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Revolution im Jugendfußball – Top oder Flop –
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Revolution im Jugendfußball – Top oder Flop –

Kommentar von Herbert Fostel

Der Hessische Fußballverband mit seinem Befürworter, Präsident und DFB-Vizepräsident Rolf Hocke, plädiert für das Projekt - ohne Referee im Jugendfußball – Kapitäne müssen Konsens finden -. „Bühne frei, Vorhang auf, jetzt geht’s los“, könnte man die Kult-Band „Die Höhner“ aus Köln dazu interpretieren.

Die Dirigenten des HFV wollen es richten, wie die Klangkörper im Streichorchester der Vereine instrumentiert werden: Als „Symphonie mit dem Paukenschlag“ oder Dissonanzen im Wunschkonzert einer „Fata Morgana – Komposition“. Zu den Fakten pro und kontra:

 

Der HFV beruft sich auf die ersten positiven Erfahrungswerte im Kreis Kassel, Schleswig-Holstein und Verband Mittelrhein. Die Visionäre streben im Jugendfußball an, dass die Spiele der Nachwuchsklassen ohne Leitung von Schiedsrichtern in der Fair-Play-Liga vorgenommen werden. Eltern und sonstige Zuschauer sollen einen Abstand von 20 Metern zum Spielfeld einnehmen.

Bei Entscheidungen sind jeweils die beiden Spielführer zuständig. Bei keiner Entscheidungsfindung sollen Trainer und Betreuer im Fair-Play-Geist entsprechend aktiv werden. Der Wiesbadener Kreisfußballwart Dieter Elsenbast hält nichts von dieser Idee. Viel Konfliktpotenzial sei vielmehr gegeben bei Grenzwerten der Regel-Auslegung.

Die Einigung der Spieler untereinander ab der D-Jugend sei realitätsfern. Gegen einen Pilotversuch habe er keine Einwände. Die weitere Problematik treffe auch zu bei Strafstößen und Feldverweisen, die Emotionen mit Zündstoff auslösen können, sind die mahnenden Hinweise der Skeptiker.

Rheingau-Taunus-Jugendwart Erich Herbst befürchtet auch Manipulationen bei den Spielereinsätzen. Jugendwart Rolf Hartung vom Verband Schleswig-Holstein popularisiert vor allen das Verhalten der Eltern als Schlüssel zum Einstieg für die vorgesehene Projekt-Initiative.

In der hiesigen Region wird ein Pilot-Test im Rahmen eines G-Jugendturniers (Drei – bis Sechsjährige) ohne Schiedsrichter – am 6. Oktober (9.30 – 13.00 Uhr) auf dem Sportgelände des SVA Amöneburg gestartet.

Klassenleiter Jörg Kettelhöhn schloss in einem Interview in der AZ nicht aus, dass es Chaos geben könnte. Auf jeden Fall werde danach analysiert werden, ob diese angedachten Regularien in der Spielpraxis realistisch umzusetzen sind. Im Vorfeld sind die Vereine nicht begeistert, wies der Klassenleiter hin.

Für die Propagandisten im HFV, die das Projekt „Jugendspieler als Spielleiter“ fokussieren, kann sich diese Polarisierung auch zu einem Plagiat aus der Weltliteratur gestalten: „Don Quichotte, der gegen Windmühlen reitet.“!

(Die Meinung des Verfassers stellt nicht unbedingt auch die Meinung der Redaktion dar, der Verfasser schreibt in eigener Verantwortung.)

 
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