in der Verantwortung, „als rettender Prinz“ das Dornröschen vor dem Verfall zu bewahren!

Anmerkung der Redaktion: Fer alles is Geld do, -monschmol sogar fer Fertz-  und dodevor nit???

 
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