Frauen möchten deutlich häufiger mit dem Rauchen aufhören als Männer. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Informationsportals Vapeglobe, für die 1.000 aktive Raucherinnen und Raucher in Deutschland befragt wurden.
Demnach gibt jede zweite Raucherin (50 Prozent) an, den Ausstieg schaffen zu wollen, bisher aber daran zu scheitern. Unter den Männern liegt dieser Anteil bei 34,7 Prozent. Die Untersuchung macht zugleich deutlich, dass der Wunsch nach einem rauchfreien Leben zwar weit verbreitet ist, feste Gewohnheiten und soziale Einflüsse den Ausstieg jedoch erheblich erschweren.
Deutschland zählt trotz rückläufiger Raucherquoten noch immer mehrere Millionen Raucher. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts und anderer Gesundheitsinstitutionen gehört Tabakkonsum weiterhin zu den bedeutendsten vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Umso bemerkenswerter ist, dass viele Betroffene ihre Abhängigkeit erkennen und den Ausstieg wünschen, diesen jedoch nicht dauerhaft schaffen.
Frauen bewerten ihr Rauchverhalten kritischer als Männer
Die Befragung zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen äußern wesentlich häufiger den Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören, während Männer ihren Konsum häufiger als kontrollierbar einstufen. So sagen 44,1 Prozent der männlichen Raucher, sie hätten ihr Rauchverhalten vollständig im Griff. Bei den Frauen vertreten lediglich 26,5 Prozent diese Auffassung.
Die Zahlen sprechen vor allem für eine unterschiedliche Selbstwahrnehmung. Frauen setzen sich offenbar kritischer mit ihrem Tabakkonsum auseinander und räumen Schwierigkeiten beim Aufhören häufiger ein. Männer hingegen schätzen ihre Kontrolle über das eigene Verhalten deutlich optimistischer ein. Ob diese Einschätzung tatsächlich mit einem geringeren Nikotinkonsum einhergeht, lässt sich aus der Studie allerdings nicht ableiten.
Viele bereuen den Einstieg ins Rauchen
Ein weiteres Ergebnis fällt noch klarer aus: 72,2 Prozent der Befragten bereuen heute, überhaupt mit dem Rauchen begonnen zu haben. Der Einstieg erfolgt häufig bereits in jungen Jahren – oft aus Neugier, durch Freunde oder den Wunsch, dazuzugehören. Was zunächst als gelegentliches Verhalten beginnt, entwickelt sich bei vielen über Jahre zu einer festen Gewohnheit.
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Sicht auf das Rauchen häufig. Gesundheitliche Beschwerden, steigende Ausgaben und die Erfahrung, dass ein Rauchstopp deutlich schwerer ist als erwartet, führen dazu, dass viele ihre frühere Entscheidung heute kritisch betrachten.
Der Weg zum Rauchstopp verläuft selten geradlinig
Mehr als 80 Prozent aller Befragten haben bereits mindestens einmal versucht, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Mehrheit blieb dabei jedoch nicht dauerhaft erfolgreich. Mehr als sechs von zehn Teilnehmern berichten sogar von mehreren gescheiterten Aufhörversuchen.
Dieses Ergebnis deckt sich mit Erkenntnissen aus der Suchtforschung. Nikotin kann sowohl körperliche als auch psychische Abhängigkeiten fördern. Deshalb verläuft der Weg in ein rauchfreies Leben bei vielen Menschen nicht geradlinig. Rückfälle gehören häufig dazu und gelten in der Tabakentwöhnung nicht zwangsläufig als Scheitern, sondern oft als Teil eines längeren Veränderungsprozesses.
Routinen und das soziale Umfeld fördern den Zigarettenkonsum
Neben der Nikotinabhängigkeit spielen alltägliche Gewohnheiten eine wichtige Rolle. Für 41,3 Prozent der Befragten gehört die erste Zigarette selbstverständlich zum Morgen. Weitere 13,2 Prozent greifen nach eigenen Angaben beinahe automatisch zur Zigarette, ohne dafür einen konkreten Anlass nennen zu können.
Auch Stress bleibt ein häufiger Auslöser. Rund jeder vierte Teilnehmer raucht nach eigenen Angaben verstärkt in belastenden Situationen. Hinzu kommt der Einfluss des persönlichen Umfelds. Fast 78 Prozent der Befragten sagen, dass Familie, Freunde oder Kollegen ihr Rauchverhalten beeinflussen. Gemeinsame Raucherpausen oder das Angebot einer Zigarette gehören vielerorts weiterhin zum Alltag und können den Ausstieg zusätzlich erschweren.
Die Ergebnisse der Studie zeigen insgesamt ein differenziertes Bild. Der Wunsch nach einem Rauchstopp ist bei vielen Rauchern vorhanden, bei Frauen sogar deutlich häufiger als bei Männern. Gleichzeitig wird deutlich, dass Nikotinabhängigkeit weit über den eigentlichen Konsum hinausgeht. Gewohnheiten, soziale Kontakte und wiederholte Rückschläge tragen dazu bei, dass der Weg in ein dauerhaft rauchfreies Leben für viele Menschen länger dauert als ursprünglich erwartet.
