Woraus Shisha-Kohle besteht und was die Zahlen auf der Packung bedeuten

Die Schale der Kokosnuss fällt bei der Kopra-Gewinnung als Nebenprodukt an. Foto: © Art Stocker / stock adobe

Shisha-Kohle ist die Kohle, mit der der Kopf einer Wasserpfeife erhitzt wird, also das kleine Gefäß oben auf der Pfeife. Heute ist das in den meisten Ländern Kokoskohle aus gepressten Kokosnussschalen.

Eine Shisha ist eine Pfeife, deren Rauch durch ein wassergefülltes Gefäß gezogen wird – daher der Name Wasserpfeife. Die Kennzahlen auf der Packung beschreiben die Zusammensetzung und damit, wie heiß und wie lange ein Würfel glüht.

Von der Kokosnussschale zum Würfel: So entsteht Naturkohle

Die Kokosnuss ist die Frucht einer tropischen Palme, der Kokospalme. Ihre innere Schale, das Endokarp, ist sehr hart und rund 5 Millimeter dick. Kopra ist das auf 5 Prozent Wassergehalt getrocknete Fruchtfleisch der Kokosnuss, aus dem Kokosöl gewonnen wird. Die Kokosnussschale ist ein Nebenprodukt der Kopra-Gewinnung. Kokoskohle besteht aus verkohlten Kokosnussschalen. Indonesien ist ein Inselstaat in Südostasien. Die im deutschen Handel übliche Kokoskohle stammt überwiegend aus Indonesien.

Pyrolyse ist die Zersetzung organischer Stoffe durch Hitze, bei der Sauerstoff weitgehend fehlt. Die Pyrolyse wandelt die Kokosnussschalen in geschlossenen Öfen ohne Sauerstoffzufuhr bei meist 400 bis 600 Grad Celsius in Kohle um. Dabei entweichen die meisten flüchtigen Bestandteile. Übrig bleibt die Kohle der dichten Kokosnussschale, die schon vor dem Verkohlen wenig Feuchtigkeit enthält.

Der Weg zum Würfel beginnt mit dem Mahlen der Kohle zu Pulver und endet mit dem Trocknen der Rohlinge. Dazwischen wird der Staub mit Wasser und Bindemittel angerührt und unter hohem Druck geformt. Tapiokastärke ist eine Stärke aus der getrockneten Maniokwurzel. Tapiokastärke bindet den gemahlenen Kohlestaub zum Würfel. Der Kokoswürfel ist damit ein Brikett, also zerkleinertes Rohmaterial in einheitlich gepresster Form. Naturkohle ist die Handelsbezeichnung für dieses Produkt ohne Zündzusatz.

Die Zahlen auf der Packung: Festkohlenstoff, Asche, Feuchte und Heizwert

Der Festkohlenstoff gibt an, wie viel von der Masse tatsächlich Kohlenstoff ist. Übliche Werte liegen bei 80 bis 87 Prozent. Je höher der Kohlenstoffanteil, desto mehr Hitze und desto weniger Asche. Asche ist der feste Rückstand aus der Verbrennung organischen Materials und entsteht aus dem mineralischen Teil der verbrannten Substanz. Für Kokoskohle gelten Höchstwerte von 2 bis 3 Prozent Asche, und ein hoher Aschegehalt verkürzt die Brenndauer.

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Flüchtige Bestandteile sind die bei der Pyrolyse nicht entwichenen Reste. Die Werte reichen von 8 bis 17 Prozent. Die Feuchtigkeit, also das Wasser im Würfel, ist als Höchstwert genannt, der je nach Hersteller zwischen 5 und 12 Prozent liegt. Der Heizwert ist die bei einer Verbrennung nutzbare Wärmeenergie je Menge Brennstoff. Für Kokoskohle liegt er bei 7.100 bis 7.600 Kilokalorien je Kilogramm.

Holzkohle für den Grill entsteht aus Holz unter Luftabschluss und ist ein anderer Brennstoff als Kokoskohle. Zum Vergleich enthält diese Holzkohle 81 bis 90 Prozent Kohlenstoff, 6 Prozent Feuchtigkeit und 1 bis 2 Prozent Asche.

Kennzahl Typische Angabe Was sie bedeutet
Festkohlenstoff 80 bis 87 Prozent Mehr Hitze, weniger Asche
Asche Höchstens 2 bis 3 Prozent Rückstand, viel Asche kürzt die Brenndauer
Flüchtige Bestandteile 8 bis 17 Prozent Reste aus der Pyrolyse
Feuchte Je nach Hersteller höchstens 5 bis höchstens 12 Prozent Wasser im Würfel, bremst das Durchglühen
Heizwert 7.100 bis 7.600 kcal/kg Nutzbare Wärmeenergie je Kilogramm
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Woran man gute Kohle ohne Labor erkennt

Durchgeglüht ist ein Kokoswürfel nach rund 8 bis 10 Minuten auf dem Kohleanzünder, einer elektrischen Heizplatte für die Kohle, oder über dem Gasbrenner. Beim Durchglühen wechselt die Farbe von Schwarz über Rot und Orange zu Grauweiß. Ein fertiger Würfel glüht rundum und zeigt keine schwarzen Stellen mehr. Auf den Kopf gehört er erst in diesem Zustand, denn ein nur teilweise durchgeglühter Würfel gibt dort Rauch ab.

Ein weiteres Prüfzeichen ist der Geruch, denn Kohle mit Füllstoffen wie Holzresten oder Sägemehl riecht beim Verbrennen unangenehm. Bei durchgeglühter Kohle ist die Asche grau bis weiß, und bei geringem Aschegehalt bleibt nach dem Abbrand wenig davon übrig. Funkenflug deutet auf Feuchtigkeit hin, denn ein Würfel, der Wasser gezogen hat, glüht nicht sauber durch und wirft mehr Funken.

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Größe und Form bestimmen Hitze und Glutdauer

Ein 26er ist ein Kokoswürfel mit 26 Millimetern Kantenlänge, ein 28er einer mit 28 Millimetern. Marktüblich sind 22 bis 28 Millimeter, als Standardgrößen gelten 26 und 27 Millimeter. Blubber Oase, ein Onlineshop für Shisha-Zubehör und Shisha-Kohle, listet Kokoswürfel mit 26, 27 und 28 Millimetern Kantenlänge in Packungen zu 1 und 4 Kilogramm neben Selbstzünder-Tabletten mit 33 und 40 Millimetern Durchmesser in Rollen zu 10 Stück. Mit der Kantenlänge wachsen Masse, abgegebene Hitze und die Zeit bis zum Durchglühen.

Ein Kilogramm enthält bei 25 Millimetern rund 72 Würfel, bei 26 Millimetern 64, bei 27 Millimetern 54 und bei 28 Millimetern 48 bis 50 Würfel. Die Glutdauer richtet sich nach Würfelgröße und Luftzufuhr und reicht bis zu 90 oder 100 Minuten, einzelne Hersteller nennen rund zwei Stunden.

Neben dem Würfel gibt es Quader, Sticks, flache Platten und sechseckige Formen für bestimmte Aufsätze. Kaminaufsätze und Hitzemanagement-Aufsätze sitzen auf dem Kopf und brauchen Naturkohle, weil Selbstzünder zu wenig Hitze abgeben.

Warum Selbstzünder anders brennen

Selbstzünder, im Handel auch Schnellzünder oder schnellzündende Kohle genannt, sind gepresster Kohlestaub mit einem Zündmittel. Selbstzünder enthalten als Zündmittel in der Regel eine geringe Menge Schwarzpulver. Schwarzpulver besteht im Mittel aus 75 Prozent Salpeter, 15 Prozent Holzkohle und 10 Prozent Schwefel.

Der Salpeter im Schwarzpulver ist in der Regel Kaliumnitrat, das Kaliumsalz der Salpetersäure mit der Summenformel KNO3. Kaliumnitrat wirkt als Oxidationsmittel und liefert beim Erhitzen Sauerstoff. Die Holzkohle im Pulver ist der Brennstoff, und Schwefel ist Brennstoff und Zündmittel zugleich. Deshalb genügt ein Feuerzeug, und die Tablette zündet in rund 20 Sekunden.

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Magnesium ist ein Metall, das in manchen Selbstzündern statt Schwarzpulver als Zündmittel dient. Beim Anzünden knistert die Tablette und wirft Funken. Ein Kohlekorb, in dem die Tabletten beim Anzünden sicher hängen, fängt den Funkenflug auf.

Im Handel gibt es Tabletten mit 33, 40, 44 oder 50 Millimetern Durchmesser. Die Rollen stecken in Alufolie, damit die Tabletten keine Feuchtigkeit ziehen. Die Glut hält etwa 30 bis 60 Minuten, Selbstzünder brennen weniger heiß als Naturkohle und hinterlassen mehr Asche. Auf den Kopf gehören sie erst, wenn Funken und Geruch verschwunden sind, etwa zwei Minuten nach dem Zünden.

Was bei jeder Kohle mitbrennt: Kohlenmonoxid und Restglut

Kohlenmonoxid ist eine Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff und als Gas ohne Farbe und Geruch nicht wahrnehmbar. Unabhängig von Sorte und Form entsteht Kohlenmonoxid bei der unvollständigen Verbrennung des Kohlenstoffs in der Kohle. Die Hansestadt Hamburg hat im Jahr 2019 per Gesetz festgelegt, dass Kohlenmonoxid in Shisha-Einrichtungen 30 ppm, also 30 Teile je Million, nicht überschreiten darf.

Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer nennt als Brandursachen glühende Kohle auf Polstermöbeln und heiße Asche im Papierkorb und warnt, dass veraschte Reste länger heiß bleiben, als man denkt.

Fazit

Die Schale der Kokosnuss fällt bei der Kopra-Gewinnung als Nebenprodukt an, und aus ihr entsteht durch Verkohlen, Mahlen und Pressen der Kokoswürfel. Hitze und Glutdauer eines Würfels hängen von der Kantenlänge und von den Kennzahlen der Packung ab. Viel Festkohlenstoff bringt Hitze, wenig Asche verlängert die Glut, und wenig Feuchte lässt den Würfel sauber durchglühen. Ein Selbstzünder trägt sein Zündmittel in sich und zündet deshalb am Feuerzeug, dafür hält seine Glut kürzer und er hinterlässt mehr Asche. Ohne Labor verrät sich die Qualität an Farbe, Geruch und Asche beim Durchglühen.

Written by Hajo