Carsharing ist seit 1988 eine Alternative zum eigenen Auto. Das Angebot hat Vor- und Nachteile, sodass jeder für sich abwägen muss, ob das eigene Auto oder das Teilen des Fahrzeugs mit anderen Autofahrern die bessere Lösung ist.
Was ist Carsharing?
Carsharing bedeutet, sich mit anderen Menschen Autos zu teilen. Deren Halter sind Carsharing-Anbieter, die ihre Fahrzeuge an gut erreichbaren Standorten abstellen.
Um das Angebot – das von Kleinwagen bis zum Transporter reicht – nutzen zu können, müssen Sie bei den Carsharing-Organisationen einmalig einen Antrag auf Mitgliedschaft stellen. Zugang zum Fahrzeug bekommen Sie über eine App des Anbieters oder Sie erhalten eine elektronische Karte zugesandt. Diese verwenden Sie, um in das Fahrzeug zu gelangen. Dort finden Sie den richtigen Autoschlüssel vor.
Abgerechnet wird nach Zeit und gefahrenen Kilometern. Viele der Kosten sind im Preis enthalten. Die Kosten für die Versicherungen und für die Instandhaltung übernimmt der Carsharing-Anbieter.
Welche Carsharing-Modelle gibt es?
Um die richtige Entscheidung treffen zu können, ist es wichtig zu wissen, welche Carsharing-Modelle es gibt. Carsharing-Kunden können sich zwischen vier Modellen entscheiden: Free-Floating, Carsharing an Stationen, Peer-to-Peer-Carsharing und privatem Carsharing.
Beim flexiblen Free-Floating-Modell befinden sich die Fahrzeuge in der Stadt verteilt. Einen bestimmten Stellplatz haben diese nicht. Brauchen Sie spontan ein Fahrzeug, können Sie über die App erfahren, wo sich das nächste freie Fahrzeug befindet, und es direkt buchen. Ist Ihre Fahrt beendet, dürfen Sie es an Ihrem Zielort einfach abstellen.
Beim stationsbasierten Carsharing befinden sich die Fahrzeuge an bestimmten, gut erreichbaren Stationen wie an Bahnhöfen oder Endhaltestellen von öffentlichen Verkehrsmitteln. Nutzer stellen die Autos nach Gebrauch dort wieder ab.
Entscheiden Sie sich für das Peer-to-Peer-Modell, holen Sie das Fahrzeug am Standort des Anbieters ab und geben Sie es dort wieder ab. Zudem haben Sie die Möglichkeit, Autos von Privatpersonen zu mieten. Angebote für dieses nachbarschaftliche Carsharing finden Sie auf verschiedenen Internetplattformen. Der Kontakt und die Buchung erfolgen ebenfalls auf den Portalen.
Vorteile von Carsharing
Carsharing gibt es seit dem Jahr 1988. Seitdem schätzen Menschen in der gesamten Bundesrepublik dessen Vorteile: Eigentümer von Fahrzeugen verwenden diese nur wenige Stunden am Tag. In der übrigen Zeit stehen sie nutzlos herum. Deshalb lohnt sich ein eigenes Fahrzeug oft nicht.
Durch das Carsharing-Angebot können Sie sich als Gelegenheitsfahrer die Anschaffungs- und laufenden Kosten für ein eigenes Auto sparen. Das Umweltbundesamt empfiehlt Carsharing, wenn die jährliche Kilometerzahl 14.000 nicht überschreitet. Brauchen Sie spontan ein Auto, ist ein Carsharing-Fahrzeug schnell gebucht.
Zudem halten Sie durch den Verzicht auf ein eigenes Auto öffentliche Stellplätze leer. Je mehr Menschen sich für das Carsharing entscheiden, desto entspannter wird die Parkplatzsuche in Großstädten.
Zudem kann Carsharing für den Buchenden abwechslungsreich sein, denn große Carsharing-Unternehmen bieten eine große Auswahl an verschiedenen Automodellen an. Damit haben Sie die Möglichkeit, nach Bedarf und Laune mit einem Cabrio oder mit einem SUV zu fahren. Bei einem Wohnungswechsel können Sie diesen selbst organisieren und Kosten sparen, wenn Sie über einen Carsharing-Anbieter für den Umzug einen Transporter mieten.
Nicht zu unterschätzen ist die umweltentlastende Wirkung des Carsharings. Diese macht sich besonders bemerkbar, wenn Nutzende es mit anderen Verkehrsmitteln wie dem Fuß- und Radverkehr, der Bahn und dem Öffentlichen Personennahverkehr kombinieren.
Nachteile von Carsharing
Das Carsharing bringt jedoch auch Nachteile mit sich, denn wenn sie den Wagen spontan brauchen, ist nicht gewährleistet, dass sofort ein Fahrzeug bereitsteht. Die Unabhängigkeit ist dadurch eingeschränkt. Zusätzlich müssen Sie damit rechnen, dass der Vormieter das Fahrzeug nicht sauber hinterließ.
Zudem besteht eine geringere Verfügbarkeit auf dem Land. In den Großstädten ist das Carsharing-Angebot trotz des gut ausgebauten Nahverkehrssystems größer.
Außerdem eignet sich Carsharing nicht für Vielfahrer und Pendler, denn die Fahrzeuge werden meistens nach Nutzungsdauer bezahlt. Fahren Sie morgens zur Arbeit und kehren Sie abends heim, bezahlen Sie unnötig hohe Gebühren. Carsharing-Nutzer greifen als Gelegenheitsfahrer nicht jeden Tag auf das Angebot zurück.
Kosten- und Preisvergleich
Die Kosten für das Carsharing variieren und hängen vom Anbieter ab. Sie beginnen mit der Anmeldegebühr. Einige Anbieter wie Car2Go und Miles verlangen für das Anmelden nichts. Bei anderen Carsharing-Unternehmen liegen die Kosten für die Registrierung bei knapp dreißig Euro. Die Preise für die Nutzung der Fahrzeuge setzen sich aus einer Grundgebühr und der Nutzung pro Kilometer oder Stunde zusammen. Zudem beeinflusst die Größe des Wagens die Höhe der Kosten.
Der Bundesverband CarSharing e. V. vergleicht jährlich die Kosten für das Carsharing mit denen für das eigene Auto. Er fand heraus, dass sich mit dem Teilen eines Autos erhebliche Kosten einsparen lassen. Die Gesamtkosten für die Nutzung eines eigenen Pkws beliefen sich beispielsweise im Jahr 2019 bei einer Fahrleistung von 8.000 Kilometern auf 3.793 EUR und die eines privaten Pkws auf 5.415 EUR.
Für wen lohnt sich Carsharing?
Carsharing lohnt sich für Gelegenheitsfahrer, die das Auto lediglich für Wochenendausflüge, für Reisen oder Einkäufe nutzen. Zudem wissen Niedrigverdiener wie Studenten und junge Erwachsene das Carsharing zu schätzen. Sie sparen sich die Kosten für die Anschaffung oder das Leasing eines Fahrzeugs sowie die monatlichen Belastungen für eine Garage oder einen Stellplatz.
Naturschützer ziehen das Carsharing dem eigenen Auto vor, weil sie damit ihren persönlichen CO₂‑Fußabdruck verringern können. Zusätzlich unterstützen sie durch ihr verantwortungsvolles Handeln die Allgemeinheit, denn durch das Carsharing in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln lassen sich täglich 3.500 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Damit erhöht sich die Luftqualität in den Städten.
Fazit
Carsharing kann eine Alternative zum eigenen Fahrzeug sein, wenn das Auto nicht täglich gebraucht wird. Diese Option ist besonders für Großstadtbewohner eine Überlegung wert, denn mit der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und gelegentlichem Carsharing sparen sie Zeit und Kosten.
